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  • Do., 23. November 2017, 12:59 Uhr
    Goetheschule blickt auf erste Erfahrungen im „Pakt für den Nachmittag” zurück

    Schüler profitieren von mehr Lernzeit

    Die Schüler der Goetheschule um Schulleiterin Margarete Veltman profitieren in vielen Bereichen vom Pakt für den Nachmittag. Archivfoto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Die Goetheschule ist seit diesem Schuljahr Mitglied im Pakt für den Nachmittag. Über die ersten Erfahrungen informierten am Donnerstag Schulleiterin Margarete Veltman, der Erste Stadtrat Jens Klingler als Vertreter des Trägers der Gesamtmaßnahmen sowie Ayla Terzi und Gerd Baltes vom Lernmobil Viernheim e.V., dem operativen Träger.
    „Als Schule sind wir sehr dankbar dafür, dass die Stadt Lampertheim die Trägerschaft übernommen hat. Denn im Kreis Bergstraße muss diese für alle Schulen, die am Pakt für den Nachmittag teilnehmen, alle vier Jahre neu ausgeschrieben werden. Damit besteht die Gefahr, ständig neue Träger zu haben, dabei sind eine dauerhafte Beziehung zum Träger und Kontinuität gerade für Kinder sehr wichtig”, erläuterte Margarete Veltman, die in diesem Zusammenhang auf die bereits vorhandenen positiven Erfahrungen mit dem Lernmobil verweist.
    Auch Jens Klingler bezeichnete das Lernmobil als verlässlichen Partner. „Bis 2023 steigen die Zahlen der Grundschüler sicher an, dass belegen allein die bisherigen Geburten. Der familienfreundliche Kreis, der bisher die Nachmittagsbetreuung übernommen hat, reicht nicht mehr aus. Der Pakt für den Nachmittag ist daher die Zukunft – auch wenn wir diesen nicht erfunden haben”, stellte der Erste Stadtrat klar. Dem stimmte Margarete Veltman zu: „Es ist die einzige Möglichkeit, eine Nachmittagsbetreuung für alle Kinder sicher zu stellen, die diese benötigen.” In der Goetheschule nehmen aktuell 100 Kinder das Angebot in Anspruch, insgesamt sind dies 32. Prozent – ohne den Pakt für den Nachmittag könnten 25 Schüler keine Betreuung in Anspruch nehmen.
    Hier sieht Margarete Veltman auch einen der vielen Vorteile, die sich durch den Pakt für den Nachmittag ergeben. „Wir haben hier die Möglichkeit, Kindern die Teilhabe zu ermöglichen, die wir sonst nicht hätten – beispielsweise für Kinder mit Migrationshintergrund, bei denen die Eltern nicht beide berufstätig sind. Für diese Kinder ist der Pakt ein Gewinn!”
    Auch in anderen Bereichen sei der Pakt für den Nachmittag überaus positiv, und zwar für alle Schüler. So seien drei neue Lehrerstellen zur Verfügung gestellt worden, die sich je zur Hälfte in einem Plus an Lehrkräften für die Schule als auch an einem Plus für Lernmittel für die Arbeit des Lernmobils aufteilen. Zudem würden der Stadt und der Kreis finanziell zum Gelingen beitragen, und nicht zuletzt natürlich auch die Eltern durch ihre Gebühren.
    Ein absoluter pädagogischer Mehrwert für alle Schüler der Klassen 2 bis 4 sind zwei zusätzliche Stunden Lernzeit, die dienstags und donnerstags vormittags stattfinden. Diese erfolgen in enger Zusammenarbeit mit dem Ganztagsteam, welches auf diesen Grundlagen nachmittags aufbauen kann. Jeweils zwei pädagogische Kräfte betreuen die Schüler in dieser Zeit, die vor allem dazu dienen soll, die Eigenverantwortung des Lernens der Kinder zu fördern, wie Margarete Veltman erläuterte. „Unsere Schüler sollen ihre Stärken und Schwächen selbst herausfinden und methodisch an ihrer Lernentwicklung arbeiten. Dies fördert auch die starken Kinder.” Gerd Baltes ergänzte in diesem Zusammenhang, dass hier „Schule und Jugendhilfe Stück für Stück zusammenwachsen.” Denn die Lernzeit wird durch beide Seiten, die Lehrer als auch dem Ganztagsteam, gemeinsam vorbereitet. Hiervon profitieren auch die Lehrer, die so einen anderen Blick auf die Kinder bekommen.
    Die Wiedereröffnung der Schulbücherei mit einer eigenen Teilzeitkraft für deren Betreuung sei ebenfalls ein wichtiger Bestandteil des Paktes für den Nachmittag und ein absoluter Gewinn für die Schüler und die Schule – auch wenn grundsätzlich die „Räumlichkeiten, die für die Ganztagsbetreuung zur Verfügung stehen, eine Herausforderung sind”, wie Ayla Terzi klarstellte.
    Dennoch sehen alle Beteiligten die Goetheschule „auf einem guten Weg, auch die Schulsozialarbeit ist eingebunden. Der Pakt für den Nachmittag basiert auf zwei Modulen, eines bietet Betreuung bis 15 Uhr, das andere bis 17 Uhr an. Der Schwerpunkt der Betreuung läge dabei eindeutig auf dem Modul bis 15 Uhr. Neben der Lernzeit werden dienstags und donnerstags sechs AGs angeboten, aus denen ebenfalls alle Schüler, nicht nur diejenigen, die den Pakt in Anspruch nehmen, wählen dürfen. Auch dies ist ein Mehrwert für die Schüler”, so Margarete Veltman abschließend. Benjamin Kloos

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