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Mo., 25. April 2016, 22:28 Uhr
Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bürstadt
Rauchmelder in der Wohnung retten Leben durch frühe Warnung
Im Gruppenbild mit den geehrten Einsatzkräften: Die Feuerwehrführung mit Stadtbrandinspektor Uwe Schwara (links), Stellvertreter Burkhard Jakob (3. v. rechts), Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller (5. v. rechts), MdL Alexander Bauer (links) sowie Bürgermeisterin Barbara Schader und Erster Stadtrat Walter Wiedemann. Foto: Hannelore Nowacki
BOBSTADT – Zur gemeinsamen Jahreshauptversammlung der drei Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Bürstadt mit den Feuerwehren Bürstadt Mitte, Bobstadt und Riedrode am Samstagabend in der Feuerwache Bobstadt waren alle Aktiven der Einsatzabteilungen, die Angehörigen der Ehren- und Altersabteilungen und die Angehörigen des Musikzuges eingeladen. Das Tragen der Uniform war erwünscht. Die Stadt Bürstadt wurde von Bürgermeisterin Barbara Schader und Erstem Stadtrat Walter Wiedemann repräsentiert. Mehrere Lokalpolitiker waren der Einladung gefolgt. Landtagsabgeordneter Alexander Bauer (CDU) meldete sich später als Gast zu Wort, um die Leistungen der Feuerwehren aus Sicht eines für seine Sicherheit dankbaren Bürstädter Bürgers zu würdigen. Stadtbrandinspektor Uwe Schwara und sein Stellvertreter Burkhard Jakob waren als Führungskräfte anwesend. Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller führte die Ehrungen für die Einsatzkräfte im Katastrophenschutz durch, Bürgermeisterin Schader überreichte die Anerkennungsprämien mit Ehrenurkunden und Bandschnallen als Zeichen der Anerkennung für langjährigen aktiven Dienst im Auftrag des Innenministers des Landes Hessen. Dem offiziellen Teil folgte ein gemütliches Beisammensein mit Imbiss.
Feuerwehr als Lebensretter und Helfer in der Not
Zu 124 Einsätzen wurden die drei Bürstädter Feuerwehren im letzten Jahr gerufen. Das waren zwar 23 weniger als in den Vorjahren, jedoch nicht weniger Brandeinsätze. Stadtbrandinspektor Schwara hob die Bedeutung der Rauchmelder in Haus und Wohnung hervor, die durch frühzeitige Warnung Leben retten und eine größere Brandausbreitung verhindern können. Unter den 59 Brandeinsätzen waren zwölf gelöschte Feuer, acht Kleinbrände, sechs Mittelbrände und zwei Großbrände. Zusätzlich waren 65 Hilfeleistungen zu bewältigen wie 18-mal Unterstützung des Rettungsdienstes, bei acht Verkehrsunfällen und zweimaligem Sturmeinsatz. Achtmal musste eine Tür geöffnet werden. Bei den Einsätzen konnten 21 Personen gerettet werden und 24 waren verletzt, doch für weitere neun Menschen kam jede Hilfe zu spät. 1.804 Arbeitsstunden waren zusammengekommen. Für diese geleistete Arbeit „für das Allgemeinwohl unserer Bevölkerung“ dankte Schwara den Kameradinnen und Kameraden. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Fehlalarme durch Brandmeldeanlagen wieder angestiegen und damit die Arbeitsbelastung. Auslöser waren defekte Einzelmelder oder „Fehlinterpretationen der Anlagen“. Durch Schulung des Personals und Wartung der Anlagen sollten die Betreiber Abhilfe schaffen. Auch Kreisbrandinspektor Wolfgang Müller äußerte in seiner Ansprache den Ärger über diese Fehlalarme im Kreis Bergstraße. „Wer nicht richtig eingestellt hat, wird stillgelegt“, kündigte er den nachlässigen Betreibern an.
