Fr., 26. Februar 2016, 11:11 Uhr
ZAKB präsentierte Jahresabschluss 2015 - wirtschaftlich auf Erfolgskurs
Plastikabfälle im Biomüll ein Problem

Beim Jahrespressegespräch teilte der Vorsitzende der Verbandsversammlung Alfons Haag (links) mit, dass er für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung stehe. Der ZAKB-Verbandsvorstandsvorsitzende und Erster Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf (Mitte) und Geschäftsführer Gerhard Goliasch bewerteten den Jahresabschluss 2015 und die Perspektiven des ZAKB sehr positiv. Foto: Hannelore Nowacki
HÜTTENFELD – Der Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) hatte wie jedes Jahr zum Pressegespräch eingeladen, um seinen Jahresabschluss zu präsentieren. Der ZAKB-Verbandsvorstandsvorsitzende und Erste Kreisbeigeordnete Matthias Schimpf fasste das Ergebnis zusammen: „Das Jahr 2015 haben wir gut hinter uns gebracht“. Gute Nachrichten lassen sich aus den Zahlen ableiten. So bleiben die Gebühren stabil. Durch die Gebührenausgleichsrücklage werden Schwankungen in Zeiträumen von drei bis fünf Jahren aufgefangen, erklärte Schimpf, so dass jetzt schon feststehe, dass es auch im nächsten Jahr keine Erhöhung gebe. Am Gespräch letzte Woche am Freitag nahmen der Vorsitzende der Verbandsversammlung Alfons Haag und Geschäftsführer Gerhard Goliasch teil. Wie Haag mitteilte, werde er für eine weitere Amtszeit nicht mehr zur Verfügung stehen. Schimpf dankte Haag für die Zusammenarbeit – eine gebührende Verabschiedung werde es bei der nächsten Verbandsversammlung geben. Haag zeigte sich mit der „sehr guten Arbeit“ in den Verbandsgremien sehr zufrieden: „In der Vergangenheit sind vernünftige Entscheidungen getroffen worden“. Abseits der politischen Strömungen werde ausschließlich auf fachlicher Grundlage gearbeitet. In seinem Überblick wertete Schimpf positiv, dass die Container für Altkleider und Elektroschrott von der Bevölkerung gut angenommen werden. Geschäftsführer Goliasch machte auf das große Problem beim Biomüll aufmerksam – viele Plastiktüten durchsetzen das biologische Material. Beim Aktionstag am 10. Juli in Heppenheim sollen die Bürger Gelegenheit erhalten, dieses Problem am Originalbiomüll zu sehen. Seit der ZAKB die Entsorgung der Gelben Säcke übernommen habe, hätten sich die Zustände verbessert. Goliasch gab in seinem Überblick das geplante konsolidierte Jahresergebnis 2015 mit rund 500.000 Euro an, was deutlich besser ausfalle als geplant. Die Auflösung der Gebührenausgleichsrücklage werde zu einem prognostizierten Verlust führen. Aus den eingesammelten Abfallmengen ergebe sich ein stabiler Wert mit kleinen Abweichungen nach unten gegenüber dem Vorjahr beim Bioabfall (31.428 zu 29.628 Tonnen) und Papier (18.443 zu 17.975 Tonnen). Durch den heißen Sommer sei weniger Rasenschnitt angeliefert worden. Am großen Kuchen der kommunalen Einsammlung hat der Bioabfall mit 34 Prozent Mengenanteil das größte Stück neben dem Restabfall mit 36 Prozent, was die große Akzeptanz der in den 1990er Jahren eingeführten Bioabfallsammlung zeige. Papier komme auf 21 Prozent, der Sperrmüll auf 9 Prozent. Die bestehenden Sammelsysteme sollen optimiert werden: Der Ausbau der Wertstoffhöfe ist geplant und mehr Container für Altkleider und Elektrokleingeräte sollen auch in Kommunen wie zum Beispiel Lampertheim aufgestellt werden, die nicht Mitglied des ZAKB sind. Durch die Einführung der Telematik in den meisten Fahrzeugen können die Reklamationen reduziert werden, da auf die Tourdaten in Echtzeit zugegriffen werden könne. Daher können Kundenanfragen schon beim ersten Anruf beantwortet werden. Auf dem alten Deponiegebiet im Bauabschnitt III sei die Rekultivierung bei endgültiger Oberflächenabdichtung abgeschlossen. Im Januar 2016 seien etwa 1.300 überwiegend heimische Sträucher gepflanzt worden, die durch etwa tausend laufende Meter Zaun gegen Wildverbiss geschützt werden. Die Abdichtung im Bauabschnitt IV der 2005 stillgelegten Deponie soll nach der geplanten Einreichung der Genehmigungsunterlagen beim Regierungspräsidium Darmstadt im Jahr 2017 beginnen. Der Wertstoffhof Biblis soll am Standort ausgebaut und befestigt werden. Die Mitgliedschaft weiterer Kommunen werde angestrebt - Gespräche werden auch mit der Stadt Lampertheim geführt. Zentrale Aufgabe des ZAKB sei die Beseitigung und Verwertung kommunaler Abfälle aus dem Kreis Bergstraße und die konsequente Nutzung regenerativer Energiepotenziale aus Abfällen. Als Erfolgsmodell nannte Goliasch das Nahwärmenetz für das Kreiskrankenhaus, das zu 100 Prozent vom ZAKB versorgt werde, wobei die Wärmeerzeugung zu 90 Prozent aus erneuerbaren Energien bestehe. Bei der Brennstoffaufbereitung 2015 wurden knapp 16.000 Schüttraummeter Holzbrennstoff aufbereitet, was einer Einsparung von 1,3 Millionen Litern Heizöl entspreche. Zukünftig soll das Kreiskrankenhaus in Heppenheim mit Kälte beliefert und das Netz insgesamt erweitert werden. Übriges Brennstoffmaterial wird vermarktet. Hannelore Nowacki