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  • Do., 09. April 2020, 14:27 Uhr
    Neuer Schulentwicklungsplan erstellt / Veränderungen an mehreren Schulen im Ried

    Schulen sollen trotz Krise weiter entwickelt werden

    ie Schillerschule Bürstadt wird zu einem Ort der Bewegung und der kurzen Wege – im Rahmen des neuen Schulentwicklungsplan ist ein sechszügiger Ausbau vorgesehen. Foto: Architekten Klinger Brückmann


    KREIS BERGSTRASSE – „Es ist mir sehr wichtig, dass wir  dasThema Schulentwicklungsplan und die Schulen gerade in dieser Zeit im Fokus haben”, betonte Landrat Christian Engelhardt im Rahmen einer Videopressekonferenz, die anlässlich der Vorstellung des neuen Schulentwicklungsplanes des Kreis Bergstraße stattfand. „Wir haben Schulentwicklungsplan vorgezogen, weil wir gemerkt haben, dass die Zahlen und Daten aus dem Plan, der noch läuft, deutlich von der tatsächlichen Entwicklung abweichen und wir deshalb jetzt schon anders planen und denken müssen”, leitete Landrat Engelhardt ein. „Im Herbst 2019 fand der große Kickoff in Bensheim statt, mit anschließendem großen Beteiligungsprozess. Es war ein extrem offener Prozess, in dem der Schulentwicklungsplan 

    erstellt wurde. Wir wollen ihn nutzen, um neues Denken mit einfließen zu lassen. Jetzt ist der Plan fertiggestellt und wurde an die Fraktionsvorsitzenden gesandt, damit er in den entsprechenden politischen Gremien bearbeitet werden kann.” Den Fraktionen werden Videokonferenzen zur Besprechung des Plans angeboten, ergänzte Landrat Engelhardt, und auch der Kreiselternrat und der Kreisschülerrat haben den Plan bereits vorliegen – bei letzterem fand bereits eine Besprechung im Rahmen einer Videokonferenz statt.

    „Es gehört zu den Grundlagen der Volkswirtschaft, dass der Staat antizyklisch handeln und gerade in Krisenzeiten investieren sollte. Bereits im vergangenen Jahr haben viel in Schulen investiert, weil es einfach notwendig war. Jetzt erwarte ich eine Rezension, umso wichtiger ist es, dem jetzt entgegen werden und die Basis zu schaffen, die Schulen im Kreis zu erweitern. Es wird in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Herausforderung, viel zu investieren, aber wir werden dies. Denn wir wollen den Schülern sagen können, dass wir auch in Zeiten der Pandemie alles für sie getan und für sie in die Schulen investiert haben”, begründete Landrat Engelhardt das Vorgehen seitens des Kreises. Dabei berücksichtigt der neue Schulentwicklungsplan die Neubaugebiete und Planungen der Gemeinden.

    Veränderungen auch im Ried

    Anja Reinermann-Matatko vom zuständigen Fachbüro stellte anschließend die Details des Planes vor. Aufgrund steigender Kinderzahlen und der demographischen Entwicklung besteht demnach keine Gefährdung kleinerer Standorte im Grund- und Hauptschulbereich. Vielmehr kommt es an vielen Standorten zu Erweiterungen und einem Ganztagsausbau. Generell gilt: Schulorganisatorische Maßnahmen betreffen nicht die Schüler, die bereits beschult werden, sondern erst die neue Schülergeneration.

    In Lampertheim hat der neue Schulentwicklungsplan Auswirkungen auf zwei Grundschulen, wobei diese direkt miteinander verbunden sind: Die Schillerschule soll auf drei Züge reduziert werden und eine Mensa eingebaut werden. Falls Gelände von Seiten der Stadt bereit gestellt werden kann ist aber ein Ausbau auf vier Züge möglich. Die Pestalozzischule würde in diesem Fall auf vier Züge erweitert werden, sollte es keine Erweiterung an der Schillerschule geben wird die Pestalozzischule auf fünf Züge erweitert.

    In Biblis erfolgt bei der Schule in den Weschnitzauen ein dreizügiger Ersatzneubau und die Schillerschule in Bürstadt wird auf sechs Züge erweitert. Die Astrid-Lindgren-Schule wird baulich für zwei Züge erweitert.

    Was wäre, wenn der Klassenteiler ab dem 3. Zug bei 20 Schülern liegt und die zusätzlichen Lehrerressourcen für kleiner Klassen genutzt werden? Auch diese Frage wurde im neuen Schulentwicklungsplan berücksichtigt, auch wenn Landrat Engelhardt persönlich nicht mit einer solchen Entwicklung rechnet. Sollte dies jedoch eintreten, würde es in Lampertheim zwei bis drei Züge mehr geben.

    Kapazitäten sind zu erhöhen

    Im Bereich der Sekundarstufe I und II sind generell die Kapazitäten zu erhöhen. Eine gute Nachricht gibt es für die Hauptschulen im Kreis, die nicht mehr schrumpfend sind. Die Gymnasialkapazitäten an der Bergstraße sind bereits heute stark ausgelastet, daher sind Erweiterungsmaßnahmen an Gymnasien in Heppenheim und Bensheim erforderlich.

    Neuordnung m Bereich der Förderschulen

    Im Bereich der Förderschulen kommt es zu einer Neuordnung, die auch die Sprachheilschule in Bürstadt betrifft. Hier wird es als ungünstig angesehen, dass sie sich nicht im Zentrum des Kreises befindet. Als Vorschlag einer Lösung wurde erarbeitet, das Gebäude der Siegrfiedschule in Heppenheim zu nutzen, da die dortige Förderschule Lernen mit aktuell sehr wenigen Schülern betrieben wird. Daher wurde der Gedanke gefasst, die Schule nicht mehr als Förderschule Lernen, sondern als Förderschule Sprache zu führen. Dies führt zur Auflösung der Sprachförderung an der Schillerschule Bürstadt zum Schuljahr 2021/2022 – das heißt das keine Kinder mehr aufgenommen werden sondern nur noch Kinder die Schule besuchen, die dort bereits unterrichtet werden. Benjamin Kloos

     
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