Ausstellung der KIL im Rahmen des Kultursommers Südhessen bis 12. Oktober / Eröffnung mit Vernissage
„Primadonna“ künstlerisch gestaltet
Die KIL-Mitglieder gemeinsam mit den beteiligten Gastkünstlern der Ausstellung „Primadonna”. Foto: Sigrid Samson
LAMPERTHEIM – „Primadonna“ lautet der Titel einer besonderen Ausstellung der Künstlerinitiative Lampertheim (KIL), die am vergangenen Wochenende mit einer Vernissage offiziell eröffnet wurde.
Eine vielfältige und äußerst interessante Ausstellung erwartete die Besucher im ehemaligen Postamt des Lampertheimer Stadtteils Hofheim. Die Gäste durften gespannt sein, welche Ideen die teilnehmenden Künstler zu dem Thema umgesetzt hatten. Die KIL-Mitglieder wollen in ihrer Ausstellung dem Publikum die Dramatik des Themas „Primadonna“ vor Augen führen mit den dazugehörigen Aspekten wie Glamour und Elend, Kunst und Show, Kampf, Intrige und Verzweiflung. Gefühle und Vorurteile in unterschiedlichsten Präsentationen aufzuzeigen war das Ziel – was auf hervorragende Art und Weise gelungen ist.
Zur Eröffnung der Vernissage am Samstagabend begrüßte KIL-Mitglied Bernd Kalusche nach einem kleinen Sektempfang die zahlreich erschienenen Gäste, darunter auch Bürgermeister Gottfried Störmer und Kulturamtsleiter Rolf Hecher mit ihren Gattinnen. Kalusche ging kurz auf die historischen Hintergründe und den gegenwärtigen Sinn des Primadonnen-Begriffs ein.
Aus der Zeit vor etwa 400 Jahren, in der die Rolle der Frauen auf der Opernbühne eine völlig andere war, entwickelte sich eine Primadonnen-Kultur mit ungeahnten Ausmaßen der Rivalität, Geltungssucht, Zickenkrieg und Diva-Gehabe – mit Gesang, Schauspiel und Leidenschaft, Drama und Hysterie. Was geblieben ist, ist die abfällige Bemerkung, allerdings mit glamourösem Nebeneffekt: die Primadonna. Die letzte große Primadonna der Opernwelt war Maria Callas. „Wenn wir genauer hinsehen, gibt es Primadonnen immer noch“ merkte Kalusche an, „allerdings in anderer Form“, nämlich als Frauen oder Männer, die sich durch Vorurteile ihren Lebensweg nicht verbauen lassen, zu sich selbst stehen und gewisse Verhaltensweisen kritisch hinterfragen.
Der Auftritt vonThea Metzger in einem kunstvollen Ballkleid aus Satinstoff mit Metall sorgte für Überraschung bei den Gästen. Als Model präsentierte sie auf dem ausgelegten roten Teppich das Werk von KIL-Mitglied Bernhard Hossner. Gepresste und lackierte Kronkorken verzierten das lila-pinkfarbene Unterkleid. Daniel Grein sorgte mit seiner Gitarre für angenehme musikalische Untermalung während der Veranstaltung. Gastkünstlerin Ulrike Grimm präsentierte in passendem Outfit gemeinsam mit den Lampertheimer Künstlern der KIL ihre Werke zum Thema „Primadonna" bei der Vernissage. Foto: Sigrid Samson
Zu bestaunen gab es auch eine Holzskulptur von Hossner mit dem Namen „Trio“, zu dem es ein passendes Bild in leuchtenden orange-grünen Farbtönen auf pinkfarbenem Untergrund gab. „Es war nicht einfach, aus Holz das Thema umzusetzen“ gab Hossner bekannt; allerdings brachte auch sein Werk „Kleiner König“, ein weiß lasiertes Holzobjekt aus Zedernholz, die Gäste zum Staunen – ein Beweis für eine gelungene künstlerische Umsetzung des Themas. Grafik und Malerei, sowohl gegenständlich als auch abstrakt, waren von Bernd Kalusche zu sehen, darunter das Werk „Opera“ und „Walkürenritt“. Aus Beton mit Blattgold zeigte Anette Jansen beeindruckende experimentelle Arbeiten. „Bühne frei“ stellte eine Figur mit Krone und einem Notenblatt in der Hand dar. Die Skulptur „große Robe – pfauengleich“ aus Treibholz mit Beton begeisterte ebenfalls die Betrachter. Kissel-Eltrop hingegen verband in ihren ausgestellten Werken Kunstharz mit Malerei. Mehrere faszinierende Gemälde waren daraus entstanden.
Des Weiteren zeigten Künstler der badischen Gruppe „wieArt“, ein Zusammenschluss von über 100 freien Künstlern aus der Rhein-Neckar-Region, ihre Arbeiten: Gisela Adis, Barbara Berger, Ulrike Grimm, Sylvia Markgraf, Mikael Vincelj, Uli Völker und Dinara Daniel waren hier mit von der Partie. Eine elektrische Primadonnen-Lampe der Gastkünstlerin Dinara Daniel beeindruckte die Gäste ebenso wie ein Acrylgemälde mit einer Skulptur auf Leinwand von Ulrike Grimm von „wieArt“.
„Gekrönte Häppchen“ wurden den Besuchern zum Verzehr gereicht. Auch am Folgetag war die Ausstellung von 14 bis 18 Uhr zu sehen – die Künstler standen für Fragen gerne zur Verfügung. Die Ausstellung ist jeweils donnerstags ab 18 Uhr und nach Vereinbarung noch bis zum 12. Oktober in der Schulstraße 4 im Stadtteil Hofheim geöffnet - ein Besuch lohnt sich. Sigrid Samson