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  • Mi., 01. November 2023, 14:06 Uhr
    KUNDGEBUNG: Gewerkschaft IGBCE sendet Weckruf von BASF-Werksgelände aus nach Berlin

    Schnelle Entscheidung für Strompreisdeckel gefordert

    Vertreter der Gewerkschaften richteten am Mittwochmorgen einen Appell an Politik und Industrie. Ja zu einer schnellen Entscheidung pro Brückenstrompreis, aber verknüpft mit dem Bekenntnis der Unternehmen pro Standort und Arbeitsplatzerhalt. Foto: Steffen Heumann


    LAMPERTHEIM – Die Grünen wollen, die Liberalen nicht, die SPD um Kanzler Olaf Scholz zaudert. Die Debatte um das Für und Wider eines gedeckelten Brückenstrompreis für energieintensive Industrien entzweit die Regierung. Einigkeit hingegen demonstrierte die Gewerkschaft IGBCE am Mittwochmorgen in Abstimmung mit der Werksleitung vor dem BASF-Werk in Lampertheim. Im Mittelpunkt der Kundgebung stand der deutlich formulierte Appell nach einer schnellen Entscheidung für einen wirksamen Strompreisdeckel.

    Die Allianz aus Befürwortern machte bei der Kundgebung deutlich, was auf dem Spiel steht: Das Schicksal von insgesamt mehr als 1,1 Millionen Beschäftigten in über achttausend Unternehmen deutschlandweit. Laut aktueller Kurzstudie hängen vom Ausgang der Entwicklungen bis zu 2,4 Millionen Arbeitsplätze und gut 240 Milliarden Euro an Wertschöpfung der energieintensiven Branchen ab. Und davon profitieren Bund, Länder und Kommunen durch Steuerzahlungen und Sozialversicherungsbeiträgen mit einem Volumen von rund 90 Milliarden Euro.

    „Die Lage spitzt sich zu“, betonten die Gewerkschaftsvertreter. Mit Nachdruck müsse man auf die Forderungen aufmerksam machen, so Gewerkschaftssekretär Michael Schönhals, der gemeinsam mit BASF-Gewerkschaftssprecherim Werk Lampertheim, Franco Cestaro, die Folgen skizzierten. Allerdings brachten beide auch ihre Erwartungen an die Industrie zum Ausdruck. Die Deckelung des Strompreises könne nur mit Arbeitsplatz- und Standortgarantien der Unternehmen einher gehen. Eine Entscheidung pro Brückenstrompreis könne nicht zu Lasten der Arbeitnehmer gehen.

    Steffen Heumann

    INFO: Am BASF-Standort Lampertheim sind knapp unter 500 Mitarbeiter beschäftigt. Wegen Nachfragerückgang ist die Produktion von Spezialchemikalien derzeit gedrosselt. Mit der Arbeitnehmervertretung wurde daher seitens der Unternehmensleitung in den betroffenen Bereichen bereits Kurzarbeit vereinbart.

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