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  • Mo., 17. Februar 2014, 12:44 Uhr
    Katastrophenschutzübung von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk

    Pumpaktion gegen volle Gräben im Bruch

    Bürgermeister Gottfried Störmer ist beim Rundgang mit den Projektleitern an der der riesigen Havariepumpe des Technischen Hilfswerks angekommen. Diese Pumpe, auf einen Hänger montiert, ist mit drei sehr dicken Schläuchen verbunden. Ohne Körpereinsatz geht es jedoch nicht: Ein THW-Mann muss tief unten im Graben im Schlamm wühlen, um eine Verstopfung zu beseitigen. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Kleingärtner und Landwirte im Lampertheimer  Bruch leiden in diesem Winter besonders unter den Wassermassen. Mit leistungsfähigen mobilen Pumpen halfen die Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Lampertheim und der Ortsverband des Technischen Hilfswerks dem Wasser im Grabensystem beim Abfließen. Die gemeinsame Katastrophenschutzübung von Feuerwehren und THW stand unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Klaus Reiber und THW-Zugführer Manuel Iden. Die Projektleitung der Stadt liegt bei Raimund Rinder, Leiter des Fachbereichs Bauen, Liegenschaften und Umwelt. Schon zwei Stunden nach Beginn der Pumpaktion am Samstag früh ab acht Uhr zeigte sich ein Erfolg: Der Wasserpegel in einigen Gräben im Lampertheimer Bruch an der Kleingartenanlage und am Bahnviadukt war um etwa 30 Zentimeter gesunken, der dunkle Schlamm an den steilen Uferböschungen machte es sichtbar.

    Der Wasserpegel ist hier nach zwei Stunden schon um dreißig Zentimeter gesunken. Bürgermeister Gottfried Störmer spricht mit den Übungsleitern der Pumpaktion, Stadtbrandinspektor Klaus Reiber (links) und Manuel Iben vom THW. Foto: Hannelore Nowacki


    In dicken Schläuchen wurde das Wasser angesaugt, viele hundert Meter Schläuche säumten die Wege. An neun Messpunkten vom Bahnviadukt bis zur Bundesstraße 44 wurde bis Sonntagabend auch nach dem Abschalten der Pumpen weiter gemessen. An acht Messstellen wurde der Wasserstand sogar stündlich kontrolliert, erklärte Rinder. Auf 14 Stunden war die Pumpaktion angelegt. Eine erste Auswertung der Erkenntnisse wird der Stadtverordnetenversammlung voraussichtlich schon zur Sitzung am 21. Februar vorliegen. Dabei wird es darauf ankommen, woher das Wasser im Grabensystem kommt - ist der Regen schuld oder drückt das Grundwasser nach oben? Liegt es am Grundwasser, wären der Stadt Lampertheim die Hände gebunden – eine Absenkung darf sie nicht vornehmen. Bürgermeister Gottfried Störmer hatte am Samstagvormittag zu einem Pressegespräch vor Ort eingeladen. Gummistiefel waren die geeignete Ausrüstung. Bei einem Rundgang von der Pumpstation an der Kleingartenanlage über die Brücke am Hollerngraben bis zum Bahnviadukt gaben die drei Projektleiter Auskunft über die Pumpaktion. Erster Stadtrat Jens Klingler war mit Familie zum Bahnviadukt gekommen. Doch nur wenige Bürger hatten sich bei dem grauen Regenwetter zu einem Ausflug in den Bruch entschlossen. Bürgermeister Störmer berichtete, dass die Stadtverwaltung bereits vor einigen Wochen in Zusammenarbeit mit einer beauftragten Firma die Gräben gesäubert hatte. Mit Hilfe der aktuellen Pumpaktion sollte die angestaute Wassermenge in den Altrhein abließen können. In mehreren Schichten waren jeweils über 30 Feuerwehrleute und THW-Kräfte im Einsatz. Stadtbrandinspektor Reiber erklärte den Übungsablauf. Eine Mannschaft sei ständig unterwegs, um die Gräben zu kontrollieren. „Im Moment sieht es gut aus“, stellte er zufrieden fest. „Aber jetzt schon muss Kraftstoff nachgefüllt werden“. An der Brücke wird deutlich, was auch passieren kann: Unrat und verklumpter Schlamm kann die Ansaugstellen verstopfen. Ein Mann vom THW zwängt sich in einen auch vor Kälte schützenden Schmutzwasser-Arbeitsanzug und steigt in den Graben hinab. Mit Händen und Spaten holt er mühsam den Dreck heraus. An der Brücke am Hollerngraben, es ist die Einsatzstelle 3, hatte das THW eine riesige Havariepumpe für Großschadenslagen im Einsatz, die maximal 5.000 Liter in der Minute fördern kann. An der Einsatzstelle 2 verrichtete  eine Vorbaupumpe vom Löschfahrzeug 8 (LF8) der Feuerwehr ihre Arbeit. Am Bahnviadukt, der Einsatzstelle 1, hatte die Feuerwehr drei Pumpen im Einsatz, darunter eine Tragkraftspritze TS 16. Die Einsatzkosten für ihre Freiwilligen Feuerwehren trage die Stadt Lampertheim, erklärte Bürgermeister Störmer, nicht jedoch die Übungskosten für das THW. „Das ist immer ein Geben und Nehmen – zum Beispiel hat die Stadt Lampertheim im letzten Sommer das THW-Jugendzeltlager  unterstützt“. Hannelore Nowacki

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