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  • Mo., 05. Februar 2018, 14:54 Uhr
    Präventionstag in der Elisabeth-Selbert-Schule bot Schülern Einblick in gesellschaftliche Dimensionen ihres Handelns

    „SelbstBewusstSein” im Umgang mit Medien, Gewalt und Sucht fördern

     

    Interessiert verfolgte die Erste Kreisbeigeordnete Diana Stolz (2.v.r.), wie Schüler der ESS an der T-Wall mithilfe einer entsprechenden Brille den Reaktionsverlust im Rausch vermittelt bekamen. Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – „SelbstBewusstSein” – unter diesem Titel stand am Montag ein besonderer Präventionstag in der Elisabeth-Selbert-Schule (ESS). In insgesamt 38 Workshops rund im die Themen Medien, Gewalt und Sucht erhielten die Schüler die Möglichkeit, sich intensiv und mit Fachpersonal zu bestimmten Themen, die sie selbst bewegen und eventuell auch betreffen, auseinanderzusetzen.

    Die Schüler konnten vier Workshops auswählen, von denen sie letztendlich zwei belegten. Das Angebot richtete sich gegen jede Art von Gewalt und Diskriminierung, gegen Sucht und für einen verantwortungsvollen und sicheren Umgang mit den sozialen Medien. Unter anderem ging es in den Workshops – ohne erhobenen Zeigefinger –  um die gesellschaftlichen Dimensionen zu den Themenfeldern und gleichzeitig auch Grenzen zu erkennen, zu verstehen und zu akzeptieren.

    Schwerpunkte bildeten dabei unter anderem die Alltagsdrogen wie Nikotin und Alkohol. Hier stellte sich beispielsweise die Frage, wie man rauchfrei und mit klarem Kopf gut drauf sein kann. In diesem Zusammenhang verdeutlichte die Polizei in einem Workshop mithilfe der sogenannten T-Wall, wie sich ein Rausch auf die Reaktionen im Alltag und hier insbesondere auf den Straßenverkehr auswirkt. Die Schüler waren hier aktiv beteiligt und erfuhren am eigenen Leib durch eine Rauschbrille, wie sehr die Reaktionsfähigkeit nachlässt. Auch das Thema Cannabis konnte unter dem Titel „Macht Hasch lasch?” vertieft werden.

    Ein weiterers wichtiges Themenfeld war der Datenschutz. Den Schülern wurden dabei unter anderem klare und einfache Verhaltensregeln für mehr Sicherheit im Netz vermittelt. Dabei fängt dies bereits bei der Wahl sicherer Passwörter an und geht bis zum Vorgehen gegen Cybermobbing. Hierzu gab es passende Workshops zum Thema Zivikcourage sowie ein Anti-Aggresivitäts-/Coolness-Training und einen Selbstverteidigungsworkshop für Frauen. Ebenfalls wichtig war zudem das Verhalten im Bereich des Social Media wie Facebook, Instragram oder WhatsApp – gerade auch das Thema Sexting und die damit verbundene Offenheit im Internet und in den sozialen Medien wurde hier in einem Workshop verdeutlicht. Passend zur aktuellen Diskussion rund um Sexismus konnte der couragierte Umgang mit diesem Thema behandelt und der Frage nach den Geschlechterbildern nachgegangen werden.

    Die Demokratie kam ebenfalls nicht zu kurz, ebenso wie die Frage, wie diskriminerende Redensarten im Alltag auftauchen und wie sehr diese Gefühle verletzen können. Generell spielte die Menschen- und Fremdenfeindlichkeit in mehreren Workshops eine große Rolle, auch mit einem Einblick in die Lebenswelten von rechtsextrem orientierten Jugendlichen. Und auch ein Theaterworkshop stand auf dem Programm. Abgerundet wurde der Präventionstag durch eine Ausstellung zum Thema „RECHTSaußen – MITTENdrin” und einer alkoholfreien Cocktailbar.

    Junge Menschen in ihrem Alltag zu stärken und auf dem Weg zum Erwachsenwerden begleiten und zu fördern ist ein zentrales Anliegen der ESS, die seit 2011 dem Netzwerk Schule ohne Rassismus angehört, wie Schulleiterin Gabriele Polzin betonte – ebenso wie für den Fachdienst für Jugendförderung und Jugendschutz des Kreises Bergstraße und die Regionalstelle Süd des Demokratiezentrums Hessen, angesiedelt im Haus am Maiberg in Heppenheim. „Wir wünschen uns, dass unsere Schüler sich ihrer selbst bewusst werden und Verantwortung übernehmen”, erläuterte Gabriele Polzin das Motto des Präventionstages. „Wir wollen dabei den Blick auf die Lebenswelt unserer Schüler richten.“ Denn junge Erwachsene müssen ihren Weg finden und Antworten auf wichtige Fragen bekommen, die sich zum Beispiel bei der Nutzung digitaler Medien oder in möglichen Sucht- oder Gewaltsituationen ergeben. „Sie müssen, gerade wenn es ihnen nicht gut geht, einen eigenen Standpunkt im Umgang zwischen Genuss und Sucht entwickeln.”

    Vertreter des Kreises um die Erste Beigeordnete Diana Stolz, der Stadt Lampertheim und der beteiligten Institutionen machten sich vor Ort ein Bild von dem umfangreichen Angebot. „Prävention an den Schulen ist uns besonders wichtig”, betonte die Kreisbeigeordnete Diana Stolz. „Schüler lernen hier in besonderer Form etwas für das Leben. Dabei ist Prävention sehr vielfältig, es ist beachtlich was Sie hier auf die Beine gestellt haben.” Benjamin Kloos

     

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