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Mo., 18. Januar 2016, 11:50 Uhr
Kommunalwahl 2016 – SPD Lampertheim mit dem „Roten Tisch“ am Altrhein
Rettung des Altrheins – gemeinsames Ziel von SPD und Initiative
Alle sind sich einig: Der Altrhein ist für Lampertheim unverzichtbar. Um die Verlandung zu verhindern, muss ausgebaggert werden. Einzig die Frage, wie die Stadtverordneten und der Bürgermeister zu einem Konsens kommen, ist noch fraglich. Offen ist, ob sich die Volksvertreter wieder einstimmig für 200.000 Euro im Haushalt 2016 entscheiden. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Ort des Geschehens: Die Brücke zum Biedensand, Einheimischen auch bekannt als „Am Bau“ am Samstagmorgen. Schwäne und Enten bevölkern den Altrhein, Vögel huschen zwitschernd in den blätterlosen Baumkronen, eine frische Brise weht über das Gewässer. Der Ortsverein der SPD mit seinem Spitzenkandidaten Marius Schmidt hatte die Initiative „Rettet das Naturschutzgebiet Lampertheimer Altrhein“ eingeladen, am „Roten Tisch“ mit Blick auf das bedrohte Natur- und Wassersportparadies über das weitere Vorgehen zu sprechen. Nachdem die Grünen, die CDU und die FDP den Haushaltsplan-Entwurf 2016 in der Stadtverordnetenversammlung im Dezember abgelehnt hatten, kippten sie damit automatisch auch den zuvor einstimmig gefassten Antrag für die Einstellung von 200.000 Euro in den Haushalt, die zur Munitionssuche und Probeausbaggerung notwendig sind. Zum einen ist Wahlkampf und auch die erneute Abstimmung der Stadtverordneten über den Haushalt 2016 steht am 28. Januar bevor. „Den Altrhein erhalten“ steht auf dem Wahlplakat der SPD, die am 6. März auch auf die Stimmen der Wähler für dieses Ziel hofft. Die Initiative will den Altrhein erhalten, hat nun aber mit einem Schreiben an die Fraktionen des Stadtparlaments den Kompromissvorschlag gemacht, in den Haushalt 2016 nur 100.000 Euro einzustellen und weitere 100.000 Euro im Haushalt 2017 vorzusehen. Wie SPD-Spitzenkandidat Marius Schmidt am „Roten Tisch“ auf der Brücke betonte, werde die SPD-Fraktion 200.000 Euro im Haushalt 2016 beantragen, so wie bereits abgestimmt wurde. „Die Probeausbaggerung löst uns nicht alle Probleme, führt aber weiter, um Fördermittel zu erhalten“, erklärte Schmidt, der Altrhein solle erhalten und Lampertheim touristisch erschlossen werden. Schmidt fasste zusammen: Der Altrhein als Lebensader des Naturschutzgebietes Biedensand, als Freizeitparadies und Olympiasieger, die hier die ersten Meter ihrer Laufbahn paddelten. Klippel fasste den Sachstand zusammen, wie er sich aus Sicht der Initiative nach 13 Jahren ergebe. „Eine unsägliche Geschichte“, meinte er, „die Fakten sprechen dafür, dass es gewisse Leute im Regierungspräsidium gebe, die gegen eine Ausbaggerung sind“. Zufällig habe die Initiative bemerkt, dass der Altrhein in der Wasserrahmenrichtlinie des Bundes nicht als schutzwürdig eingestuft wurde. Andererseits gebe es Unterstützung wie durch das kommende Gutachten des Dr. Peter Petermann und die Naturschutzverbände. Man war in der Sache schon weiter, daran erinnerte Klippel – die Bagger zur Probeausbaggerung waren vor zwei Jahren schon da, doch da führte der Altrhein Hochwasser. Wie Klippel erklärte, wäre es für eine Probeausbaggerung im Herbst nach der vorherigen Munitionssuche zu spät, daher der Vorschlag, die Summe auf zweimal 100.000 Euro aufzuteilen. Auch Karl-Heinz Barchfeld, Naturschützer vom Angelsportverein und Mitglied der Initiative, sieht jahreszeitlich bedingt Phasen von Schonzeiten und Wasserständen. Stadtverordneter Fritz Götz hielt entgegen: „Wir dürfen keinen Schritt zurück gehen, wir sind bereit für 200.000 Euro. Bei einem Gesamthaushalt von 67 Millionen Euro machen uns die 200.000 Euro nicht platt, auch wenn es am Ende wie in Neuschloß mehr wird“. Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass schloss sich dieser Meinung ihrer Parteikollegen nicht an: „Wir haben ein weit größeres Problem, erstmal müssen wir den Haushalt durchbringen und einen Konsens finden – man könnte mit 100.000 Euro dieses Jahr leben“. Stadtverordneter Karl-Heinz Horstfeld widersprach dieser Auffassung: „Man sollte bei 200.000 Euro bleiben, 100.000 Euro wären nach außen kein gutes Signal“. Robert Lenhardt gab zu bedenken: „Ohne Einheit ist bei uns Stillstand“. Am Ende der Diskussion gab SPD-Spitzenkandidat Schmidt seiner Hoffnung Ausdruck, dass Lampertheim zum Altrhein stehe – hier sei das drittgrößte Naturschutzgebiet in Hessen. „Am besten sind 200.000 Euro“. Hannelore Nowacki