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  • Fr., 09. August 2019, 09:05 Uhr
    Landrat Christian Engelhardt brachte Förderbescheid über 5.000 Euro mit

    Schützenverein 1972 Groß-Rohrheim brauchte ein neues Dach

    Bei der Führung über das Vereinsgelände mit Hermann Schmitzer (rechts), Matthias Czanderle und Steven Hofmann (links) entdeckte Landrat Christian Engelhardt die Böllerkanone. Foto: Hannelore Nowacki


    GROSS-ROHRHEIM – Beim Schützenverein 1972 Groß-Rohrheim war am Mittwochabend viel los – an den Schießständen wurde geschossen, aber die Mitglieder saßen im Vereinshaus auch gemütlich zusammen. Draußen bei schönstem Sonnenschein erwarteten der Erste Vorsitzende Hermann Schmitzer, der Zweite Vorsitzende Matthias Czanderle und Schriftführer Steven Hofmann Landrat Christian Engelhardt, der einen Förderbescheid des Kreises Bergstraße über 5.000 Euro für das neue Dach mitbrachte. Den Förderbescheid habe er persönlich überbringen wollen, erklärte Landrat Engelhardt, der die Gelegenheit für einen Rundgang mit den Vorstandsmitgliedern nutzte. Für den Landrat war es ein Wiedersehen mit dem Verein, den er beim Besuch des Maimarktes kennengelernt hatte. Von der Bewirtung mit dem vereinseigenen Imbisswagen sei er sehr beeindruckt gewesen. Der Bürgermeister habe ihm erzählt, dass der Verein sich sehr aktiv in die Veranstaltungen der Gemeinde einbringe. Mit 30 Aktiven und 115 Mitgliedern insgesamt sieht sich Schützenverein eher als kleiner Verein. Deshalb ist der Verein auch froh, durch die Kooperation mit dem Reitverein den Wirtschaftsbetrieb mit dem Imbisswagen anbieten zu können, betonte Czanderle.  Vereinsvorsitzender Schmitzer berichtete dem Landrat, dass der Verein mit 25 Kindern bei den Ferienspielen mitgemacht habe, was im Rahmen der Vereinsförderung der Gemeinde Punkte bringe, wegen der finanziellen Lage der Gemeinde sich zurzeit aber nicht in Euros bemerkbar macht. „Die Kinder können ja nichts dafür, wir machen die Ferienspiele trotzdem“. Kindern mache das Schießen Spaß und es fördere die Konzentration und das Stillstehen, außerdem seien Regeln zu beachten, das alles sei erwiesenermaßen förderlich für die schulischen Leistungen, erläuterte Schmitzer. Beim Blick über das grüne Paradies mit weiter Rasenfläche und Baumbestand am Rande, meinte Engelhardt beeindruckt: „Schön ist die Anlage“. Eine selbst gebaute Böllerkanone erweckte sein besonderes Interesse. Wenn diese Kanone geladen ist, gibt es einen mächtigen Wumms und ordentlich Rauch, das ist von Veranstaltungen bekannt. Bogenschießen kann man hier als Hobby auch, für Wettkämpfe sei die Fläche nicht groß genug, erfuhr Engelhardt. Am Schießstand für Druckluftwaffen war es leise, mit der Druckluftpistole war die Scheibe in 10 Meter Entfernung zu treffen, was Engelhardt selbst ausprobieren durfte. Ohne gute Ohrenschützer kommt man nicht hinein – am nächsten Schießstand für Faustfeuerwaffen aller Kaliber ging es mit einer Schwarzpulverpistole zur Sache. In 25 Meter Entfernung war hier die Scheibe zu treffen. Gerhard Dornick, er sei der zweitälteste unter den Aktiven, sagte er, führte vor, wie er die urtümlich anmutende Pistole lädt. Ein aufwändiger Prozess mit ruhiger Hand, das Schwarzpulver wird exakt dosiert eingefüllt und festgeklopft, die Kugel mit der Pinzette aufgelegt und ebenfalls kräftig nachgestopft. Die Pistole sei ein Nachbau, viel zu teuer sei ein Original. Das gute Stück mit Kaliber 45 lag dem Landrat gut in der Hand. Zur Förderung von Gebäudesanierung erklärte Engelhardt, dass nach den Richtlinien des Kreises Bergstraße maximal 5.000 Euro möglich seien. Das ganze Dach habe 33.000 Euro gekostet, berichtete der Vereinsvorsitzende, weitere Fördermittel habe die Gemeinde mit 5.000 Euro beigesteuert, der Landessportbund gab 7.000 Euro und das Land Hessen 6.000 Euro. Weil der Schützenverein den größten Schießstand im Kreis Bergstraße hat, können hier die Bezirksmeisterschaften stattfinden. Beim Präzisionsschießen mit zehn Stellen sind die Scheiben fest, beim Duellschießen mit ebenfalls zehn Stellen sind die Scheiben sieben Sekunden weg und drei Sekunden da, schnelle Reaktion ist gefordert. Das Dach des Vereinshauses aus Eternitplatten mit Asbest hätte eigentlich doppelt so lange halten sollen, meinte Schmitzer, nun ist ein neues, grün gestrichenes Metalldach installiert. Hannelore Nowacki

    Vor dem Schießen ist Feinarbeit angesagt. Gerhard Dornick führte das Laden der Schwarzpulverpistole mit ruhiger Hand vor. Foto: Hannelore Nowacki

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