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  • Fr., 25. Juli 2025, 11:43 Uhr
    FÖRDERPROGRAMM WALD: Stadtparlament mehrheitlich für Teilnahme – SPD und Bürgermeister sehen finanzielles Risiko

    Patient Stadtwald – eine weitere Therapie soll helfen

    Im Stadtwald leiden die Kiefern durch Hitze, Trockenheit und den gesunkenen Grundwasserspiegel, aber auch die Laubbäume sind geschädigt.
    Archivfoto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Der Stadtwald ist krank, ein Blick nach oben offenbart an vielen Stellen die Symptome, viele Kronen haben ihre volle Schönheit verloren und anstatt prächtiger Kiefern stehen Baumskelette im Wald. Bäume wachsen langsam, außer der wuchernden Traubenkirsche, die sich unerwünscht überall breit macht und gesundes Waldgrün vortäuscht.

    Dem Stadtwald muss geholfen werden, das stand in der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung vor der Sommerpause außer Frage. Nur welche Therapie ist auch für den Haushalt verträglich, das trieb die SPD-Fraktion in der Debatte um das Bundes-Förderprogramm KLAWAM PLUS (Klimaangepasstes Waldmanagement PLUS) um. „Chance oder Risiko“ war die Frage. Sollten die strengen Anforderung des Bundesprogramms nicht erfüllt werden können, drohten dem klammen Haushalt finanzielle Risiken, befürchtet auch Bürgermeister Gottfried Störmer (parteilos) als Finanzverantwortlicher, wie er betonte. Laut Hessen Forst sei fraglich, ob das Programm geeignet ist.

    Bei ausbleibendem Erfolg bestehe die Gefahr der Rückzahlung von 460.000 Euro im Jahr 2028. Das neue Förderprogramm mit einer Laufzeit von zehn Jahren und Zuwendungen von 230.000 Euro jährlich soll private und kommunale Waldbesitzer bei einer klimaausgerichteten Bewirtschaftung unterstützen. Neun strenge Kriterien sind zu erfüllen, die über die Gesetzeslage und Zertifizierung hinausgeht. Es sei versäumt worden, sich für das Vorgängerprogramm (KLAWAM ohne „PLUS“) zu bewerben. Allerdings sind dessen Fördermittel bereits ausgeschöpft.

    Der FPD-Fraktionsvorsitzende Gernot Diehlmann hoffte in seinem Redebeitrag, dass die Bewerbung auf das neue Programm beschlossen werde, was tatsächlich durch 24 Ja-Stimmen und 12 Gegenstimmen eintraf. Alle Fraktionen außer der SPD-Fraktion hatten sich für die Beantragung der Fördermittel ohne Bildung von Rücklagen ausgesprochen. Ein freiwilliges Audit nach einem Jahr wurde diskutiert. Helmut Rinkel (Grüne) sagte in kurzer Stellungnahme: „Wir wollen etwas tun und alles daran setzen für den Erhalt des Waldes, auch in seiner Erholfunktion“. Dem schloss sich Björn Hedderich (CDU) an und sprach sich für den Antrag auf das Förderprogramm aus. Carola Biehal (SPD) ging in ihrer detaillierten Rede auf die Risiken für die städtischen Finanzen und die Methoden der geförderten Waldsanierung ein, auch fehle den politischen Gremien die Sachkunde, um eine Entscheidung solcher Tragweite zu treffen. Letztlich seien zu viele Fragen offen. Schwerpunkt sei aus ihrer Sicht die schnellstmögliche Waldsanierung, da insgesamt 87 Prozent des Waldes geschädigt seien, 33 Prozent der Bäume seien stark geschädigt, 54 Prozent befinden sich im Absterben.

    Hannelore Nowacki

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