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  • Di., 18. September 2018, 08:03 Uhr
    Erster Lampertheimer Kulturpreis an Kantorin Heike Ittmann verliehen

    „Sie leistet Großartiges und repräsentiert die Stadt und Region“

    Kulturpreisträgerin Heike Ittmann. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Die Abendsonne strahlte, als hätte sie der musikalischen Feierstunde am Sonntag zur Verleihung des Lampertheimer Kulturpreises 2018 an Kantorin Heike Ittmann den angemessenen Glanz geben wollen. Zur Eröffnung spielte Heike Ittmann auf der großen blauen Vleugels-Orgel in der Domkirche aus „Das Rheingold“ von Richard Wagner „Abendlich strahlt der Sonne Auge“, gesanglich begleitet vom international bekannten Tenor und Wagner-Interpreten Karsten Mewes. Nach der Begrüßung der großen  Festgemeinde durch Bürgermeister Gottfried Störmer und den „Gedanken zum Kulturpreis“, die der Vorsitzende der Kulturkommission, Stadtrat Gottlieb Ohl, vortrug, folgte von Giacomo Puccini „Te Deum“ aus der Oper Tosca, nach der Laudatio von Professor Ulrike Wohlwender und der Verleihung des ersten Lampertheimer Kulturpreises durch Bürgermeister Störmer an Kantorin Ittmann, die auch Organistin an der Domkirche ist, spielte sie „Ja, es sollen wohl Berge weichen“ von Felix Mendelsohn Bartholdy, ebenfalls von Mewes raumfüllend gesungen. Die Laudatorin und der Sänger sind der Stadt Lampertheim als Wohnort verbunden. Auch dass die Preisträgerin selbst zur Feierstunde ihren Arbeitsplatz an der Orgel einnahm und den Gästen ein beeindruckendes Konzerterlebnis bot, war ihr ausdrücklicher Wunsch gewesen. Eine besondere Überraschung, die nicht im Programm verzeichnet war, wurde der Auftritt der Dekanatskantorei inmitten der Zuschauer zwischen den Kirchenbänken – eine gesangliche Danksagung an die Chorleiterin Heike Ittmann. Der Heidelberger Universitätsmusikdirektor Michael Sekulla hatte für diesen Auftritt ihre Vertretung übernommen. Bewegte Schlussworte sprach Pfarrerin Sabine Sauerwein, die das Publikum wissen ließ, dass alle in der Lukasgemeinde gerne mit ihrer Kantorin musizieren. „Wir sind stolz auf sie“. Auch weil durch die Tätigkeit Ittmanns die Bedeutung der Kirchenmusik und deren Wirkung in der Gesellschaft allen zuteilwerde. Bürgermeister Störmer begrüßte namentlich die Ehrengäste aus der Politik und weitere Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, die der Feierstunde offizielles Gewicht verliehen. So war es auch dem Beschluss der Stadtverordneten zu verdanken, dass der neue Kulturpreis aus der Taufe gehoben wurde. Die Kulturkommission der Stadt Lampertheim hatte sich einstimmig für die Verleihung an Kantorin Ittmann ausgesprochen, was Störmer besonders freute. „Kultur hat die Aufgabe zu erfreuen, zu lehren und zu bewegen“, sagte Störmer zur Erklärung, Kunst vermittle neue Erfahrungen und Erkenntnisse. Heike Ittmann habe weit über die Stadtgrenzen hinaus Anerkennung gefunden. „Sie leistet Großartiges und repräsentiert die Stadt und Region“. Kultur sei für jede Kommune unverzichtbar. Den gewichtigen Kulturpreis in Gestalt einer 8,7 Kilogramm schweren Trophäe mit herausragendem „K“ hatte Bernhard Hossner geschaffen, ehrenamtlicher Stadtrat und aktiv in der Lampertheimer Künstlerszene. In seinen Gedanken zum Kulturpreis sprach Ohl vom politischen Willen, diesen Kulturpreis zu vergeben und im Haushalt Mittel dafür bereitzustellen wie im Dezember letzten Jahres geschehen. Neben der Skulptur ist ein Geldpreis von 2.000 Euro mit der Auszeichnung verbunden. Der Kulturpreis werde an Menschen vergeben, die als Künstlerinnen oder Künstler mit dem Leben in Lampertheim verbunden sind, deren Werk in Verbindung mit Lampertheim stehe und die einen Namen als Kulturträger haben, durch deren Werke die Wahrnehmung Lampertheims steige und die ein herausragendes künstlerisches Schaffen auszeichne. 43 Vorschläge von Bürgern seien eingegangen. Bei Heike Ittmann sei besonders zu erwähnen, dass durch ihre musikalischen Engagements auch national und international sehr bekannte Musiker nach Lampertheim kommen, wie auch beim Orgelsommer, um unter ihrer Leitung mitzuwirken. Die Laudatorin Ulrike Wohlwender, früher Fachbereichsleiterin Klavier an der Musikschule Lampertheim und seit acht Jahren Professorin für Klavierpädagogik an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart, beschrieb die Ausbildung und den beruflichen Werdegang der Preisträgerin, die nach dem Studium der Evangelischen Kirchenmusik in Heidelberg ihre Ausbildung fortsetzte und zahlreiche Meisterkurse bei namhaften Organisten besuchte. Seit Januar 2003 ist Heike Ittmann Kantorin in Lampertheim, konzertiert als Orgelsolistin und tritt regelmäßig mit Chören und Ensembles in Deutschland und im europäischen Ausland auf. Ittmann bringe die Musik auf einzigartige Weise zu Gehör, ihr sei kein Horizont zu weit, wie auch ihre Konzerte belegen, darunter ein Benefizkonzert für die Tafel und das Orgelwunschkonzert sowie demnächst am 19. Oktober die Lange Nacht der Lampertheimer Musikgruppen „Open the door – klingender Dom“. Alte und moderne Musik, Endlichkeit und Unendlichkeit verbinde Ittmann zum gemeinsamen Erleben, an Vernetzung liege ihr. „Du bist ein Glücksfall für Lampertheim“. Die Preisträgerin wiederum dankte allen, die Anteil an ihrem Preis haben, wie sie hervorhob, bei der Stadt Lampertheim besonders Rolf Hecher, Leiter des Fachbereichs Kultur, und Bürgermeister Störmer. Ihre Fans dürfen gespannt sein auf die Auftragskomposition, für die sie das Preisgeld ausgeben will. Nach der musikalischen Feierstunde fanden sich viele Gäste beim Umtrunk vor der Domkirche ein, veranstaltet vom Förderverein der Domkirche. Hannelore Nowacki

    Bürgermeister Gottfried Störmer überreichte Heike Ittmann den Kulturpreis im Beisein von Gottlieb Ohl, Vorsitzender der Kulturkommission, und Bernhard Hossner (links), der die Skulptur künstlerisch gestaltet hat. Foto: Hannelore Nowacki


     

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