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Fr., 06. Februar 2015, 10:10 Uhr
Partner der Landwirtschaft: Wirtschaftsförderung Bergstraße und Raiffeisenbank Ried / Staatssekretärin Dr. Tappeser informierte über Fördermöglichkeiten
Regional erzeugen und kaufen, Zukunft gestalten
Sie wollen sich für die Landwirtschaft einsetzen: Bürgermeisterin Barbara Schader (von rechts), Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf, Raiffeisenbank-Vorstand Frank Ohl, Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser, Raiffeisenbank-Vorstand Claus Diehlmann, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Bergstraße Dr. Matthias Zürker, Landtagsabgeordneter Alexander Bauer (CDU) und der Bibliser Bürgermeister Felix Kusicka. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – „Fördermöglichkeiten für die Landwirtschaft“ war das Thema am Mittwochabend im Festsaal des Historischen Rathauses, ein Informationsangebot der Wirtschaftsregion Bergstraße in Kooperation mit der Raiffeisenband Ried für Landwirte und Unternehmer aus dem Kreis Bergstraße. Vertreten waren auch Verwaltung und Politik. Aus der Lokalpolitik waren Die „gute Stube“ Bürstadts war voll geworden und schon vor Beginn der Veranstaltung entwickelten sich unter den Gästen angeregte Gespräche, die beim späteren Imbiss mit landwirtschaftlichen Produkten aus der Region lebhaft fortgesetzt wurden. Auch diese dritte gemeinsame Veranstaltung seit 2012 bewies mit 60 Teilnehmern eine große Anziehungskraft. Raiffeisenbank-Vorstand Claus Diehlmann zeigte sich in seinen Begrüßungsworten von der Geschlossenheit der Landwirte beeindruckt, wie er sie mit seinem Vorstandskollegen Frank Ohl auch bei der Landwirtschaftswoche Südhessen vor wenigen Tagen in Gernsheim gesehen habe. Diehl nannte eine Reihe bekannter Probleme und Risiken, mit denen auch die hiesige Landwirtschaft zu kämpfen habe. Stichworte waren die geplante Freihandelszone, das Ausmaß an Bürokratie und der Mindestlohn. Die Frage bei den zu erwartenden Preissteigerungen sei, „ist den Verbrauchern das regionale Produkt seinen Preis wert“. Bürgermeisterin Barbara Schader sagte in ihrem Grußwort: „Wir sind stolz, dass wir im Kreis und in der Region so viele engagierte Landwirte haben“. Auch gebe es in Bürstadt seit 50 Jahren die Gärtnersiedlung, eine starke Gemeinschaft. „Ich lade Sie jetzt schon zur Spargelwanderung ein“, sagte Schader. „Als Problem im Ried benannte Kreisbeigeordneter Matthias Schimpf in seinem Vortrag vor allem die Flächenknappheit, den „Flächenfraß“ durch Siedlungsdruck und Verkehrswege zu Ungunsten der Landwirtschaft. Auch durch den Naturschutz gehen wertvolle Flächen für die Landwirtschaft verloren. Innerbetriebliches Wachstum ermögliche daher nur die intensivere Flächennutzung. Schimpf wies darauf hin, dass das Straßenbauprogramm auch in Rosengarten landwirtschaftliche Flächen vernichte, dies sei „nicht mehr zeitgemäß“, andere Lösungen seien gefragt. Wenig Hoffnung machte Schimpf den Landwirten auf Bürokratieabbau, eher werde es mehr. Die Kreisverwaltung empfahl Schimpf als Ansprechpartner der Landwirte. 2014 sei es dem Kreis gelungen, 8 Millionen Euro Fördermittel zu akquirieren, darauf sei er stolz. Für den Hauptbeitrag hatten die Veranstalter Dr. Beatrix Tappeser gewonnen. Die Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stellte die Fördermöglichkeiten für die regionale Landwirtschaft im Zeitraum der Förderperiode 2014 bis 2020 vor. Ein breit gestreutes Maßnahmenangebot von Land und Bund, mitfinanziert von der EU stehe zur Verfügung. Dabei gehe es vor allem um Nachhaltigkeit, betriebliches Wachstum, Produktionssicherheit, Innovationsförderung und Sicherung der Liquidität. Der neue Entwicklungsplan für den ländlichen Raum von 2014 bis 2020 müsse der EU zur Genehmigung vorgelegt werden. „Das geht nicht ohne bürokratische Aufwand“, erklärte sie. Den Landwirten im Ried versicherte die Staatssekretärin: „Das Land wird sie auch weiterhin unterstützen“. Für die Entwicklung des ländlichen Raums, also nicht für die Landwirtschaft allein, plane die EU mit ELA 450 Millionen Euro ein, Land und Bund steuern 336 Millionen Euro bei. Der Öko-Aktionsplan unterstütze unter anderem die Vermarktung regional erzeugter Lebensmittel durch regionale Unternehmen. Positiv sei, dass Arbeitsplätze in der Region blieben. Mehrere bekannte Firmen seien bereits seit Jahren erfolgreich am Markt. In diesem „Förderdschungel“ mit seiner Programmvielfalt könne die Wirtschaftsförderung Bergstraße GmbH den Landwirten Orientierung geben, erklärte Geschäftsführer Dr. Matthias Zürker in seinem Schlusswort. Hannelore Nowacki