Do., 21. April 2016, 10:09 Uhr
Energie-Forschungsprojekt Modellstadt25+: Einbeziehung von Lampertheimer Unternehmen und Hauseigentümern mit Photovoltaik-Anlage
Projektteam befragt Unternehmen und Solarbetreiber
LAMPERTHEIM - Das Energie-Forschungsprojekt „Modellstadt25+ / Lampertheim effizient“ befindet sich auf der Zielgeraden. Noch bis Ende November läuft das von der Stadt Lampertheim gemeinsam mit der EnergyEffizienz GmbH und der RWTH Aachen getragene Projekt. Projektziel ist, ein Planungsverfahren für die Energieversorgung in Kommunen zu entwickeln und zu erproben. Mit dem Verfahren errechnet das Projektteam wirtschaftlich und ökologisch optimierte Maßnahmen für Gebäude und Quartiere.
Nachdem in den ersten Projektjahren die Entwicklung des Planungsverfahrens im Mittelpunkt stand, rückt nun die Anwendung auf die Stadt Lampertheim in den Fokus. In den nächsten Monaten plant das Projektteam für sämtliche Quartiere der Lampertheimer Kernstadt optimierte Sanierungsvorschläge zu entwickeln. Am Ende des Projekts soll so ein Energiekonzept für die Stadt stehen, das auch eine Energiebilanz beinhaltet. In der Bilanz wird dargestellt, wie viel Strom und Wärme in Lampertheim verbraucht und erzeugt wird – und wie sich diese Werte im Falle der baulichen Umsetzung der entwickelten Sanierungsvorschläge verändern. In den nächsten Tagen werden bei rund 50 ausgewählten Lampertheimer Unternehmen und Hauseigentümern mit Photovoltaik-Anlage postalische Interview-Anfragen des Projektteams eintreffen. Ziel der Befragung ist, die besagte Energiebilanz um eine Abschätzung des Flexibilitätspotenzials im Strombereich zu erweitern. Angesichts des Ausbaus von Windkraft- und Solaranlagen werden sich in den nächsten Jahren Zeiten mit großem und Zeiten geringem Stromangebot abwechseln. Um dies mit der Stromnachfrage in Einklang zu bringen, ist Flexibilität sowohl auf Erzeugungs- als auch auf der Nachfrageseite notwendig. „Für die Befragung haben wir Unternehmen ausgewählt, bei denen eine flexible Stromnutzung möglich erscheint – von Kfz-Firmen über Bäckereien und Lebensmittelhandel bis hin zum Maschinenbau. Bei den Solarbetreibern sind aus jedem Jahrgang seit 2001 die beiden leistungsstärksten Anlagen vertreten“, erläutern Bau-Fachbereichsleiter Raimund Rinder von der Stadt Lampertheim und Projektleiter Philipp Schönberger von der EnergyEffizienz GmbH. Das Projektteam hofft auf eine gute Resonanz der Adressaten, um aussagekräftige Daten erheben und auswerten zu können. zg