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Mo., 16. Dezember 2019, 14:46 Uhr
Ökumenischer Lichtergottesdienst in der Kirche Mariä Verkündigung
Pfadfinder bringen Friedenslicht nach Lampertheim
Die Kirche Mariä Verkündigung erstrahlte am Sonntag in besonderem Licht – die Pfadfinder hatten das Friedenslicht aus Betlehem nach Lampertheim gebracht. Foto: Nadine Schütz
LAMPERTHEIM – Begleitet von wohlklingender Musik der Band Kristall zogen am Sonntagabend Pfarrer Christian Rauch und Pfarrer Ralf Kröger in die illuminierte Kirche Mariä Verkündigung ein. Gefolgt von Vertretern der beiden Lampertheimer Padfinderstämme Guy de Laigaudie und Kurfürst Friedrich III. von der Pfalz, denn ohne sie hätte dieser Gottesdienst keinen Sinn: Sie waren es, die nur wenige Stunden zuvor noch im Dom zu Mainz das Friedenslicht von Bethlehem in Empfang genommen hatten. Entzündet in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem findet das Licht jedes Jahr den Weg in viele Länder Europas.
„So wie die Nacht flieht vor dem Morgen, so wächst ein Licht in dir geborgen“, erklang es dann in der Kirche woraufhin das Licht von einem Gottesdienstbesucher zum nächsten weitergegeben wurde und die Kirche bald von warmem Kerzenschein erfüllt war.
Erstmals fand der Gottesdienst als ökumenische Feier statt. So durfte sich Rauch als Vertreter der katholischen Gemeinden in Lampertheim über die Mitwirkung seines Kollegen aus der evangelischen Martin-Luther-Gemeinde freuen. Unterstützung fanden Sie in Michael Koch aus dem Pfarrgemeinderat, der aus dem Jahresbericht 2018 der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung zitierte: Eine große Zahl an Ländern seien von Kriegen oder bewaffneten Konflikten betroffen. „Die gute Nachricht ist“, so Koch, „dass es im Jahr 2018 einen Rückgang von 31 auf 28 Konflikte gab.“ Menschen täten sich schwer mit dem Frieden, ergänzte Koch seinen Vortrag, doch es könne gelingen. „Dieses kleine Licht kann ein Anfang sein.“
Kröger lenkte den Blick vom Großen aufs Kleine: Auch in Familien, im Beruf und in der Schule gebe es unheilvolle Situationen. Im Gebet erbat er: „Schenke uns den Mut, auf andere Menschen zuzugehen und gemeinsam neuen Frieden zu schaffen.“ Rauch knüpfte an diese Bitte an: Es brauche auch Mut, sich selbst nicht zu verraten. „Mut haben wir, wenn Gott einen Platz in unserem Herzen hat.“
Abschließend hörte man bedächtig der Band Kristall zu: „… und das Friedenslicht soll leuchten wie Gold …“. Und nach einem kleinen Umtrunk vor den Kirchentoren trug man, teilweise gut gerüstet mit einer kleinen Laterne, das Licht zu sich nach Hause. An diesem Abend wurde Lampertheim ein kleines bisschen heller – und vielleicht auch ein kleines bisschen friedlicher. Nadine Schütz