SCHILLERSCHULE BÜRSTADT: Gute Stimmung in der Schach-AG / Denksport ist beliebt
Schach macht Spaß
In der Schach-AG bei Fachlehrer Stephan Keller, der den Schülern auch als Englischlehrer bekannt ist, wird fleißig und mit Spaß an Strategie und Denken gearbeitet. Das große Demo-Schachbrett kommt später zum Einsatz. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – In der schönen neuen lichtdurchfluteten Mensa der Schillerschule mit Blick auf den Schulhof wurden am Montagnachmittag die Schachbretter aufgeklappt und schon nach wenigen Minuten wurde es ruhiger, die Kinder dachten nach. Wohin mit den Figuren, wie geht dasSchachmatt-Setzen - Fragen über Fragen tauchten auf, die Fach- und Klassenlehrer Stephan Keller verständlich erklärte, Schritt für Schritt. Fortgeschrittene und Anfänger sind dabei und alle hatten sichtlich Spaß am Schachspiel, das als Denksport auch Konzentration erfordert. Immer montags seit Beginn dieses Schuljahrs freuen sich die teilnehmenden Viertklässler auf ihre Schach-AG bei Fach- und Klassenlehrer Stephan Keller. Schon morgens an den Schach-AG-Tagen bemerkt Keller diese Vorfreude. Dass sich über 30 Kinder im Alter von neun und zehn Jahren aus den fünf vierten Klassen der Schillerschule angemeldet hatten, freute Keller, doch stellt dieser Ansturm in Coronazeiten besondere Anforderungen an die Organisation der Schach-AG. Aufgeteilt in zwei Gruppen treffen sich die Kinder im Turnus von 14 Tagen, gangweise oder nach Klassen eingeteilt, so wie man sich auch während des Unterrichts und in den Pausen begegnet. „Eine schwierige Sache mit dem Abstand, weil die Kinder so positiv aufgewühlt sind“, sagt Keller. Am Ende des vierten Schuljahres können die Kinder das „Bauerndiplom“ machen, wenn sie wollen. „Das ist wie eine Klassenarbeit über verschiedene Spielsituationen“, erklärt Keller im gegenüber dem TIP. Bis dahin dauert es noch eine Weile, es gibt viel zu lernen. Zu früh sei es auch noch mit dem riesigen Demobrett zu beginnen. Ein Ziel gibt es – den Gegner Schachmatt zu setzen. Auch sollen die Schüler in der Lage sein, Situationen und den Sinn des Spiels zu erkennen, sagt Keller. Eine gute Spieleröffnung sei die Basis für ein strategisch gutes Schachspiel, den Gegner im Spiel zu kontrollieren, darauf komme es an. Fortgeschrittene will Keller als AG-Helfer einsetzen, die Anfängern Tipps geben können. Schon an der früheren Bibliser Hauptschule habe er über zwölf Jahre eine Schach-AG geleitet und gesehen, wieviel Spaß es den Kindern macht, erzählt Keller. Damals habe es auch eine Kooperation mit dem Schachverein gegeben.
In der Mensa der Schillerschule ist viel Platz und ein freundliches Ambiente für das konzentrierte Schachspielen. Foto: Hannelore Nowacki
Warum Schach Spaß macht
Noa hat schon fünfmal gegen seinen Vater gewonnen, der ihm das Schachspielen mit sechs Jahren beigebracht hatte und seit dreißig Jahren spielt, erzählt der neunjährige Noa, der mit dem zehnjährigen Marvin am Tisch über dem Schachbrett brütet. Auch Marvin spielt immer mit seinem Papa und habe mindestens viermal gewonnen, berichtet er im Gespräch mit dem TIP. Und warum haben sich die beiden Freunde für die Schach-AG angemeldet? „Weil Schach mir Spaß macht und ich noch besser werden möchte“, sagt Noa, „zum Beispiel neue Regeln lernen und Schritte vorausdenken“. Marvin sagt von sich „ich bin sehr gut im Schachspielen“. In der Schach-AG mache es ihm Spaß und er habe er die Möglichkeit öfter zu gewinnen. Beim Schach hilft ihm ein Tipp seiner Mama, sie sagt er solle aufs Bauchgefühl achten, doch meistens sei auch Glück dabei. Am Nebentisch sind sich Noah und Lucas einig, es mache Spaß sich als Gegner zu haben. Beide sind nach eigener Einschätzung fortgeschrittene Schachspieler. Von Lucas habe er viel gelernt, sagt Noah, der auch gerne mit Lehrer Keller spielt, weil der so gut erklärt. Lucas, der viel mit seinem Papa spielt, findet das Online-Spielen auf dem Tablet zum Üben gut. Ihm gefällt, dass Noah beim Spielen gut nachdenkt. In der Schach-AG ist Noah, weil er hier Freunde hat, neue Leute kennenlernt und Spaß hat. Lucas macht die Strategie Spaß, man brauche aber Geduld, betont er. Neben dem Denksport sind die beiden auch sonst sportlich aktiv, Noah macht Judo, Lucas spielt beim TV Tischtennis. Sichtlich großen Spaß haben die Freundinnen Fidan-Luise und Paulina, beide sind Anfängerinnen und haben zuhause kein Schachspiel. „Super, super“, betont Paulina noch einmal extra und lacht so fröhlich wie ihre Freundin. Als „leicht fortgeschritten“ sehen sich Sammy, der eigentlich Samuel heißt, und Felix. An der AG gefällt den beiden Freunden und Hobby-Schachspielern, dass sie hier das anstrengende strategische Denken üben, das sei auch im Alltag gut. Ein Lob für den Lehrer hat Felix: „Man lernt viel, Herr Keller kann es sehr gut“. Lars und Emirhan sind ins Spiel vertieft, Lars sieht kommen, dass sein Gegner gewinnen könnte, doch erkennt er bei Lars eine Strategie, die klappen könnte. Beide sehen sich als Fortgeschrittene, die ihre Kenntnisse in der AG erlernt haben. Am Dreiertisch sagt Ela „das ist mein Pferd“. Keller schaut sich die Züge an und hat ein paar Tipps parat. Ela, Hagen und Mahmut wechseln sich in den Runden ab, einig ist sich das Team: „Es macht Spaß“. Sie haben schon Erfahrung und wollen in der AG noch besser Schach lernen. Strategie und Nachdenken, das gefällt ihnen. Hannelore Nowacki