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  • Do., 04. Mai 2023, 10:55 Uhr
    RADSPORT: 19 Teilnehmende nutzen wohltemperierte Gegend an der italienischen Adria

    RV03-Radtouristen im Trainingslager

    Radtourismus oder Trainingslager? Beides! Radeln durch den mediterranen Frühling auf den Spuren der Nove Colli Rundfahrt. Foto: Walter Rissberger


    BÜRSTADT – Spätestens nach Silvester, juckt es Radsportler in den Beinen: Manche nutzen jede freie Minute, um bei positiven Temperaturen im Freien zu radeln – andere setzen sich auf den Hometrainer oder Ergometer, um in Form zu kommen. Aber so richtig Gefühle kommen erst auf, wenn das Thermometer zweistellige Grade anzeigt, was liegt da näher, als in den Süden zu fahren. Während die Profis schon im Februar auf Malle touren, oder sogar schon Radrennen in Südafrika absolvieren, zieht es die Pedaleure der RV03 an die Adria Küste, sprich das Sporthotel „Strand“ gelegen wenige Kilometer nördlich von Rimini und San Marino. Das nahe Mittelmeer sorgt dafür, das negative Temperaturen Mitte April ausgeschlossen sind. Und es gibt noch landschaftliche Vorteile: Auf Meeresniveau lässt es sich auch untrainiert gut radeln, und wer schon mehr Kilometer in den Beinen hat, kann mit einer Runde von knapp über 100 Kilometern auch in Höhen wie bei uns im Odenwald lustradeln und sogar, wenn noch eine kleine Schippe draufgelegt wird, schon an die Tausend-Meter-Marke kratzen, wie es bei uns eigentlich erst im Schwarzwald möglich ist.

    „Mit 19 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war die Beteiligung am diesjährigen Trainingslager sehr gut“, freut sich Radtouristikfachwart Walter Rissberger.

    Doch eins vorweg: Frühsommerliche Temperaturen gab es kaum, die Sonne brannte auch nicht vom Himmel, „aber es war wohltemperiert, und geregnet hat es bei unseren Ausfahrten nie“ so Rissberger.

    Am Samstag angekommen stand, nachdem die Rennräder zusammengebaut waren, ein gemütlicher Nachmittag auf der Terrasse des Hotels für alle auf dem Programm. Dann hieß es am Sonntag einmal das Bergdorf Longiano im Landesinnern zu erklimmen. Das schmucke Örtchen mit schönen Kirchen, zählt knapp über 7000 Seelen und gehört in der Emilia-Romagna zur Provinz Forli-Cesena. Doch die Südhessen freuten sich auch auf ihren Cappuccino beim Lieblingskiosk, der jetzt sogar Sammelfahrradständer hat, praktisch ein Balken, an dem das Velo am Sattel bodenständig aufgehängt wird. 76 Kilometer waren zum Tagesende zurückgelegt.

    Regionale Spezialitäten erfreuten am Montag nach einer regnerischen Nacht die Sportlerinnen und Sportler: Im nur wenige Kilometer entfernten Lo Stradone erfreute sich eine Ölmühle über die Besucher aus dem kühlen Norden. Nachmittags wurde noch eine kleine Ausfahrt von 64 km unternommen. Hier zeigte der mediterrane Frühling in Form von blühenden Obst- und Olivenbäumen seine ganze Pracht.

    Am Dienstag schlug die Stunde der Gut-Trainierten. Hier bewältigten sie über 100 Kilometer und 1300 Höhenmeter, das entspricht rund dreimal den heimischen Melibokus zu erklimmen. So ging es auf den Grillopass, der über 500 Meter über dem Meeresniveau liegt und anschießend zum Barbotto Und es gab einen Hauch von Nove Colli, der großen Rundfahrt, in der neun Pässe zu bewältigten sind, mit Steigungen von bis zu 16 Prozent.

    Drei verschiedene Gruppen mit unterschiedlichen Strecken und Steigungen bildeten sich am Mittwoch: Flach auf Meeresniveau, gemäßigt in Richtung Cervo 80 km und anspruchsvoll mit 1600 Höhenmetern und 120 Kilometern Streckenlänge in Richtung Skigebiet Carpegna. Eine an Steigungen reiche, aber auch landschaftlich wunderschöne Landschaft. Zwar war der Blick auf St. Leo ein Traum, allerdings ließen einige Schlagloch-Strecken ein entspanntes Gleiten nicht immer zu.

    Am Donnerstag ging die Ausfahrt in die Osteria Il Passatore, bei Schinken und Pasta wurde der Nachmittag verbracht, einige verdauten gemütlich in den Hängematten im Garten, aber danach mussten alle wieder mit dem Radel den 35 km langen Nachhauseweg antreten.

    Schließlich folgte der letzte Aktiv-Tag. Es ging 100 km durch die Heimat von Marco Pantani nach Cesenatico, und dann weiter zum gemeinsamen Treff in der Bar Central in Santarcangelo.

    Die Bilanz: Alle gesund und munter, eine Kette galt es zu reparieren und einen Platten zu beheben.

    Im nächsten April wird es wieder an die Adria gehen, „vielleicht knacken wir ja die 20er Teilnehmer-Marke“, hofft Rissberger. zg
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