EVANGELISCHE KIRCHE BÜRSTADT: Raum für die Gemeindearbeit wird erweitert
Richtfest für Gemeindehaus gefeiert
Pfarrerin Johanna Gotzmann blickte beim Richtfest auf die erfreuliche Entwicklung des Bauprojekts und der Spendenbereitschaft der Sponsoren zurück. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – „Wir freuen uns, dass unser Dach steht“, mit dieser Einleitung von Pfarrerin Johanna Gotzmann begann das Richtfest. In seinem gereimten Richtspruch hoch oben auf dem Gerüst teilte Zimmermann Helmut Gamradt unter anderem mit, dass beim Bau kein Unfall passiert sei. Beim Richtfest für den ersten Bauabschnitt des Gemeindehauses der evangelischen Kirche in der Heinrichstraße wurde auch des langen Weges gedacht, der diesem Bauvorhaben voranging. „Was lange währt, wird endlich gut“, sagte Architekt Roland Träger in seiner Ansprache. Mit der Planung für den Umbau und die Sanierung des Gemeindehauses wurde das Architektenbüro bereits 2013 beauftragt, auch über einen Neubau sei nachgedacht worden. In dieser Zeit erlebte der Architekt drei Pfarrer und auch bei der Evangelischen Kirche Hessen/Nassau in Darmstadt habe es viermal Personalwechsel gegeben. Wie Pfarrerin Gotzmann der Zuhörerrunde wenig später mitteilte, werde sie die Bauleitung in Vertretung der Evangelischen Kirchengemeinde Bürstadt im Dezember an ihren Nachfolger in dieser Funktion Pfarrer Rainer Heymach abgeben, da sie in Elternzeit gehen werde. Im Rohbau fand die kleine Runde der Beteiligten und der Gäste am Freitagmittag mit viel Abstand Platz. Corona bedingt musste auf das Anstoßen mit Sekt und Häppchen verzichtet werden, dafür gab es gefüllte Tüten für das Nachfeiern zuhause. Architekt Träger berichtete von vielen Vorentwürfen, Umbauplänen, Neubauplänen, Kostenschätzungen und Kostenreduzierungen, auch vom Wunsch der Kirchenleitung in Darmstadt, bei der Sanierung Holzfenster anstatt der besonders langlebigen Kunststofffenster einzubauen. Am Ende ging es dann recht schnell, der Bauantrag sei vor einem Jahr gestellt worden, die Baugenehmigung wurde am 2. März erteilt. Im ersten Bauabschnitt wurde das Dach erneuert und der Gemeindesaal in Richtung Innenhof vergrößert. Das Mauerwerk und die alten Betonfundamente seien teilweise nicht tragfähig gewesen, beim Bauholz für den Dachstuhl habe es durch Corona Lieferverzögerungen gegeben. Die Fenster zum Innenhof werden durch eine faltbare Glaswand ersetzt, so dass für größere Veranstaltungen der offene Innen- und Außenbereich genutzt werden können. Im Gebäude werden eine neue Küche mit Durchreiche zum Gemeindesaal und barrierefreie sanitäre Anlagen sowie eine komplett neue, Energie sparende Haustechnik zur Verfügung stehen. Die Arbeiten im zweiten Bauabschnitt im zweiten Gebäudeteil, ebenfalls mit energetischer Sanierung, werden im Frühjahr oder Sommer beginnen, kündigte Träger an. Der Zugang zum Pfarrbüro werde behindertengerecht umgebaut, die Räume neu geordnet. In einem späteren dritten Bauabschnitt sei die Sanierung der Kirche angedacht. Bürgermeisterin Barbara Schader nannte die evangelische Kirche „ein Kleinod im Herzen unserer Stadt“. Ein offener Raum für Begegnung werde geschaffen. „Ich bin glücklich und zufrieden“, sagte Pfarrerin Gotzmann, die das Bauvorhaben seit ihrem Amtsantritt vor dreieinhalb Jahren begleitet.Einen Raum der Begegnung, der Offenheit, der Freude und Schönheit für alle Gruppen der Kirchengemeinde erwartet sie. Besonnen und mit Zuversicht blicke sie in dieser Coronazeit in die Zukunft, „uns getragen wissen durch Gott“. In ihren Dank an alle Beteiligten schloss sie auch die zahlreichen Sponsoren und ihren katholischen Amtskollegen Pfarrer Peter Kern ein. „Es ist schön, dass wir in Bürstadt als Christen so zusammenarbeiten“. Um das zinslose Darlehen von 150.000 Euro innerhalb der nächsten zehn Jahre zurückzuzahlen, hat sich die Gemeinde ein jährliches Spendenziel von 10.000 Euro gesetzt, das mit Stand von 9.248,20 Euro fast erreicht sei, freute sich Pfarrerin Gotzmann. Für das ausgefallene Benefizkonzert im Oktober hatten sich elf Spender gefunden, die 2.550 Euro zusammenbrachten. Martina Elfert, die für den Kirchenvorstand das Bauprojekt ehrenamtlich begleitet, hat die Feier für die Gemeinde gefilmt. Hannelore Nowacki
Alles gut gelaufen beim Bau – das berichtete Zimmermann Helmut Gamradt der Zuschauerrunde auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Foto: Hannelore Nowacki