Naturversuch für alternative Ufersicherungen in Lampertheim erhält Umweltpreis / Experten testen Belastbarkeit
Pilotstrecke wird international ausgezeichnet
Die neue Uferböschung aus Weidenspreitlage ersetzt die bisherige Steinschüttung. Foto: Wasserschifffahrtsamt Mannheim
LAMPERTHEIM – Die Pilotstrecke Lampertheim, ein Naturversuch für alternative Ufersicherungen am Rhein des Wasser- und Schifffahrtsamtes Mannheim wird offiziell mit dem Umweltpreis Supporter of Working with Nature ausgezeichnet. Dieser Preis wird von der PIANC (Permanent International Association of Navigation Congresses) für besondere bauliche oder gestalterische Maßnahmen verliehen, denen es gelingt, die Belange der Schifffahrt und Gewässernutzung mit den Interessen der Natur in Einklang zu bringen.
Dieses ist dem WSA Mannheim (WSA) mit der Versuchsstrecke zur technisch-biologischen Ufersicherung am Lampertheimer Rheinufer in überzeugender Weise gelungen, so die Begründung der Jury. Auf einem 1 Kilometer langen Uferabschnitt wurde, unter der Leitung von Herrn Marc Hannig und der fachlichen Unterstützung der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in Karlsruhe und der Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG) in Koblenz, die bisherige Steinschüttung durch biologische Materialien oder kombinierte technisch-biologische Bauweisen ersetzt. Dabei kommen zum Beispiel Weidensetzstangen, Reisigbündel und Totholz zum Einsatz. Sie schützen die Uferböschung heute vor den Belastungen aus der Schifffahrt und durch Hochwasser.
An der Pilotstrecke Lampertheim untersuchen und testen die Experten von WSA, BfG und BAW jetzt über 5 Jahre die hydraulische Belastbarkeit der Ufersicherung und die Entwicklung von Flora und Fauna. Die Erkenntnisse daraus sind Grundlage für Empfehlungen zur Ufergestaltung an schiffbaren Flüssen in ganz Deutschland. zg