Di., 09.12.2025
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Di., 11. November 2025, 14:40 Uhr
    VOLKSBÜHNE LAMPERTHEIM: Die neue Mundartkomödie „Kawia driffd Kerriwoaschd“ begeisterte Premierenpublikum in der Notkirche

    Pralles Leben und vergnügliche Verwandlung der Eckkneipe

    In der Eckkneipe von Wirtin Lydia (Stephanie Seelinger) geht es rund. Dafür sorgen nicht nur ihr Lebensgefährte Blimsche (Frank Burkhardt), auch Boajamoaschda Dieter Pfeiffer (Frank Griesheimer) mit seiner Fraa Barbara mischen kräftig mit.
    Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Die Volksbühne hat mit dem neuen Mundartstück einen Volltreffer auf das Lachzentrum des Publikums gelandet. Was aber nicht weiter verwundert, denn Mundartstücke sind seit Jahrzehnten die Erfolgsgarantie der Lampertheimer Volksbühne. Die Vorführungen sind erwartungsgemäß ziemlich ausverkauft, wie es um Rest- und Einzelkarten steht, lässt sich auf der Homepage www.volksbuehne-lampertheim.de erkunden. Jedenfalls ist Eile angesagt. Während bei der Premiere des neuen Mundartstücks mit dem Titel „Kawia driffd Kerriwoaschd“ am Samstagabend auf der Bühne der Notkirche bisweilen dramatisch-witzigen Szenen und kernige Entwicklungen zu sehen waren, konnte sich das Publikum gemütlich zurücklehnen und heitere Stunden erleben. Mit dem Loblied von Udo Jürgens auf „die kleine Kneipe in unserer Straße“ stimmte die Volksbühne das Publikum auf das Erlebnis  ein. Anlässe für Applaus waren reichlich geboten - am Ende klatschten die Zuschauer anhaltend und erhoben sich schließlich als Zeichen besonderer Begeisterung von den Stühlen. Im Original von Winnie Abel heißt der Schwank in drei Akten „Kaviar trifft Currywurst“ – die  Übersetzung in Lampertheimer Mundart von Michael Swietlicki brachte lokales Flair zur Geltung, wobei Anklänge an bekannte Personen und Vorgänge natürlich frei erfunden, rein zufällig und nicht beabsichtigt sind wie es im Programmfaltblatt heißt. Doch hat sich die Volksbühne von der früheren Kneipe mit dem Namen „Zur Gießkanne“ in der Nähe des damaligen evangelischen Krankenhauses inspirieren lassen, die manchen Lampertheimern noch in Erinnerung ist. Eine grüne Gießkanne auf der Bühne im linken Winkel war ein dezenter Hinweis. Als appetitliche Nebenwirkung dieses Stücks kann sich durchaus ein stärkeres Verlangen nach Currywurst einstellen, wie Zuschauer bereits bemerkten, aber nur in der guten Qualität von Lydia Zodd, der Wädding vun de Gießkoann. 

    Das Publikum amüsierte sich prächtig und spendete immer wieder spontan Applaus.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Wenn das Ende überraschend kommt

    Kurzweilig gestaltete sich die Dramaturgie mit überraschenden Entwicklungen und Darstellern, die allesamt in ihren Rollen glänzten und die zugeschriebenen Charaktere auf köstliche Art ausfüllten. Manche sogar mit Auffüllung der Körperformen zur authentischen Darstellung und zum Vergnügen des Publikums mit starkem körperlichem Einsatz. „Um was dasses gejd“ hat die Volksbühne auf ihrer Homepage und auf dem Programmfaltblatt, das auf den Stühlen auslag, bereits weitgehend bekanntgemacht. Auch der TiP hatte berichtet, dass die Gießkanne nicht gut läuft, auch wenn die Stammgäste, der redselige Uwe (Michael Swietlicki) und der Hoiner als stiller Beobachter mit der vielsagenden Mimik (Klaus Jenner) das Bier gut laufen lassen. Auch  Mandy Maischein (Christine Kern) ist ausdauernd und zudem der wohlhabenden Männerwelt zugeneigt. Wenn der vom Wahlkampf gestresste Bürgermeister Dieter Pfeiffer (Frank Griesheimer) in der Kneipe auftaucht, kann es Ärger oder Zwischenfälle geben. Seine Fraa Barbara Pfeiffer (Heike Tschirner) greift ein und überrascht mit ihrem kreativen Bekleidungsstil. Wirtin Lydia (Stephanie Seelinger) hat zum Glück ihren Gerd Blumenschein an ihrer Seite, liebevoll Blimsche (Blümchen) genannt, der jede Situation auf seine Weise meistert. Dumm nur, dass der Geldgeber, Lydias Cousin und neureicher Lebemann, der Prinz Harry von Anhalt (Sven Soldan) glaubt, er habe sein Geld in ein Edellokal gesteckt. Locker steckt seine kapriziöse Freundin Heike (Saskia Fischer) sein Geld weltweit in Shoppingerlebnisse. Später kreuzen sich schicksalhaft die Wege der strengen Feinschmecker-Testerin Johanna von der Lafer (Traudel Krause) und der Nachbarswirtin Geli Boxheimer vom Woischlössl. Doch allzu viel soll nicht verraten werden. Für Frisuren und Maske ist Heike Tschirner meisterhaft zuständig – wahrscheinlich ist, dass die Darsteller im richtigen Leben ganz anders wirken. Für die leisen Töne am Rande (wenn überhaupt) sorgen die Suffleusen Angelika Jenner und Angelika Kessler. Das stimmige Bühnenbild mit echtem Kneipenmobiliar ist das Gemeinschaftswerk von Inge Andres, Nicole Karb, Peter Karb, Wolfgang Kessler, Dieter Weidenauer, Charly Hartnagel, Sven Huthmann, Kevin Krause und Roman Krause. 

    Hannelore Nowacki

     

     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige 3 Anzeige - 2Anzeige 3 Anzeige - 2