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  • Mi., 22. März 2017, 22:36 Uhr
    Fadi Al Saied nimmt nach absolvierter Ausbildung Arbeit als Integrationslotse auf

    „Sie sind ein wichtiges Element für unsere Willkommenskultur”

    Trägt als Brückenbauer zur Willkommenskultur bei: Der neue Integrationslotse Fadi Al Saied (3.v.r.) erhielt durch Bürgermeister Gottfried Störmer (5.v.l.) das entsprechende Zertifikat – auch zur Freude von Dr. Brigitta Eckert vom Lernmobil Viernheim (l.). Foto: Benjamin Kloos


    LAMPERTHEIM – Zu einem erfreulichen Anlass begrüßte Bürgermeister Gottfried Störmer am Mittwoch im Alten Rathaus in Lampertheim: Mit Fadi Al Saied, der aus dem Libanon stammt, hat erstmals ein Mann die Ausbildung zum Integrationslotsen absolviert und erhielt aus den Händen des Lampertheimer Stadtoberhauptes das entsprechende Zertifikat. 

    „Es ist eine tolle Sache, dass wir Menschen haben, die anderen in ihrer Muttersprache unsere Gesellschaft näher bringen und erklären. Schön, dass es Menschen wie Sie gibt, die sich ehrenamtlich engagieren. Herzlichen Dank, dass Sie diese Aufgabe übernehmen”, wandte sich Bürgermeister Gottfried Störmer direkt an Fadi Al Saied und ergänzte: „Integrationslotsen sind ein ganz wichtiges Element für unsere Willkommenskultur, denn sie stellen eine Brücke von Menschen zu Menschen dar – zu Menschen, die neu zu uns kommen und denen sie helfen, sich hier bei uns zurecht zu finden.”

    Dr. Brigitta Eckert vom Lernmobil Viernheim, das für die Ausbildung der Integrationslotsen verantwortlich ist, schloss sich dem Dank an. „Wir feiern hier heute eine Premiere, denn Sie sind der erste Mann, der sich zum Integrationslotsen ausbilden lassen hat.” Die Ausbildung selbst bedeute großes Engagement, betonte Dr. Eckert, die zudem die„wunderbare kreisweite Zusammenarbeit” lobte. „Integrationslotsen sorgen für eine entscheidende Veränderung: Denn sie geben etwas an die Gesellschaft zurück – auch an hier in Deutschland geborene Menschen, die Probleme mit dem Ausfüllen von Formularen haben und diese Unterstützung gerne in Anspruch nehmen.”

    Gerade deshalb ist es wichtig, dass die mittlerweile sechs in Lampertheim agierenden Integrationslotsen neben den Sprachen Litauisch, Russisch, Griechisch, Englisch, Türkisch und Arabisch auch Deutsch abdecken. 

    322 Einsatzstunden haben die Lampertheimer Integrationslotsen in 2016 geleistet. Eingesetzt werden sie im Rathaus-Service, der Goethe- und Schillerschule, der Baugenossenschaft, den Flüchtlingsunterkünften in der Florian- und der Chemiestraße sowie bei der Caritas in der Neuen Schulstraße – hier besonders in der Senioren- und Schwangerenberatung, aber auch bei der allgemeinen Lebensberatung. Generell sind die Lotsen Ansprechpartner für alle Lampertheimer Bürger und wollen gemeinsam mit diesen zum Abbau von sprachlichen und kulturellen Barrieren beitragen. Zudem leisten die Integrationslotsen Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen und beim Verstehen der Strukturen in Deutschland, begleiten bei Ämter- und Behördengängen oder zu Gesprächen in Schule und Kita und sie vermitteln in kulturellen Konfliktsituationen. Die Integrationslotsen sind neutral und behandeln die anvertrauten Sachverhallte vertraulich. Sie sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Der Besuch der Anlaufstellen und die Sprechstunden sind kostenlos. 

    Die Lotsen bleiben übrigens nicht auf ihrem aktuellen Ausbildungsstand stehen, vielmehr finden jährlich zwei Weiterbildungen für diese statt. Und einmal im Monat finden Treffen zum gegenseitigen Austausch statt – um die Integration in Lampertheim noch weiter zu verbessern. Ein Gewinn für alle Beteiligten und somit letztlich auch für die Menschen in der Region. Benjamin Kloos

     

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