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Fr., 21. Juni 2019, 09:49 Uhr
Fronleichnamsprozession von Mariä Verkündigung zur St.-Andreas-Kirche
Schlusssegen am Blumenteppich vor Pfarrkirche St. Andreas
Vor der Pfarrkirche St. Andreas ging die Fronleichnamsprozession mit dem Abschluss-Segen vor dem Blütenteppich zu Ende. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – In der Pfarrkirche Mariä Verkündigung hatten sich am Donnerstag, dem zweiten Donnerstag nach Pfingsten, zahlreiche Gläubige zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi versammelt, in den Kirchenbänken war nicht mehr viel Platz geblieben. Das feierliche Hochamt zu Fronleichnam zelebrierten Pfarrvikar Virginijus Grigutis, Pater John-Peter und der Krankenhauspfarrer des St.-Marienkrankenhauses, Franziskanerpater Simon Kornas, gemeinsam. Am Ende reichten sich alle die Hände, die Kinder, die zum Altar gerufen wurden und die Kirchenbesucher untereinander, zum Zeichen des Friedens und der Versöhnung. Bei strahlendem Sonnenschein machte sich nach dem Gottesdienst die Fronleichnamsprozession auf den Weg zur Neuen Schulstraße, dort war am Haus Bill wie alljährlich ein geschmückter Altar aufgebaut, weiter zog die Prozession zum St.-Marien-Krankenhaus. Auch dort stand ein Altar mit Blumenschmuck bereit für die Andacht, ein Hochaltar oben auf dem alten Treppenaufgang. An einigen Häusern waren Fenster mit Blumen und Kerzen geschmückt, die Flammen hielten sich im leichten Sommerwind, gelb-weiße Fahnen wehten. Bei Eis Oberfeld war für den gekreuzigten Jesus ein Teppich mit Blumenschmuck ausgelegt. In großer Runde sammelte sich die Prozession vor dem Altar auf dem Schillerplatz zur Andacht, um dann zur Pfarrkirche St. Andreas weiterzuziehen. An der Spitze Prozession hielten die Ministranten die Fahnen hoch, gefolgt von den Pfadfindern St. Georg vom Stamm Guy de Larigaudie, die den Blumenteppich für die Andacht und den Abschluss-Segen vor dem Altar auf dem Vorplatz von St. Andreas gestaltet hatten. Unterwegs streuten die diesjährigen Kommunionkinder Blätter von Rosenblüten auf die Straße, von denen jedes einen Vorrat im Körbchen trug. Die Katholische Kirchenmusik unter der Leitung von Markus Niebler begleitete die Prozession mit Musik, Liederhefte waren zu Beginn verteilt worden, damit jeder die ausgewählten Lieder zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi unterwegs und bei den Andachten mitsingen konnte. Vier Himmelsträger schützten das Allerheiligste, die Sonnenstrahlen umkränzte Monstranz mit der Hostie, die Pfarrvikar Virginijus Grigutis und Pater John-Peter abwechselnd trugen. Im Wechsel hielten sie auch die Andachten und lasen aus den Evangelien. Lektoren sprachen die Fürbitten, die sich am jeweiligen Standort orientierten. Am ersten Halt las Pfarrvikar Grigutis aus der Bergpredigt im Matthäus-Evangelium, in der Jesus unter anderem davon sprach, dass diejenigen selig seien, die der Gerechtigkeit wegen verfolgt werden. In den Fürbitten ging es um die Menschen in der Gesellschaft, Politik und Wirtschaft, auf deren Schultern große Verantwortung liege und um Menschen mit einem schweren Los, die nicht wissen, woher sie die Kraft nehmen sollen – für sie alle baten die Prozessionsteilnehmer, dass Jesus Hoffnung gebe. „Wir bitten dich, erhöre uns“. Am Krankenhaus predigte Pater John-Peter über Gott als einziger Herr und das Gebot der Nächstenliebe. „Kein anderes Gebot steht darüber“. In den Fürbitten wurde für die Kranken, die Angehörigen, die Ärzte und die Pflegekräfte gebetet und für alle, die ihren Dienst am Menschen tun. „Beten wir um einen klaren Blick, für das, was wichtig ist“. Auf dem Schillerplatz betete Pater John-Peter für die Schüler und die Lehrer und alle, die daran mitwirken, dass die Kinder einen guten Weg finden können. Den Firmlingen wünschte er, dass sie den Weg mit Gott und Jesus weiter gehen können. Mit der Andacht unter dem Turm der Pfarrkirche St. Andreas und dem Abschluss-Segen war die Prozession beendet. Pater John-Peter dankte allen, die an der Gestaltung mitgewirkt hatten, den Pfadfindern für den Blumenteppich und den Kindern, die schon die Kommunion empfangen hatten und die Blütenblätter unterwegs streuten, er dankte den Himmelsträgern und „Mr. Charly“, der an allen vier Altären die Tontechnik installiert hatte und betreute. Seinem Hinweis, allen Applaus zu spenden, auch sich gegenseitig zu applaudieren, kamen die Prozessionsteilnehmer gerne nach.
Beim Bazar im neu gestalteten Pfarrgarten saßen die Besucher gemütlich bei gutem Essen zusammen und die Kinder hatten Raum sich zu bewegen und Interessantes wie den alten Taufstein mit Glaskugel zu entdecken. Foto: Hannelore Nowacki
Mit dem Lied „Großer Gott, wir loben dich“ endete die Andacht, die Glocken läuteten und zeitgleich fielen ein paar Regentropfen. Im Pfarrgarten begann sogleich der gut besuchte Bazar, wo das Orchester der Katholischen Kirchenmusik ein Platzkonzert mit beschwingter Unterhaltungsmusik bot. Gut essen war angesagt, dank umfangreicher Speisekarte war für jeden etwas dabei. Viel los war auch beim großen Kuchenbüffet der Katholischen Frauengemeinschaft und am Eisstand. Über dreißig Bierzeltgarnituren mit Blumenschmuck waren auf dem frischen Rollrasenteppich aufgestellt. Nachmittags hatte sich der Männerchor des MGV 1840 angekündigt. Dass überhaupt im Pfarrgarten gefeiert werden konnte, ist den Pfadfindern zu verdanken, die in ihrer 72-Stunden-Aktion vor vier Wochen den verwilderten Garten mit Unterstützung von Helfern und Sponsoren umgruben und komplett neu gestalteten. Dafür war ein besonderer Dank eingeplant. Pater John-Peter erklärte im persönlichen Pressegespräch, welche Botschaft er den Lampertheimer Christen in seiner Predigt mit Bezug auf den beschädigten Jesus ohne Beine am Kreuz vor der St.-Andreas-Kirche mitgegeben habe: „Ich habe keine Beine, ich brauche euch, dass ihr die Botschaft meiner Predigt in die Welt bringt“. Aus seinem Heimatdorf in Indien mit 1.700 Einwohnern erzählte Pater John-Peter, dass dort Ende Mai eine Woche lang ein großes Fest zu Ehren der Gottesmutter gefeiert werde, mit einem Tag der Versöhnung. Hannelore Nowacki