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  • Mo., 23. Januar 2017, 14:13 Uhr
    Internationaler Gedenktag „NEIN zu Gewalt gegen Frauen“ gab Anstoß zum Schnuppertraining

    Selbstverteidigung beim Taekwondo-Verein Black Tigers



    Eine muntere Gruppe hatte sich in der Altrheinhalle zusammengefunden, um an zwei Abenden Techniken der Selbstverteidigung kennenzulernen. Foto: Hannelore NowackiLAMPERTHEIM – Gewalt gegen Frauen ist kein neues Thema, nicht in Deutschland und auch weltweit nicht. Der Internationale Gedenktag „NEIN zu Gewalt gegen Frauen“ am 25. November und Signal-Aktionen wie „Das kommt mir nicht in die Tüte“ weisen jährlich auf das Gewaltproblem hin. Doch Frau kann sich wehren. Sonja Niederhöfer, Frauenbeauftragte der Stadt Lampertheim, ist schon länger in Sachen Selbstverteidigung aktiv, bislang in Zusammenarbeit mit einem Bürstädter Verein. Nun hat es auch in Lampertheim geklappt, nachdem sie mit Harry Heidenreich vom Taekwondo-Verein Black Tigers Lampertheim Kontakt aufgenommen hatte. Zum ersten Mal bietet der Kampfsportverein einen kostenlosen Schnupperkurs für Frauen an, geleitet von den Trainern Harry Heidenreich und seinem Bruder Frank Heidenreich. Bei der Pratzenübung packt auch die Zweite Vorsitzende Christiane Knüttel mit an, während Tochter Katharina Knüttel als Trägerin des roten Gürtels gemeinsam mit den Trainern die Übungen vorführt. Für die beiden Schnuppertermine am vergangenen Freitagabend und am kommenden Freitag hatten sich 28 Frauen unterschiedlichen Alters angemeldet, nur eine Frau war nicht erschienen – eine Resonanz, die beim Verein und der Frauenbeauftragten sehr gut ankam. In neunzig Minuten erlernen die Frauen Grundhaltungen der körperlichen Abwehr eines Angreifers. Ganz wichtig aber auch die Fähigkeit, sich laut und energisch zu äußern, um entweder den Angreifer zu verunsichern und/oder Hilfe zu bekommen. Bevor die Teilnehmerinnen mit ihrer ersten Übung loslegen konnten, hatte Bürgermeister Gottfried Störmer das Wort. Beeindruckt und begeistert sei er, dass so viele Frauen mitmachten. Als ehemaliger Polizeibeamter und jetziger Vorsitzender des Vereins „Bürger und Polizei“ könne er das Vorhaben nur unterstützen. Es gehe darum, sich körperlich verteidigen zu können und das Bewusstsein zu haben, sich wehren zu können, wenn der Fall eintreten würde, aber auch sich einer Situation zu entziehen oder beizutragen, selbst keinen Schaden zu nehmen. Bürgermeister Störmer wünschte den Teilnehmerinnen Spaß an der sportlichen Betätigung  und dankte den Trainern, die ihre Zeit zur Verfügung stellten. Über die Sportart Taekwondo zeigte sich der Bürgermeister bestens informiert, auch als Vater von Adrian Störmer, der bei den Black Tigers Co-Trainer ist. Die Resonanz spreche Bände, meinte Frauenbeauftragte Niederhöfer, auf ihrer Warteliste stehen sogar noch dreizehn Interessentinnen. „Tauchen Sie ein in die Welt der Selbstverteidigung“ lautete die Einladung von Trainer Harry Heidenreich an die Teilnehmerinnen. Zusammen mit seinem Bruder Frank komme er auf über 40 Jahre Gesamterfahrung, teilte er mit.  In einer Fragerunde erkundete er, welche sportlichen Vorerfahrungen die Teilnehmerinnen mitbringen. Nicht wenige Frauen sagten: „Ich bin ganz unbedarft und will nur mal schauen“. Einfach laufen und bewegen, schauen was passiert, waren die ersten Aufgaben. Im zweiten Teil vor der Halbzeitpause zeigten die Selbstverteidigungsexperten wie man bei einem Angriff von vorn reagieren kann. Ein lauter Gihap-Schrei, wie er beim Taekwondo üblich ist, soll die Abwehrreaktion durch Muskelanspannung wirkungsvoll unterstützen und kann den Angreifer irritieren. Über dreißig Mitglieder habe der Verein zurzeit, ließ die Vorsitzende wissen. In der Altrheinhalle trainieren dienstags und freitags alle Altersgruppen gemeinsam jeweils anderthalb Stunden.  Hannelore Nowacki

    Die beiden Trainer Harry Heidenreich (rechts) und Frank Heidenreich führten den Teilnehmerinnen Reaktionen vor, die bei einem Angriff von vorn helfen. Foto: Hannelore Nowacki


     

     

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