Mo., 17.08.2026
Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
  • Startseite
  • Sport
  • Termine
  • Stellenmarkt
  • Do., 11. Juni 2015, 10:00 Uhr
    Gut besuchte BGE-Informationsveranstaltung zur aktuellen Entwicklung

    Schatten im Sonneneck – Verzögerungen, Überraschungen, Kosten und Ärger

    Bürgermeisterin Barbara Schader als BGE-Aufsichtsratsvorsitzende versuchte die Wogen der Entrüstung zu glätten.


     

    BÜRSTADT – Bauen birgt Überraschungen. Diese Erfahrung machen gerade die Bauherren und zukünftigen Anwohner im Sonneneck 4, aber auch wer schon seit einigen Jahren im neu erbauten Eigenheim lebt, kann vor Veränderungen im Umfeld nicht sicher sein wie die Anwohner in Sonneneck 2 zu ihrem Ärger feststellen mussten. Anwohner und Bauherren haben daher eine Interessengemeinschaft Sonneneck 2/4 (IG) gebildet, deren Teilnehmer bei der zweistündigen Informationsveranstaltung der Bürstädter Grundstücksentwicklungsgesellschaft (BGE) am Dienstagabend im großen Saal des Bürgerhauses ihrem Ärger Luft machten, unterstützt durch Beifall und Wortmeldungen weiterer Anwohner und Bauherren. Archäologische Funde hatten außerdem zu einer Bauverzögerung geführt, aber auch die Rohrlieferungen durch Energieried ließen auf sich warten. Auf dem Podium waren der BGE-Aufsichtsrat, die beteiligten städtischen Ämter und die beauftragten Firmen vertreten. Als BGE-Aufsichtsratsvorsitzende führte Bürgermeisterin Barbara Schader durch die Veranstaltung. Informationen aus erster Hand und Transparenz stellte Schader den betroffenen Anwohnern und „Bald-Anwohnern“ zu Beginn der Veranstaltung in Aussicht. Konnte dieses Ziel erreicht werden? Die Fachleute auf dem Podium hatten mit detaillierten Informationen nicht gespart, aber war das Publikum auch zufrieden? Am Ende der Diskussion stellte ein Anwohner die Aufforderung in den Raum: Wer zufrieden nach Hause gehe, möge nun die Hand heben. Doch keine einzige Hand zeigte sich. Bürgermeisterin Schader hatte zudem zugesagt, dass sich der BGE-Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung mit der Kostenfrage beschäftigen werde, die sich den Bauherren durch die Niveauanhebung der Straßen stellt. Nach der öffentlichen Diskussion nahmen zahlreiche Anwohner und Bauherren das Angebot zu individuellen Gesprächen mit den anwesenden Vertretern der Fachfirmen, BGE und Stadtverwaltung wahr, die dabei auf vorliegende Unterlagen zugreifen konnten. Auf der Tagesordnung stand zunächst die Frage nach der Lieferverzögerung der Rohre für Wasser und Gas. Energieried-Geschäftsführer Frank Kaus hatte eine erfreuliche Nachricht: Am Tage seien zwei Lastwagenladungen mit Rohren angekommen, bis Anfang nächster Woche solle die Lieferung komplett sein – dann könne mit der Rohrverlegung angefangen werden. Kaus berichtete von Problemen bei der Herstellung von PE-Granulat für die Rohre seit April in ganz Deutschland. Doch sei es Energieried schließlich gelungen, das Material von anderen Lieferanten aus verschiedenen Kanälen zu beschaffen. Schnell wurde deutlich, dass ein weiteres Thema im Brennpunkt steht. Ein Sprecher der Interessengemeinschaft hatte dazu im Saal eine Frageliste an die Stadtverwaltung und BGE verteilt. Die genannten Probleme: Das Höhenniveau der Straßen im Neubaugebiet Sonneneck 4, insbesondere der zukünftigen Wittelsbacher Allee, das mit 1,60 Metern über dem Straßenniveau im Sonneneck 2 liegen wird. In der Folge müssen die Bauherren je nach Lage ihres Grundstücks bis zu 800 Kubikmeter Erde aufschütten, was zu zusätzlichen Kosten von 20.000 Euro und mehr führen kann. Auch muss diese Erde nachweislich gesetzlichen Reinheitsanforderungen entsprechen. In Sonneneck 2 fürchten die Anwohner durch den Höhenunterschied der Grundstücke, zukünftig auf Wallanlagen und erhöhte Mauern in der Nachbarschaft blicken zu müssen. Auch die angelegten Versickerungsflächen für Regenwasser sorgen wegen ihrer nicht für notwendig erachteten Breite für Ärger. Nach hessischem Recht müssen diese Flächen angelegt werden, da die Entwässerung in Neubaugebieten durch den Kanal nicht mehr erlaubt ist. Heftige Vorwürfe trafen den BGE-Geschäftsführer Hartmut Jung und den stellvertretenden Amtsleiter Oswin Klees, zuständig für den Tiefbau. Wurden wichtige Informationen bewusst verschwiegen? Eine Frage, die für Zündstoff sorgte. So viel steht nun fest: Bei der Beurkundung wurde nicht über die Niveauerhöhung der Straßen gesprochen, weil dieses Problem zum damaligen Zeitpunkt noch gar nicht erkannt worden war. Auch sei dies üblicherweise nicht Thema bei Vertragsabschlüssen, erklärte Jung. Das Entwässerungskonzept im Sonneneck 4 sei auf ein Gefälle angewiesen, auch mit Blick auf die zukünftige Erschließung eines Baugebietes Sonneneck 5. Ursprünglich hatten die Fachleute sogar eine nötige Niveauanhebung auf 2,20 Meter errechnet. Dies wurde durch Investitionen in Pump- und Hebewerke verhindert, die allerdings nachfolgende Betriebs- und Wartungskosten verursachen. Hannelore Nowacki

    Die emotionalen Wogen gingen in der Diskussion hoch. Zwei Stunden lang rangen die Anwohner, Bauherren und das Podium um Sachthemen und die „Wahrheit“. Fotos: Hannelore Nowacki


     

    Beitrag aus der Rubrik

    » Bürstadt und Stadtteile
    » Lokal
    Anzeige Online StellenmarktAnzeige dkge 1x1Anzeige dkge 2x2
    Anzeige TicketshopAnzeige NK Worms und RheinhessenAnzeige 3 Anzeige - 2