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  • Mo., 28. April 2014, 16:53 Uhr
    Orgelkurs „Klangwerkstatt“ des Evangelischen Dekanats Ried erfolgreich

    Sein Ohr „an die Brüstung hängen“

    LAMPERTHEIM - Zu einem besonderen Orgelkurs hatte das Dekanat Ried im April eingeladen. Zehn neben- und ehrenamtliche Organistinnen und Organisten aus ganz Südhessen waren nach Lampertheim gekommen, um in der Domkirche unter Anleitung von Kantorin Heike Ittmann die 2005 neu erbaute Orgel der Firma Vleugels kennenzulernen und zu spielen.

    Die wegen ihres von Eberhard Münch auffällig gestalteten Prospektes unter dem Namen „Die große Blaue“ bekannte Orgel ist mit zurzeit 39 Orgelregistern die größte im Ried. Immer wieder werden Register hinzugefügt: So bekam die Orgel im letzten Jahr anlässlich der Einweihung der neuen Glocken für die Domkirche eine Celesta (Glockenspiel) dazu.

    Kantorin Heike Ittmann und zwei Teilnehmer an der Orgel. Foto: oh


    Schwerpunkt des Orgelkurses war die Auslotung der klanglichen Möglichkeiten, welche die Orgel für die verschiedenen musikalischen Stilepochen ermöglicht. Dazu zitierte Heike Ittmann den berühmten zeitgenössischen, inzwischen verstorbenen niederländischen Organisten Ewald Kooiman mit den Worten, man müsse „sein Ohr an die Brüstung hängen“, um ein Gefühl für eine gute Registrierung zu bekommen. Weiter sagte sie: „Als Organistin habe ich selbst oft einen anderen Klangeindruck als die Zuhörer, die im Kirchenschiff die Orgel hören, da ich direkt vor den Pfeifen sitze und der Klang über mich hinweg geht.“

    Alle Kursteilnehmer bekamen Einzelunterricht anhand mitgebrachter Orgelstücke, deren musikhistorische Spannbreite von Johann Sebastian Bach (1685-1750) über Max Reger (1873-1916) bis zu Olivier Messiaen (1908-1992) reichte. Neben dem Ausprobieren einer passenden Registrierung gab Heike Ittmann auch Tipps für eine musikalisch angemessene Artikulation und Interpretation der Musikstücke. „Jedes noch so kurze Musikstück wird interessant, wenn man ihm die gleiche interpretatorische Aufmerksamkeit wie einem großen Orgelstück von Bach schenkt“, erklärte sie.

    Die anderen Kursteilnehmer nutzten den Unterricht ihrer Kollegen, um im Hintergrund selbst aufmerksam zuzuhören oder im Kirchraum hin und her zu gehen, um den Rat Ewald Kooimans umzusetzen und einen möglichst vielfältigen Klangeindruck von der Orgel zu bekommen. Mit dem Verlauf der Veranstaltung zeigten sich Kantorin Heike Ittmann und Dekanatskantorin Gunhild Streit, die Organisatorin des Kurses, sehr zufrieden. „Die Resonanz auf unser Angebot war so gut, dass wir wieder eine Fortbildung an „der großen Blauen“ anbieten werden“, freute sich Gunhild Streit. zg

     

     

     

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