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  • Do., 21. August 2025, 16:10 Uhr
    HISTORISCHES SCHLEPPERTREFFEN: Viele Besucher und über 100 Oldtimer-Traktoren beim Bulldogclub in Bürstadt zu Gast

    Schlepper fahren, dreschen und Eisen schmieden wie in alten Zeiten

    Das Schleppertreffen beim Bulldogclub ist ein geselliges Treiben mit Spaß an der alten Technik.
    Foto: Hannelore Nowacki

    BÜRSTADT – Wo sich die historischen Schlepper treffen, sind auch die interessierten Besucher jeden Alters in großer Zahl anzutreffen. Bestes Beispiel war das Schleppertreffen beim Bulldogclub auf dem Boxheimerhof am vorigen Sonntag. Den schönen warmen Sommertag genossen die Besucher beim Betrachten der alten Schätze, die auf Hochglanz poliert waren oder eine rostige Patina als Ausweis für vergangene Jahrzehnte zeigten. Wer mit einem neuzeitlichen Fahrzeug über die Wasserwerkstraße in der Sankt-Wendelin-Straße zum Ziel kommen wollte, brauchte etwas Geduld, wenn die ganz vorne in der Blechschlange einige historische Zugmaschinen vor sich hin tuckerten. Am Eingang zur Schauwiese wurden die Schlepperfahrer von einem Einweiser des Bulldogclubs empfangen. Mit einem Extradruck aufs Gaspedal röhrte so manches Gefährt oder bullerte im eigenen Rhythmus und beeindruckte mit hoher Abgaswolke, im Falle der historischen Landmaschinen ein erwünschter Effekt, der sofort Aufmerksamkeit schafft. Dicke Auspuffrohre ragten himmelwärts und was im Straßenverkehr als unangenehm gilt, kommt bei der historischen Schlepperparade als besonderer Duft in die Nase. Vereinsvorsitzender Uwe Schäfer und der Zweite Vorsitzende Julian Gölz waren als Gesprächspartner stark gefragt und immer mitten im Getümmel, um etwas zu organisieren, nahe der Anmeldung, am Vereinsheim, überall. Jeder Schlepperfahrer bekommt einen Bon für ein stärkendes Gratis-Frühstück mit Rührei und Speck sowie ein kleines Glas Imker-Honig geschenkt, erklärte Schäfer im Gespräch mit dem TiP. Der hiesige Imker war mit seinem Angebot vor Ort.

    Dreschen erledigen heute vollautomatische Mähdrescher, beim alten Stahlknecht der Geusemer Schlepperfreunde wird kräftig angepackt.
    Foto: Hannelore Nowacki

     

    Über 100 Schlepper seien aller Erfahrung nach zu erwarten, diesmal rechnete Schäfer dank des schönen Wetter mit sehr viel mehr. Das Treffen laufe ohne Anmeldung. Wie alt der älteste Traktor im Verein wohl ist? Das Rätsel war schnell gelöst: Ältester Traktor ist ein Lanz Baujahr 1942. Ein Unikat Marke Eigenbau ist jedoch der Traktor im Besitz von Vereinsmitglied Thomas Grein aus dem Jahr 1950, der einst in der damaligen Brauerei seines Vaters zuverlässige Dienste leistete. Aufgehübscht wurde der außergewöhnliche Leistungsträger mit seinen 43 PS und der LKW-Hinterachse vor 30 Jahren, wobei auch das verbaute Holz sichtbar wurde. Mit 16 Vorwärtsgängen und vier Rückwärtsgängen ist für sichere Fahrt gesorgt, erklärte Grein. Hinter dem Steuer zu sitzen gefiel am Sonntag auch kleinen Kindern. Die Geusemer Schlepperfreunde aus Geinsheim bei Trebur hatten ihre beiden historischen Dreschmaschinen mitgebracht, die bei Vorführungen von wissbegierigen Besuchern umlagert waren, die Jüngsten hatten meist tragwillige Väter für einen hohen Ausguck auf deren Schultern. Die größere Maschine mit dem Namen Stahlknecht N100 brauchte ein zupackendes Team, mit den Garben vom Wagen gefüttert, trennte der Strahlknecht mit eingebauten Schlagleisten die goldgelben Weizengarben in Körner und Stroh. Die Körner schossen mit Getöse in angehängte Jutesäcke, das Stroh häufte sich auf, kleine Fetzen und Getreidestaub legten sich als Wolke über den Platz. Augen zu oder Kappe vors Gesicht war dann angesagt. Die Garben hatte Wochen zuvor ein Mähbinder gebunden. Ein alter Lanz treibt den Transmissionsriemen an, wenn er nicht gerade schlapp macht. Am lodernden Schmiedefeuer zog Sven Seitz aus Einhausen die Zuschauer an, der gerade ein rot glühendes Glückshufeisen mit Hammerschlägen auf dem Amboss in Form brachte. Im Lampertheimer Heimatmuseum ist er ehrenamtlicher Museumsschmied und auch stellvertretender Vereinsvorsitzender. An einem eisernen Sensenblatt zeigte der hitzefeste Eisenbändiger wie man die Schneide mit gezielten Hammerschlägen, dem Dengeln, schärft und die Sense lange hält. Der Traum vom Traktorfahren wurde für die kleinen Besucher auf einem Extra-Parcours wahr, allerdings mit Fußantrieb. Die Versorgung mit Speis und Trank rundete den vergnüglichen Sonntagsausflug in die Welt historischer Technik perfekt ab.  

    Hannelore Nowacki

     

     

     

     

     

     

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