Schulhof als Erlebnisraum mit Sportangeboten geplant
Ein Modell, das den Schulhof in ein Bewegungsparadies umwandelt und das Chillen und die Natur einbezieht. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Das Motzmonster hat einiges auf sich genommen, viele Zettel sind auf die schwarze Schattenfigur geklebt, mit Botschaften, die von Kindern und Jugendlichen der Erich-Kästner-Schule im Alter von 10 bis 16 Jahren als Ergebnis ihrer Schulhof-Inspektion aufgeschrieben wurden. Alles was ätzend ist. Am Mittwochmorgen begann das große Schulgestaltungsprojekt mit ganztägigen Workshops in fünf Gruppen und einer Präsentation der Modelle und Ideen für die eingeladenen Eltern, Lehrer und Presse am Nachmittag. Unter Anleitung von Landschaftsarchitekt Dirk Schelhorn, des bekannten Profis für kreative Gestaltung von Orten der Bewegung und Begegnung, wurden die „Top-Ideen“ in Diskussionen zusammengetragen und in selbst gebastelten Modellen dreidimensional dargestellt. Mit breiten Wischern und Besen kehrten die eifrigen Planer und Bastler die Überbleibsel ihrer Modellbauaktion auf, dann erst gaben sie ihre Werkstatt für das Publikum frei. Landschaftsarchitekt Schelhorn, der in Bürstadt die alla hopp!-Anlage geplant hatte, weiß nun, was sich die Schüler wünschen, welche Bedürfnisse sie haben. Und er hat sie als hochmotivierte Berater und Planer erlebt und gelobt: „Auf sehr hohem Niveau“ hätten die Schüler nach Ideen gesucht, beraten und nach den Grundideen ihre Modelle gebastelt. Auch dass sie mit vereinten Kräften die Planungswerkstatt wieder saubergemacht hatten, war ihm ein öffentliches Lob wert. „Was die Schüler den ganzen Tag über gemacht haben, finde ich großartig“, fasste Schelhorn seine Anerkennung zusammen. Dafür gab es Applaus. Schon im Frühjahr sollen erste Ergebnis sichtbar werden, auch dann werden die Schüler wieder einbezogen, erklärte Schelhorn. Bewegen, entspannen und Spaß haben sind vorherrschende Themen bei den Ideen und Modellen. Bemerkenswert fand Schelhorn, wie das Logo der Schule in Bewegung umgesetzt wird. Kletterturm, Rutsche, Fußballfeld mit Tribüne und ein Volleyballfeld sind Wünsche der Gruppe 3, ergänzt mit Liegebank, Sitzbänken und einem Grusellabyrinth. Auch die Gruppe 5 setzt auf Bewegung mit Sportplatz, Fußballfeld, Kletterwand und Rutsche. An Chillen wird gedacht und an einen Platz zur Naturbeobachtung. Ihren Traum von einem kleinen Bauernhof-Zoo mit Katze, Hühnern, Schäfchen, Schwein und Ziege, Tränke und Futterspender haben die Schüler im Modell veranschaulicht. Bei der Versorgung der Tiere könnten die Hausmeister mithelfen, war eine Idee. Schulleiterin Stephanie Dekker war selbst eingetaucht in die Ideenflut der Workshops. Wie sie im Gespräch mit dem TIP erklärte, konnten sich die Schüler aller Jahrgänge und Schulformen der EKS schriftlich um die Teilnahme bewerben, denn nur 42 der 970 EKS-Schüler konnten teilnehmen. Einige Schüler hatten sich ausführlich und mit Zeichnungen beworben, anderen habe ein Zettel zur Bewerbung genügt. Wichtig sei ihr gewesen, sich schriftlich zu äußern. Weitläufig ist der Schulhof der Erich-Kästner-Schule, Bäume gibt es auch, aber die graue Fläche mit ein paar in die Jahre gekommenen Sitzbänken langweilt die Kinder und Jugendlichen, nachzulesen auf den Motzzetteln und bei der Präsentation eindrucksvoll geschildert. Viel mehr ist nicht geboten, das soll sich jetzt ändern. Einzig die beiden riesigen leeren Kabeltrommeln sind begehrte Plätze zum Tummeln, wie Schulleiterin Dekker im Pressegespräch anmerkte. Die Kabeltrommeln seien ihr bei Verlegearbeiten aufgefallen, die Firma habe diese Holzkonstruktionen nicht nur gespendet, sondern auch noch aus dem Odenwald direkt in die EKS geliefert. Der neu zu gestaltende Schulhof soll den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entsprechen und der Bewegungsförderung dienen. Darin sind sich der Kreis Bergstraße als Schulträger und die Stadt Bürstadt als bewegte und soziale Stadt im Rahmen des Landesprogramms „Sportland Hessen bewegt“ einig und kooperieren. Mit der Planung ist das Büro LS2 beauftragt, federführend ist Landschaftsarchitekt Dirk Schelhorn mit seinem Team – erfahrene Spezialisten für Sportanlagen und Freiräume für alle Generationen, für Bewegung, Gesundheit, Spiel, Abenteuer und „draußen sein“. Hannelore Nowacki
Keine Chance für Langeweile lässt auch dieses Modell der Gruppe 3 mit Sportangeboten und Bereichen der Gemütlichkeit. Foto: Hannelore Nowacki