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  • Do., 27. September 2018, 23:02 Uhr
    Inspektionsübung der drei Bürstädter Feuerwehren und DRK in Bobstadt 

    Schwierige Bedingungen bei Aussiedlerhof gemeistert

    Ein „Verletzter“ wird nach der Rettung versorgt. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Unklare Rauchentwicklung auf dem Reiterhof war der Freiwilligen Feuerwehr Bobstadt am frühen Montagabend gemeldet worden. Sofort rückten Löschfahrzeuge unter Führung von Gruppenführer Kevin Wiedemann zum Einsatzort aus, er alarmierte auch die Feuerwehr Bürstadt Mitte und Riedrode, später erfolgte die Nachalarmierung der Feuerwehren Biblis und Lampertheim, die aber nicht kommen mussten. Die Einsatzleitung übernahm zwischenzeitlich der stellvertretende Stadtbrandinspektor Sven Molitor. 51 Einsatzkräfte einschließlich DRK waren vor Ort. Der aufsteigende Rauch aus Räumen der Shilo-Ranch war Disconebel und das Szenario war von den Experten der Brandbekämpfung erdacht, auch gab es in Wirklichkeit keine Verletzten. Bei der gemeinsamen, jährlichen Inspektionsübung der drei Bürstädter Feuerwehren  Bürstadt Mitte, Bobstadt und Riedrode mit Rettungskräften des DRK am Montagabend ging es um die Zusammenarbeit der drei Wehren und DRK und um die vorschriftsgemäßen Abläufe auf einem besonders herausfordernden Gelände Am Mittelfeldweg in der Nachbarschaft des Kleintierzuchtvereins. Am Ende der Übung trafen sich die Übungsteilnehmer mit den Beobachtern und Gästen zur Einschätzung des Ablaufs mit anschließender Bewirtung bei den Kleintierzüchtern, bezahlt von der Feuerwehr Bobstadt. Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf, Stadtverordnete, Magistratsmitglieder und Mitglieder des Ortsbeirates verfolgten das Geschehen, zuvor von Bürgermeisterin Barbara Schader mit Informationen über den Ablauf versorgt. Mit Blaulicht und Sondersignal weithin hörbar näherten sich die Löschfahrzeuge und drei DRK-Rettungsfahrzeuge auf der B 44 dem Einsatzort inmitten von Feldern. Die Feuerwehr aus Bürstadt kam über die B 44 und die Riedroder Feuerwehr über die Lilienthalstraße, schließlich über unbefestigte Feldwege auf Umwegen heran - nur mit Allradtantrieb zu schaffen, womit nicht alle Löschfahrzeuge ausgerüstet sind. Festen Untergrund und eine größere Stellfläche brauchte der schwere Teleskopgelenkmastwagen, der deshalb nicht dicht heranfahren konnte. Nicht nutzbar war der schmale asphaltierte Weg entlang der Gleise und des Bobstädter Bahnhofs, um sich nicht selbst zu behindern. Ein Löschtrupp mit Fahrzeugen hielt hinter dem Bahnübergang vor der Holzhandlung Blüm, da  hier ein Saugbrunnen war. Nur eine Schlauchverbindung bekam Wasser, lag prall gefüllt auf dem Boden. Die vielen weiteren Schlauchmeter blieben aus gutem Grund trocken. Wie Stadtbrandinspektor Uwe Schwara erläuterte, mussten am Bahnübergang wegen der großen Entfernung zum Brandort 500 Meter Schläuche verlegt werden, von einem Feldsaugbrunnen  an der B 44 über einen Feldweg kamen 160 Meter Schläuche hinzu. Nach Wasserfüllung hätten sie alle zum Trocken und Reinigen gegeben werden müssen und hätten somit bei einem Einsatz nicht zur Verfügung gestanden. Die Menschenrettung steht an erster Stelle, dann sind die Tiere dran. Dass es bei der Menschenrettung zur Verzögerung kam, lag nach Auskunft der Verantwortlichen an einem Missverständnis, die Retter hatten auf Wasser zum Spritzen gewartet, das jedoch aus den genannten Gründen nicht durch die Schläuche floss. Im Ernstfall könne dies nicht passieren, erklärte Schwara. Da das Feuer auf die Stallungen übergreifen könnte, wurden vorsorglich zwei Pferde in Zusammenarbeit mit Kräften vor Ort in Sicherheit gebracht. Ganz ruhig wurden sie aus dem Stall geführt, dann futterten sie mit großem Appetit sogleich ihr Heu. Die Atemschutzgeräteträger kämpften sich durch die verrauchten Räume, krochen mit Metallstangen als Orientierungshilfe vorwärts, um vermisste Personen zu finden. Bald wurde ein Entlüfter in tuckernd in Gang gebracht, der schließlich hochtourig den Rauch vertrieb. Mit Feuereifer übernahmen Mitglieder der Jugendfeuerwehr die Rolle der Verletzten. Nur ein ganz schwerer Fall, ein Verletzter, der in der Garage mit dem Durchstich einer Eisenstange gefunden wurde, war ein Dummy, eine lebensgroße Puppe. Einige Verletzte mit Knochenbrüchen und Bewusstlose wurden nach der Rettung schnell putzmunter gesehen. Am Ende hörten die Einsatzkräfte trotz der Verzögerung bei der Menschenrettung Lob für ihre erfolgreiche Arbeit. Zufrieden war der stellvertretende Kreisbrandinspektor Werner Trares ebenso wie Stadtbrandinspektor Schwara. Wegen der nicht optimalen Löschwasserversorgung im Gelände regte Trares an, dass die Stadt Bürstadt hier Schilder aufstelle. Bürgermeisterin Schader hob die funktionierende  Zusammenarbeit der Wehren hervor. Das Problem der Zufahrtswege und der Löschwasserversorgung werde im Zuge der Planung des Industriegebietes und der Kreiselanbindung gelöst. Einen echten Ernstfall hatte es einen Tag zuvor gegeben, als das Unwetter die Region am Sonntagnachmittag heimsuchte und die ehrenamtlich tätigen Freiwilligen Bürstädter Feuerwehren mit drei Fahrzeugen und dreizehn Mann in Mörfelden-Walldorf eingesetzt wurden. Schwara berichtete, dass sie erst um zwei Uhr nachts wieder zurück waren.  Hannelore Nowacki

     

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