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  • Di., 14. Juli 2020, 09:31 Uhr
    SPD Bergstraße: Auf Sommertour bei der Palliativ- und Hospizinitiative im Ried mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht

    „Respekt für Ihre Arbeit“

    Besuch der Sommertour der SPD-Bergstraße bei der Palliativ- und Hospizinitiative im Ried (PaHoRi) mit intensiven Gesprächen. Im Bild (von links): Kreisbeigeordneter und Landratskandidat Karsten Krug, PaHoRi-Koordinatorin Antje Egle, die leitende PaHoRi-Koordinatorin Gaby Weiß-Szpera, SPD-Vorsitzender Bergstraße Marius Schmidt, Landtagsabgeordnete Karin Hartmann, Bundesjustizministerin Christine Lambrecht und der stellvertretende SPD-Vorsitzende Bergstraße Philipp Ofenloch. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – In den Räumlichkeiten der Palliativ- und Hospizinitiative im Ried (PaHoRi e. V.) in der Schubertstraße 31 war am Montagvormittag zahlreicher Besuch angesagt. Die  Sommertour der SPD Bergstraße mit dem Vorsitzenden Marius Schmidt und dem stellvertretenden Vorsitzenden Philipp Ofenloch kam in Begleitung von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), der SPD-Landtagsabgeordneten Karin Hartmann und des Kreisbeigeordneten Karsten Krug, der sich auch als Landratskandidat vorstellte, um sich vor Ort über die Arbeit von PaHoRi zu informieren. 

    Was macht die Palliativ- und Hospizinitiative im Ried? Wo drückt der Schuh? Wo können Kreis, Land und Bund die Arbeit unterstützen? In den folgenden anderthalb Stunden erfuhren die Besucher von Gaby Weiß-Szpera, der leitenden hauptamtlichen Koordinatorin, und von Koordinatorin Antje Egle wie wichtig die angebotenen  Leistungen für die Menschen sind, die der ambulante Palliativ- und Hospiz-Begleitdienst durch traurige Lebenssituationen begleitet, wenn Angehörige, Freunde oder andere Nahestehende sterben, schwer oder lebensverkürzend erkrankt sind. Ein Angebot, das nur durch das qualifizierte Engagement von Ehrenamtlichen überhaupt möglich ist, die für ihre Ausbildung viele Stunden einsetzen. Neben den Begleitungen finden zusätzlich tätigkeitsbezogene Besprechungen statt. 

    Besucher beeindruckt
    Die Besucher zeigten sich beeindruckt und setzten die Gespräche auch nach dem Fototermin im Freien fort. Sich den emotionalen Aussagen auf den Notizen in Wolkenform zu entziehen, die eine ganze Stellwand füllten, war kaum möglich. „Respekt für Ihre Arbeit“, sagte Bundesjustizministerin Lambrecht sichtlich beeindruckt. Koordinatorin Weiß-Szpera freute sich über den Besuch, den sie als Ehre und Wertschätzung empfand. 

    Den Verein, zuständig für Lampertheim, Bürstadt, Biblis und Groß-Rohrheim, gibt es schon seit 22 Jahren, doch immer noch sei er vielen Menschen und sogar manchen Ärzten mit seinem Angebot und Portfolio nicht bekannt, bedauert Weiß-Szpera. Was wahrscheinlich auch am Thema liege, das in der Kommunikation immer noch ein Tabuthema sei. Der Verein entwickelt sich, letztes Jahr konnten die Räumlichkeiten um einen Raum für kreative Gruppentreffen für Trauernde vergrößert werden und die Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien wurde ausgebaut. 

    „Sozial und mobil“
    Schmidt wies auf das Programm „sozial und mobil“ der Bundesregierung für Sozialverbände hin, die beim Neukauf eines E-Fahrzeuges eine Prämie erhalten. In der Coronakrise habe es zwar keinen Rückgang der Anfragen gegeben, aber es sei sehr schwierig geworden, da zum Beispiel persönliche Kontakte in Krankenhäusern zu Ärzten und Patienten nicht möglich sind. Wegen Covid-19 seien auch keine ehrenamtlichen Begleitungen möglich. Andererseits habe jeder Palliativ-Patient den gesetzlichen Anspruch auf Beratung, machte Weiß-Szpera deutlich. Auch in diesen Bereichen soll es digitale Angebote geben, die vom Land Hessen gefördert werden. 

    Wichtig zu wissen, die Arbeit von PaHoRi beginne schon dann, wenn der Alltag schwierig geworden ist, klärte die Koordinatorin die Besucher auf. In der aktuellen Situation seien Trauereinzelgespräche möglich, jedoch keine Treffen von Trauergruppen. Die Hospizarbeit im Bereich der Palliativversorgung wird vom Bund finanziell unterstützt, Sach- und Personalkosten werden jedoch nur bei Sterbenden übernommen, nicht bei der Trauerbegleitung, darauf wies Weiß-Szpera hin. Die Arbeit von PaHoRi lässt sich auch in Zahlen fassen. Durchschnittlich 150 Anfragen gebe es im Jahr, teilte Weiß-Szpera mit, 70 begleitete Menschen versterben pro Jahr. 

    Neue Qualifikation ab 12. September
    Die Zahl der Ehrenamtlichen wechsle, aber immer wieder kommen neue Ehrenamtliche hinzu, für die am 12. September die Qualifizierung an fünf Wochenenden beginne, als Präsenzveranstaltung und zum ersten Mal auch als Online-Angebot. „Früher hatte ich meinen Platz im Leben“ ist auf einer rot eingerahmten Notizwolke zu lesen. Hannelore Nowacki

    Weitere Informationen bei www.pahori.de, E-Mail: info@pahori.de, Telefon 06206/710203.   

     

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