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  • Di., 16. Februar 2016, 23:03 Uhr
    Drohende Zahlungsunfähigkeit / „Hoffen, dass Personal und Patienten ihren Kliniken treu bleiben„

    SHK beantragt Eröffnung eines Insolvenzverfahrens

    SÜDHESSEN – Der Südhessische Klinikverbund gGmbH (SHK) hat heute nach einer ordentlichen Gesellschafterversammlung beim Amtsgericht Darmstadt wegen drohender Zahlungsunfähigkeit die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung beantragt.

    Das bei der Übernahme des 95-Prozent-Anteils am SHK zwischen den Gesellschaftern Universitätsmedizin Mannheim (UMM) und kirchlicher Stiftung Heilig-Geist-Hospital Bensheim vereinbarte Sanierungskonzept ist nicht so erfolgreich verlaufen wie ursprünglich vom damaligen und vom derzeitigen Träger geplant. Daraufhin hatte die UMM im Herbst 2015 einen sanierungserfahrenen Geschäftsführer für den SHK bestellt, ein überarbeitetes Sanierungskonzept präsentiert und dessen Machbarkeitsprüfung mit einer weiteren Liquiditätsspritze von insgesamt 9 Millionen Euro finanziert. Dennoch ist eine wirtschaftliche Kehrtwende nicht absehbar.

    „Die Universitätsmedizin Mannheim muss wie jedes Krankenhaus in Deutschland sicherstellen, dass notwendige Investitionen aus eigener Kraft erwirtschaftet werden“, erläutert UMM-Geschäftsführer Dr. Jörg Blattmann. „Bei der heutigen Entscheidung mussten wir sorgfältig unsere Verantwortung für die UMM abwägen gegenüber unserer Verantwortung für den SHK, für dessen Restrukturierung wir seit 2013 bereits einen zweistelligen Millionenbetrag bereitgestellt haben. Leider konnten wir in unseren zahlreichen Gesprächen der vergangenen Monate mit der Mitgesellschafterin kirchliche Stiftung Heilig-Geist-Hospital Bensheim, dem Bistum Mainz, den Gläubigern des SHK sowie der regionalen und überregionalen Politik keinen Kompromiss erzielen, der einen nachhaltig wirtschaftlichen Betrieb des medizinischen Angebots des Klinikverbunds ermöglicht.“

    Die UMM unterstützt die Maßnahmen der SHK-Geschäftsführung, das Insolvenzgeld für die insgesamt 519 Beschäftigten zügig vorzufinanzieren und so die Löhne und Gehälter bis einschließlich April 2016 bis zur Höhe der Beitragsbemessungsgrenze sicherzustellen. „Wir hoffen, dass das Personal und die Patienten ihren Kliniken treu bleiben und die Geschäftsführung, den neuen insolvenzerfahrenen Generalbevollmächtigten und den vorläufigen Sachwalter bei deren herausfordernder Aufgabe unterstützen“, so Blattmann weiter.

    Der SHK kämpft seit Jahren mit hohen Altschulden, großem Investitionsbedarf und einem im Vergleich zu anderen Kliniken schlechten Verhältnis zwischen Erlösen und Kosten. „Das ursprüngliche Sanierungskonzept war beim Kauf zwischen den Gesellschaftern UMM und kirchlicher Stiftung vereinbart worden. Es sah den Ausbau medizinischer Angebote in den SHK-Häusern durch enge Kooperationen mit den einzelnen Fachkliniken der UMM vor“, berichtet der Ärztliche Direktor und Geschäftsführer der UMM, Professor Dr. med. Frederik Wenz. Nachdem dieses Sanierungskonzept nicht erfolgreich war, hatte die UMM im Oktober 2015 ein neues Konzept vorgestellt. Dieses sah vor, den SHK im Zusammenwirken mit allen Anspruchsgruppen zu entschulden und mit einem klaren örtlichen Profil neu am Markt aufzustellen. So sollte am Sankt Marien Krankenhaus Lampertheim die Geriatrie weiter ausgebaut werden, das Heilig Geist Hospital Bensheim sollte sich auf Innere Medizin und Urologie konzentrieren und am Standort Lindenfels sollte das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) erhalten bleiben und erweitert werden.

    Um die Umsetzbarkeit dieses Konzepts zu prüfen und mit allen Anspruchsgruppen über deren Sanierungsbeiträge sprechen zu können, hat die UMM seit vergangenem Oktober zwei Finanzspritzen für die Aufrechterhaltung des Betriebs in den drei SHK-Kliniken gegeben. zg

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