Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » „Sie alle sind Bürstadt“ – „eine starke Gemeinschaft“
Mo., 12. Januar 2015, 11:08 Uhr
Neujahrsempfang der Stadt Bürstadt mit Bürgern und zahlreichen Ehrengästen
„Sie alle sind Bürstadt“ – „eine starke Gemeinschaft“
Nach dem offiziellen Programm des Neujahrsempfangs der Stadt Bürstadt mit Ansprachen, Sportlerehrung und Darbietungen des Instrumentalkreises waren alle Gäste zum geselligen Sektempfang eingeladen. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Bürgermeisterin Barbara Schader freute sich über den voll besetzten Saal. „Ich verstehe das als Zeichen der Verbundenheit mit unserer Stadt“, sagte sie in ihrer Neujahrsansprache beim traditionellen Neujahrsempfang am Freitagabend im Bürgerhaus. Jeden einzelnen Besucher hatte sie am Saaleingang zusammen mit ihrem Ehemann Klaus persönlich begrüßt. Angemeldet hatten sich nach Einladung etwa 370 Bürgerinnen und Bürger. Zum gemeinsamen Beginn des neuen Jahres waren viele Ehrengäste und ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger gekommen, aus der Politik, der Wirtschaft, des öffentlichen Lebens, der Kirchengemeinden, Vereine und Organisationen, deren namentliche Auflistung auf der Großleinwand zu lesen war. Aus den Nachbargemeinden Lampertheim und Biblis waren die Bürgermeister Gottfried Störmer und Felix Kusicka der Einladung gefolgt, Lorsch entsandte den Ersten Stadtrat Klaus Schwab. Auch die schönen Bilder des vergangenen Jahres, die das bunte Leben in Bürstadt eindrucksvoll dokumentieren, waren in der Bilderschau auf der Leinwand zu sehen, die auf der Bühne im Blickpunkt stand. Der Instrumentalkreis unter der Leitung von Ewald Glombik begleitete die Feierstunde mit schwungvollen, festlichen Klängen. In ihrem Rückblick auf das Jahr 2014 spannte Schader den Bogen von der Einweihung des neuen Marktplatzes über das erste Industriegebietsfest bis hin zur interkommunalen Zusammenarbeit und erfolgreichen Bewerbung bei der Dietmar Hopp Stiftung, die den Bürgern bald eine multifunktionale Bewegungsanlage im Bürgerhauspark bescheren wird. „Es war ein gutes Jahr“, stellte Bürgermeisterin Schader fest, „ein Jahr, in dem wir mit großen Projekten der Stadtentwicklung ein gutes Stück vorangekommen sind“. Aus dieser Erfahrung heraus formulierte Schader den passenden Slogan für Bürstadt: „Eine starke Gemeinschaft stellt zukunftsfähige Weichen für die nachhaltige Weiterentwicklung unserer Stadt“. Für die Kultur des Ehrenamtes und das lebendige Vereinsleben nannte Schader zahlreiche Beispiele, dankte aber auch den Sponsoren, die mit ihrer Unterstützung den Erhalt der Bürstädter Tafel ermöglichen. Mit dem breiten Angebot und der Vielfalt an Bildungs- und Kinderbetreuungseinrichtungen sei Bürstadt ein attraktiver Wohnort im Herzen der Metropolregion. Zum umfassenden Angebot für Familien gehöre auch eine qualitative und bedarfsorientierte Altenhilfe. Dank einer Förderzusage des Landes Hessen werde 2015 mit dem Umbau und der Modernisierung des Altenhilfezentrums St. Elisabeth begonnen. In Bobstadt sei im Zuge des hessischen Dorferneuerungsprogramms bereits einiges zur Belebung des Stadtteils erreicht worden. Eine gute Entwicklung sei auch in der Innenstadt eingeleitet worden, hier durch das Förderprogramm Lokale Ökonomie mit insgesamt 28 Förderbescheiden an Händler, Dienstleister und Gastronomen. Eine „Einkaufsheimat“ und Ort der Begegnung soll so entstehen. In die Planungen zur Umgestaltung des Bahnhofsumfeldes werden die Bürger einbezogen – die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie werden in einer Bürgerversammlung Ende Februar diskutiert. Im Lied „Mein größter Wunsch“ von Udo Jürgens, das die Bürgermeisterin im Gedenken an den verstorbenen Sänger einspielen ließ, geht es auch um verbindende Brücken zwischen den Menschen, ein Anliegen, das Bürgermeisterin Schader mit Blick auf die Flüchtlinge als Auftrag sieht: „Bürstadt präsentiert sich dank vieler ehrenamtlich Engagierter und besonders auch dank unseres Jugendrates als offene und tolerante Stadt mit einer lebendigen Willkommenskultur“.
„Unsere Stadt Bürstadt ist nicht nur ein guter Ort zum Leben, diese Stadt ist vor allem eine starke Gemeinschaft“, sagte Bürgermeisterin Barbara Schader in ihrer Neujahrsansprache. Foto: Hannelore Nowacki
Pfarrer Adam Malczyk von der Pfarrgemeinde St. Josef Bobstadt wünschte den Zuhörern in seiner Ansprache „viel Elan und Einsatzbereitschaft in unserer Heimatgemeinde“ und machte mit einem Zitat von Augustinus Mut dazu: Ihr seid die Zeit, seid ihr gut, sind auch die Zeiten gut. Sein Appell: „Es liegt an uns, die Zukunft möglich zu machen“. Stadtverordnetenvorsteher Ewald Stumpf wandte sich mit einer nachdenklichen Rede an seine Mitbürgerinnen und Mitbürger. Zum Thema „innere Freiheit“ beleuchtete er die erfolgsorientierte Welt, die zum Beispiel nach stromlinienförmiger Karriere, Smartphone und ständiger Erreichbarkeit verlangt. Warum nicht „nein“ sagen, wo ein „ja“ erwartet wird, fragt Stumpf. Dem trennenden Anspruch der absoluten Wahrheit zieht er die Wahrheit im Dienste der Verbindung unter den Menschen vor, ganz im Sinne des Philosophen Karl Jaspers: „Wahrheit ist, was uns verbindet“. Frei nach Hermann Hesse sprach er seine Einladung an das Publikum aus: „Blicken wir nach vorne und spüren ihn, diesen besonderen Zauber eines Jahreswechsels“. Zum abschließenden Radetzky-Marsch durfte ausdrücklich mitgeklatscht werden. Der folgende Sektempfang bot Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, ganz so wie es Bürgermeisterin Schader und Erster Stadtrat Walter Wiedemann in ihrer Einladung angeregt hatten. Frischer Glücksklee im Töpfchen stand für jeden zum Mitnehmen bereit. Hannelore Nowacki