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  • Mo., 05. Dezember 2022, 10:00 Uhr
    SPITZENGESPRÄCH: Mittelstandsvereinigung Südhessen und Bergstraße trifft Handwerkskammer Frankfurt/Rhein-Main

    Politik soll Handwerk entlasten

    Mittelständler und Handwerker im Gespräch: MIT-Ehrenvorsitzender Werner Hartmann, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, Christoph Riess, MIT- Bezirks- und Kreisvorsitzender Landrat a.D. Matthias Wilkes und der stellvertretender Kreisvorsitzende der MIT-Bergstraße, Stefan Griesheimer. Foto: oh


    KREIS BERGSTRASSE – Die Vorstände der Mittelstandsvereinigung Südhessen und Bergstraße (MIT) trafen sich zu einem Spitzengespräch mit der Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main und der Kreishandwerkerschaft Bergstraße.

    „Die Handwerksbetriebe sind alle Mittelständler und gehören damit zur Kerngruppe derjenigen, die wir mit unserer politischen Arbeit unterstützen wollen,” so der Bezirks- und Kreisvorsitzende der MIT Südhessen und Bergstraße, Landrat a.D. Matthias Wilkes.

    Gerade im Hinblick auf die Energiekrise und den harten bevorstehenden Winter sind die Mittelständler, wie schon in der Corona-Krise diejenigen, die in besonderer Weise betroffen sind. Sie kommen nicht in den Genuss vieler staatlicher Privilegien, die teilweise nur für große Unternehmen gelten. „Am Verhandlungstisch um diese gesetzlichen Lösungen in Berlin blieb der Stuhl des Mittelstandes leer”, so Bezirksvorsitzender Matthias Wilkes, „das ist für sich genommen schon ein Skandal, wenn man sich überlegt, dass von der Politik oft in Sonntagsreden darauf verwiesen wird, dass der Mittelstand und damit als wichtiger Teil davon auch das Handwerk das Rückgrat der deutschen Wirtschaft sei.”

    Im Hinblick auf die Förderung und Unterstützung von Handwerksunternehmen im Kreis Bergstraße wurde auf das deutschlandweit viel beachtete „Bergsträßer Modell” verwiesen, welches Landrat Matthias Wilkes in seiner Abendzeit initiierte und über welches bei der umfassenden Sanierung der Bergsträßer Schulen allein 40.000 Aufträge an die Handwerker in die Region gingen.

    Der Hauptgeschäftsführer Frankfurt, Handwerkskammer Frankfurt Rhein-Main, Christoph Riess, verwies darauf, dass die Zahl der Auszubildenden in den Handwerksbetrieben in den letzten Jahren von 10.500 auf 8.846 pro Jahr zurück gegangen sei, obwohl Handwerker händeringend junge Auszubildende suchen. „Wir brauchen von allen politischen Kräften Unterstützung für das Bewusstsein und die Kenntnis, dass auch im Bereich des Handwerks hoch anspruchsvolle Arbeitskräfte mit exzellenten beruflichen Perspektiven geboten wird und es nicht das Ziel sein kann, allen Schülern zu einer akademischen Ausbildung zu verhelfen. Manches Misserfolgs Erlebnis auf diesem Weg hätte durch eine bodenständige Ausbildung und eine Karriere im Handwerk vermieden werden können”, so Christoph Riess. Riess rief die Politik dazu auf nicht nur den Computer in den Mittelpunkt von Unterricht zu stellen, sondern auch wieder das klassische Fach “Werken”, mit welchem Schüler für das Handwerk interessiert werden können, zum Unterrichtsfach zu machen.

    Gemeinsam mit Christoph Riess riefen die Mittelständler die Politik auf allen Ebenen dazu auf, gerade die kleineren Unternehmen von immer weiteren Bürokratiekosten zu entlasten. “Es kann nicht sein, dass der Chef eines Handwerksunternehmens sich einen halben Tag um Formulare und bürokratische Korrespondenzen kümmern muss, um sich erst dann seinem eigentlichen Job zuwenden zu können!”, so MIT- Bezirksvorsitzender Matthias Wilkes. zg

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