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  • Fr., 17. Oktober 2014, 09:40 Uhr
    25. Stadtverordnetenversammlung: Erster Stadtrat Jens Klingler wiedergewählt / Sieben Ehrungen für langjähriges ehrenamtliches Wirken

    „Setze weiterhin auf Offenheit und Transparenz”

    Das Ergebnis wird verkündet. Mit 27 Ja-Stimmen wurde Jens Klingler für die kommenden 6 Jahre im Amt des Ersten Stadtrates wiedergewählt. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die 25. Sitzung der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstagabend war die erste Sitzung seit dem 23. Juli, dem Beginn der Sommerpause. Auffallend zahlreich waren Bürger als Zuhörer gekommen. Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass hob dies zu Beginn der Sitzung hervor und begrüßte unter den Ehrengästen auch den früheren Bürgermeister Erich Maier. Mit siebzehn Punkten war die Tagesordnung prall gefüllt, über sechs  Beschlussvorschläge stimmten die Stadtverordneten einstimmig ab, darunter die Satzung über die Erhebung einer Steuer auf Spielapparate und auf das Spielen um Geld oder Sachwerte im Gebiet der Stadt Lampertheim im zweiten Nachtrag sowie die Abrechnung der städtebaulichen Sanierungsmaßnahme „Untere Römerstraße“. Dem Magistrat wurde die Entlastung für den geprüften Jahresabschluss 2010 der Stadt Lampertheim ebenfalls einstimmig erteilt. Erster Stadtrat Jens Klingler stellte die Entwürfe der Haushaltssatzung mit dem Haushaltsplan für das Jahr 2015 vor. Den Stadtverordneten stand dazu eine gewichtige, etwa drei Zentimeter dicke Tischvorlage zur Verfügung. Das Haushaltssicherungskonzept konnte nicht vorgelegt werden, weil noch wichtige Vorgaben des Landes Hessen fehlten, wie Klingler erläuterte.

    Auch werden zum ersten Mal mit dem Haushalt für 2015 Kennzahlen zur Bewertung der finanziellen Leistungsfähigkeit der Gemeinde anhand objektiv messbarer und aussagefähiger Kriterien ermittelt, wobei diese Kennzahlen die komplexen Haushaltsdaten in komprimierter Form abbilden und verständlicher machen, erklärte Klingler. Nachdem Stadtverordnetenvorsteherin Stass einen Wahlvorstand berufen hatte und die 42 wahlberechtigten Stadtverordneten namentlich zur Stimmzettelabgabe aufgerufen worden waren, stand fest, woran zuvor kein Zweifel bestanden hatte: Erster Stadtrat Jens Klingler war mit 27 Ja-Stimmen wiedergewählt. Die Fraktionsmitglieder der Koalitionspartner SPD und Grüne haben Klingler damit für die nächsten sechs Jahre den Rücken gestärkt. Die neue Amtszeit als Beamter auf Zeit beginnt am 1. Februar 2015. Bürgermeister Gottfried Störmer überreichte Klingler die Ernennungsurkunde und gratulierte dem früheren  Gegenkandidaten in der Bürgermeisterwahl mit „einem persönlichen Satz“: Seit zehn Monaten arbeiten wir sehr gut zusammen, „wir haben einen guten Weg gefunden“. Klinger richtete seinen besonderen Dank zur Wiederwahl an die Fraktionen der SPD und Grünen. Offenheit und Transparenz werde er auch zukünftig anbieten.

    Mit sieben Ehrungen endete die Stadtverordnetenversammlung. Im Anschluss waren alle ins Foyer des Stadthauses eingeladen, wo bei einem Umtrunk in lockerer Atmosphäre Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen war. Mit der Verleihung der Ehrenbezeichnung Ratsherr mit Ernennungsurkunde gemäß Ehrensatzung der Stadt Lampertheim und der Hessischen Gemeindeordnung wurden Adam Ackermann (SPD), Mitglied des Ortsbeirats Hüttenfeld, und der Stadtverordnete Pietro Marconi (CDU) für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement in der Lokalpolitik geehrt. Helmut Hummel (FDP), der seit 1968 bis 2014 kommunalpolitisch aktiv war, wurde mit der Stadtplakette in Silber ausgezeichnet, die Bürgermeister Störmer überreichte. Bis 2014 war Hummel Fraktionsvorsitzender seiner Partei im Stadtparlament war und arbeitete in mehreren Ausschüssen und Kommissionen mit. Hans Schlatter (SPD), der sich seit 50 Jahren in politischen Ehrenämtern engagiert, wurde mit der Stadtplakette in Gold ausgezeichnet. Als Mitglied des Magistrats ist Schlatter auch seit Jahren in der Sportkommission tätig. „Es waren 50 gute Jahre“, sagte Schlatter in seiner Dankesrede. In seinem Rückblick würdigte Schlatter die neu gegründeten Städtepartnerschaften. Besonders beeindruckt war er vom damaligen Besuch der jüdischen Mitbürger, die Lampertheim verlassen mussten und die Nazizeit überlebt hatten.

    Landrat Matthias Wilkes überbrachte drei Ehrenbriefe des Landes Hessen und hielt die Laudatio für die Geehrten. Kurt Arnheiter aus Hüttenfeld hat sich vielfältig im politischen und Vereinsleben engagiert. Seit 2001 ist er für die SPD im Ortsbeirat, ein Jahr später wurde er zum 1. Vorsitzenden der Sportgemeinde gewählt. Seit 1980 ist Arnheiter ehrenamtlich für die Gewerkschaft aktiv, ist setzt sich im Personalrat für die Mitarbeiter der JVA Darmstadt und im Justizministerium ein. Thomas Bittner, der früh in die Lokalpolitik eingestiegen ist, wurde  2002 Stadtverordneter, seit ist er 2006 FDP-Fraktionsvorsitzender. Bittner ist in mehreren Arbeitskreisen und Vereinen aktiv, seit zwölf Jahren auch im Naturschutz Kreis Bergstraße. Als stellvertretender Vorsitzender der Verbandsversammlung des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße (ZAKB) habe er maßgeblich an der Erfolgsgeschichte des ZAKB mitgewirkt. Stadtverordneter Wolfgang Kühn (SPD) wurde für seine Verdienste um die Gemeinschaft mit dem Landesehrenbrief ausgezeichnet. Landrat Wilkes hob das vielfältige Engagement Kühns im Schachspiel hervor – 20 Jahre leitete Kühn die Schach-AG in der Schillerschule in Bürstadt und war Vereinsvorsitzender. 18 Jahre war er in der AG 60plus seiner Partei engagiert und seit 2002 ist Kühn Mitglied des Seniorenbeirats, drei Jahre später kam er in den Kreisseniorenbeirat. Als Stadtverordneter hat er in vielen Ausschüssen und Kommissionen Verantwortung übernommen. „Mehr geht eigentlich nicht“, meinte Landrat Wilkes und ergänzte: „Das Ehrenamt kennt keine Altersgrenze“.

    Hannelore Nowacki

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