Große Leistungen – zukunftssichere Einsatzstärke gewährleisten
Ein zufriedenes „macht weiter so“ gab Stadtbrandinspektor Schwara den drei Feuerwehren abschließend mit auf den Weg. Den von Schwara berichteten Ausbildungsleistungen bei insgesamt 73 Lehrgängen auf Kreisebene und an der Landesfeuerwehrschule in Kassel sowie die geleisteten Stunden der 118 Mitglieder in den Einsatzabteilungen (19 Frauen und 99 Männer) bei 151 Übungen, Unterricht und Dienstleistungen zollte Müller seine Anerkennung: „Vielen Dank, dass Sie das alles mittragen“. Kreisbrandinspektor Müller erinnerte daran, dass die Eindrücke bei den Einsätzen Spuren hinterlassen: „Wir nehmen diese Einsätze mit nach Hause“. Zur Unterstützung gebe es die Notfallseelsorge Kreis Bergstraße, die vor 15 Jahren eingeführt wurde. Eine neue Altersregelung sorgte für große Zustimmung: Geeignete Angehörige der Ehren- und Altersabteilung können nun nach einer Sonderregelung des Hessischen Ministeriums des Innern und Sports bis zur Vollendung des 70. Lebensjahres die Einsatzabteilungen in bestimmten Bereichen entlasten wie beispielsweise bei der Brandschutzerziehung und –Aufklärung sowie der Mitwirkung bei der Ausbildung und Verwaltungsarbeit, nicht jedoch beim Einsatzdienst. Dabei sind sie durch die Unfallkasse Hessen gesetzlich unfallversichert. Der Magistrat der Stadt Bürstadt ist für die Genehmigung der Verlängerung in Abstimmung mit der Feuerwehrleitung zuständig. Die 60-jährigen Einsatzkräfte nutzten auch letztes Jahr die Möglichkeit, ihre aktive Dienstzeit bis zum 65. Lebensjahr verlängern zu lassen. Wie Schwara betonte, werde die Entwicklung der Tageseinsatzstärke permanent beobachtet, um Veränderungen präventiv beeinflussen zu können. Auch wenn sich die Jugendfeuerwehren mit 37 Jugendlichen (29 Jungen und acht Mädchen) um elf Jugendliche vergrößern konnten, müsse weiter an der Mitgliederwerbung gearbeitet werden. Mit insgesamt 38 Kindern sei die Größe der drei Kinderfeuerwehren konstant geblieben. Den Jugendwarten, Betreuern und Erziehern dankte Schwara für ihre „tolle Arbeit“ als wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung der Freiwilligen Feuerwehr. Bürgermeisterin Schader zeigte sich von dem umfassenden Bericht Schwaras und der stolzen Zahl von 294 Mitgliedern in den Abteilungen der Feuerwehren beeindruckt. Mit Blick auf die Fortschreibung des Bedarfs- und Entwicklungsplans kündigte sie ein erstes Gespräch voraussichtlich vor der Sommerpause an. Hannelore Nowacki
Information
Die Anerkennungsprämien 2015 des Landes Hessen mit Urkunde und Bandschnalle erhielten Florian Bauer, Dennis Dinges, Dominik Held, Alexander Horn und Peter Winkler für 10 Jahre aktiven Dienst. Für 30 Jahre wurden Manfred Heiser und Jürgen Stollhofer bedacht, für 40 Jahre Roland Fettel und Klaus Holl. Mit der Katastrophenschutzmedaille in Bronze für 10 Jahre Dienst wurde Thomas Rettig geehrt. Die silberne Katastrophenschutzmedaille erhielten Manfred Heiser und Dirk Neumann für 25 Jahre Dienst. Für 40 Jahre Dienst erhielt Friedrich Winkler die Katastrophenschutzmedaille in Gold. Bürgermeisterin Barbara Schader überreichte allen Geehrten ein Weinpräsent der Stadt Bürstadt.