Di., 18.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Mo., 27. Juni 2022, 16:54 Uhr
    VERKEHR: Bahn und BILA informierten über Neubaustrecke Frankfurt - Mannheim 

    Sachliche Diskussionen rund um geplant ICE-Strecke

    Vertreter der BILA wie Karl Hans Geil (r.) zeigten Flagge und erläuterten die Forderungen bezüglich der neuen Trassenführung. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Der Neubau der ICE-Trasse bewegt die Menschen – das wurde am Montag auf dem Europaplatz mehr als deutlich. Denn die Deutsche Bahn (DB) informierte hier über ihre Planungen für die neue Bahnstrecke zwischen Frankfurt und Mannheim – parallel stellte auch die BILA in Zusammenarbeit mit der Stadt Lampertheim ihre Wünsche und Forderungen vor. 

    Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger nutzten das doppelte Informationsangebot. Reges Interesse und sachliche Diskussionen standen dabei im Mittelpunkt. Denn auch wenn seitens der BILA noch einige Forderungen offen sind, wurde in einer konstruktiv-kritischen Zusammenarbeit bereits viel erreicht – so wurde der Tunnel für die neue ICE-Strecke in offener Bauweise als Ergebnis vorgetragen. Vertreter der Bahn standen für Fragen und zu Diskussionen zur Verfügung und erläuterten die geplante Bauweise. Immer wieder standen sie Rede und Antwort, um die Hintergründe für den Streckenverlauf zu erläutern.

    Die geplante neue Bahnstrecke zwischen Frankfurt am Main und Mannheim verbindet die Ballungsräume Rhein-Main und Rhein-Neckar und stellt in Zukunft eine zentrale Verbindung im Schnellfahrnetz der Deutschen Bahn dar. Die neue Strecke entlastet aus Sicher der Bahn die beiden bestehenden Strecken der Riedbahn und der Main-Neckar-Bahn und verbessert das Nah- und Fernverkehrsangebot in der Region deutlich. Laut Planungen verläuft die Neubaustrecke ab Zeppelinheim parallel zur Autobahn A5 und ab Darmstadt entlang der A67 nach Lorsch. Ab Lorsch soll die Strecke weitgehend im Tunnel über Lampertheim bis nach Mannheim-Waldhof führen. Darmstadt wird mit einer Nord- und einer Südanbindung an das Personenverkehrsnetz angebunden. Der Güterverkehr aus Mainz erreicht die neue Trasse über die sogenannte Weiterstädter Kurve. Für den ersten Abschnitt zwischen Zeppelinheim und der Nordanbindung Darmstadt wurden die Planfeststellungsunterlagen im November letzten Jahres beim zuständigen Eisenbahn-Bundesamt eingereicht. Für die weiteren Abschnitte werden die Planfeststellungsunterlagen in den kommenden Jahren erarbeitet und eingereicht. Infos hierzu sind auch unter www. frnplus.de zu finden.

    Die Vertreter der Deutschen Bahn informierten am Montag auf dem Europaplatz über die geplante ICE-Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim. Foto: Benjamin Kloos


    BILA bezieht Stellung 

    Auch die Vertreter der BILA und der Stadt erläuterten anhand von Schautafeln, wie sie zum geplanten Streckenverlauf stehen und vor allem, wo sie noch Verbesserungspotential sehen. 

    „Auch wenn bereits ein Erfolg bezüglich der Trassenführung erzielt wurde – wir arbeiten aber weiter daran, dass der bergmännische Tunnel als Lösung gewählt wird, um den Wald und die Natur zu schützen. Dies ist keine Konfrontation, sondern wir wollen eine Konsenslösung und hoffen, dass der bergmännische Tunnel durch Kosten und Nutzung überzeugt”, so die Vertreter der BILA. Eine weitere Forderung der BILA ist der Tunnel-Lückenschluss im Lorscher Wald – denn die Hälfte des Waldes zwischen Neuschloß und Lorsch wäre sonst dauerhaft zerschnitten.

    Auch im Bereich der Anbindung der Strecke von Mannheim nach Karlsruhe an die Neubaustrecke sieht die BILA noch Handlungsbedarf: Denn zwei der drei möglichen Korridore, die sich derzeit im Auswahlverfahren befinden, würden erhebliche Eingriffe auf Lampertheimer Gemarkung mit sich bringen. Daher fordert die BILA, dass alle Kreizungsbauwerke unterirdisch angelegt werden und es weder Brückenbauwerke noch eine oberirdische Streckenführung gibt.

    Aber auch für Lampertheim selbst hat die ICE-Neubaustrecke Auswirkungen, nämlich in Sachen Lärm: Hier stammt der vorhandene Lärmschutz an der Riedbahn aus den 1980er/90er Jahren und entspricht damit nicht mehr den heutigen Richtwerten. Durch die ICE-Neubaustrecke werden hier Kapazitäten frei, so dass es zu deutlich mehr Güterverkehr am Tag auf der Bestandsstrecke kommen wird. Nachts werden hier vor allem schwere und lange Güterzüge fahren. Daher setzt sich die BILA für einen vollständigen Lückenschluss der Lärmschutzwände ein, ebenso für weitere Maßnahmen wie beispielsweise Schienenstegdämpfer.

    Aktuell laufen weitere Untersuchungen, besonders der Bodenbeschaffenheit. Ergebnisse werden bis Ende 2023 erwartet, dann fällt auch die Entscheidung, ob eine bergmännische Bauweise möglich wäre. Bis dahin wird die BILA weiterhin das konstruktive Gespräch mit der Bahn suchen und die Argumente für ihre Forderungen im Blick behalten – zum Wohl aller Lampertheimer Bürgerinnen und Bürger, aber auch aller Menschen in Ried. Benjamin Kloos

     

    BUZ 2: Die Vertreter der Deutschen Bahn informierten am Montag auf dem Europaplatz über die geplante ICE-Neubaustrecke zwischen Frankfurt und Mannheim. Foto: Benjamin Kloos

    Beitrag aus der Rubrik

    » Lampertheim und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2