Stadtprinzessin Sandra II. siegt im Duell gegen die wilde Babsi
Rathaussturm im wilden Westen
Unter dem Motto „5 vor 12 wir atmen auf – die wilde Babsi räumt heut auf“ verteidigte die Belegschaft, wenn auch regelmäßig erfolglos, das Rathaus. Foto: Eva Wiegand
BÜRSTADT - Chancenlos war die die Belegschaft bei der Verteidigung ihres Rathauses auch in diesem Jahr. Pünktlich um 17.11 Uhr setzte sich der Narrentross gen Rathaus in Bewegung und eröffnete das Feuer mit verbalen Attacken, denen die Retourkutschen des Rathauses allerdings in nichts nachstanden. Die filmreife Kulisse, untermalt mit der passenden Musik, unter anderem "Spiel mir das Lied vom Tod", versetzte alle Zuschauer in den wilden Westen, die Kostüme der Rathausbelegschaft tat ihr übriges: neben dem Sheriff, stellten sich auch die Dalton Brüder, Lucky Luke, Django, viele weiter Cowboys und unzählige Bardamen breitbeinig auf, um ihr Rathaus zu verteidigen, allen voran Hauptamtsleiter Michael Molitor, der in die Rolle des "Der Schuh des Manitu"-Bösewichts Santa Maria geschlüpft war. Sandra Beilstein von der Vereins AG hatte wiederum zahlreiche Narren in der Rückhand, die angeführt wurden vom Spielmannszug der Feuerwehr Bürstadt/ Hofheim und siegessicher Einlass forderten. „Wie jedes Joahr, dess wär doch gelacht, üwwernimmt unsere Prinzessin in gooonz Bäschdadt die Macht. Um diese Macht demonstriere zu könne, dutt sie glei den Stadtschlüssel vun eich üwwernemme“, meinte Beilstein, was Santa Maria allerdings gleich mit: „Ich glaab eich geht´s net gut, mit Fastnacht henn mä üwwerhaupt nix am Hut. Haut ab, un dutt eich rückwärts zum Ausgang bewege, sonst loss ich eich do vum Platz weg fege“ parierte. „Der Stadtschlüssel is unser höchstes Gut, den tue mä verteidige, wanns soi muss bis uffs Blut“. Gesagt und genug geredet, da trat die Geheimwaffe „Wilde Babsi“ im Duell gegen die Stadtprinzessin Sandra II. an. Am Pokertisch hatte die Bürgermeisterin noch die Nase vorn, die anderen beiden Duelle, Wasserspistolenschießen und Hufeisenwerfen, entschied die Stadtprinzessin unter lautem Gejohle für sich. Damit auch alles amtlich wurde schwenkte die Rathauschefin die weiße Fahne und rückte, wenn auch unter Protest, den Schlüssel raus, dann verkündete Sandra II. ihre elf närrischen Paragrafen. Ab sofort solle der Narrengruß Helau gelten, auch die Verkehrsvorschriften setzte sie für das Prinzessinnen-Mobil außer Gefecht. Außerdem ordnete sie an, keine Strafzettel an närrische Parksünder zu verteilen und forderte Sekt statt Kaffee für die Rathausbelegschaft sowie bezahlten Urlaub für aktive Fastnachter. Und so ticken nun bis Aschermittwoch die Uhren auch im Rathaus anders. Eva Wiegand