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  • Mo., 16. August 2021, 11:26 Uhr
    Hessen-Tour 2021: „Radfahren gemeinsam neu entdecken“ startete in Lampertheim

    Projekt E-Rikscha brachte 180 Passagieren Fahrspaß

     

    Bürgermeister Gottfried Störmer und Spargelkönigin Alina-Sophie I. freuten sich mit den anderen Passagieren in sechs E-Rikschas auf die Fahrt durch Lampertheim. Fürs Foto hatten Dirk Dewald vom Stadtmarketing (links) und Daniela Kinkel vom Vorstand „Radeln ohne Alter“ in einer Rikscha Platz genommen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Rikscha-Fahren in Lampertheim war in den vergangenen zehn Wochen für 180 Passagiere ein besonderes Erlebnis. Während die ehrenamtlich in die Pedale tretenden Pilotinnen und Piloten dank des elektrischen Antriebs immer mit Rückenwind fuhren, hatten die Passagiere den Fahrtwind in den Haaren. Genauso war das Gemeinschaftsprojekt von Stadtmarketing, Seniorenbeirat und Turnverein Lampertheim auch geplant, ganz nach dem Motto „Jeder hat ein Recht auf Wind in den Haaren“, das sich der deutschlandweit aktive Verein „Radeln ohne Alter“ auf die Fahnen geschrieben hat. Die Passagiere konnten Wunschziele auf Lampertheimer Gemarkung wählen oder erlebten vergnügliche Ausflüge in die Natur rund um die Stadt und im Biedensand. Spaß machte auch das Fahren, wie Ute Striebinger, Vorsitzende des Seniorenbeirats und aktive Pilotin, immer wieder berichtete. Allerdings wären die schönen Erfahrungen für die Passagiere und Piloten gar nicht möglich gewesen, wenn sich die Stadt Lampertheim auf Initiative von Dirk Dewald vom Stadtmarketing nicht für das Projekt E-Rikscha beworben hätte, das machte Ute Striebinger in ihrer Wortmeldung dankbar deutlich. Mit ihrer Idee einer Leih-Rikscha hatte sie bei Stadtmarketing tatkräftige Unterstützung gefunden. Am Samstagmittag machte sie sich mit der Lampertheimer E-Rikscha und zwei Passagieren ein letztes Mal auf den Weg durch die Stadt zum Biedensand, glücklich strahlend wie auch weitere Pilotinnen und Piloten, die zum Abschluss der Leihphase zum Europaplatz gekommen waren. An diesem glutheißen Sommertag kam der Fahrtwind sehr gelegen. Zugleich war das Treffen mit Bürgermeister Gottfried Störmer, Dirk Dewald vom Stadtmarketing, Vertreterinnen des Vereins „Radeln ohne Alter“ und erwartungsvollen Passagieren der Startpunkt der zweiwöchigen Aktionstour im Rahmen von „Radfahren GEMEINSAM neu entdecken“, ein Programm des Landes Hessen. Die Radler vom Verein „Radeln ohne Alter“ starteten am Sonntagmorgen ohne Passagiere zum nächsten Halt in Darmstadt, wo sie älteren und in ihrer Mobilität eingeschränkten Menschen ebenfalls für anderthalb Stunden Gelegenheit boten, einen Ausflug in die nähere Umgebung zu unternehmen. Ziel der Tour ist die Teilhabe an mehr Mobilität und Fahrradfreude für alle, die nicht selbst für Wind in den Haaren sorgen können. Auf einer Strecke von rund 555 Kilometern werden die sechs E-Rikschas Alten- und Pflegeeinrichtungen in 14 Städten anfahren, darunter Wiesbaden, Frankfurt und Kassel zum Abschluss. Dem Verein und den ehrenamtlichen Fahrern wurden diese E-Rikschas vom Land Hessen zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen (AGNH) zur Verfügung gestellt. Daniela Kinkel vom Vorstand des Vereins „Radeln ohne Alter“ und Geschäftsführerin Caroline Kuhl hatten am Infostand mit der Arbeitsgemeinschaft Nahmobilität Hessen auf den Europaplatz Broschüren und allerlei Nützliches zum Radfahren mitgebracht und erläuterten die Tour im Pressegespräch, die der Verein im Auftrag des hessischen Innenministeriums durchführt. Bürgermeister Störmer dankte Ute Striebinger und Dirk Dewald für ihren Einsatz und betonte seine Freude, dass Spargelkönigin Alina-Sophie I. erstmals nach langer Zeit wieder einen offiziellen Termin hatte. Störmer hofft nun, dass es mit weiteren Sponsoren in Lampertheim gelingt, eine eigene E-Rikscha anzuschaffen. Dazu käme dann noch die Organisation und eine Anzahl Piloten. Ein Kreis von 30 ehrenamtlichen Piloten hatte sich in den vergangenen zehn Wochen zur Verfügung gehalten, 15 waren aktiv unterwegs. Sie erhielten als Dankeschön einen Stoffrucksack von Nahmobilität mit Inhalt mit Kleinigkeiten rund ums Fahrradfahren. „Für mich geht heute ein Traum zu Ende“, meinte Ute Striebinger. Doch kann eine Fortsetzung Wirklichkeit werden, gab Dirk Dewald bekannt, wenn nämlich die Summe von aktuell 5.000 Euro aus bisherigen Spendeneingängen und die Beiträge zweier Sponsoren auf 10.000 Euro aufgestockt werden könnten. Obwohl die Fahrten kostenlos waren, hätten viele Passagiere gerne eine Spende gegeben, hob Dewald hervor. Zu bedenken wäre noch das organisatorische Thema, denn die Erfahrungen aus den zehn Wochen hätten gezeigt, dass eine halbe Stelle nötig wäre. Dem TV Lampertheim sprach er seinen Dank aus, dass Philip Bauer, der beim TV sein Freiwilliges Soziales Jahr leistet, die Organisation übernehmen konnte. Hannelore Nowacki

    Ein Dach über dem Kopf und Fahrtwind in den Haaren versprachen auch bei sommerlicher Hitze eine vergnügliche Ausfahrt. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

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