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    Ein Seelenschmeichler – das 1. Lampertheimer Orgelwunschkonzert mit Heike Ittmann

    „Sie wünschten – ich spiele“

    Ein großes Erlebnis war das 1. Lampertheimer Orgelwunschkonzert mit Heike Ittmann, das nach Meinung vieler Konzertbesucher gerne fortgesetzt werden kann. Foto: Hannelore Nowacki

    LAMPERTHEIM – Das Leben ist kein Wunschkonzert wird gerne mal gesagt, wenn nicht alles so läuft wie man es möchte. Beim 1. Lampertheimer Orgelwunschkonzert in der Domkirche gingen nicht nur viele musikalische Wünsche ihrer Fans in Erfüllung. Kantorin Heike Ittmann hatte aus den eingereichten Wünschen ein vielseitiges Programm gestaltet, das der Seele schmeichelte und reich an ergreifenden Momenten war. Unter ihren Händen verwandelte sich die schöne Orgel, die Große Blaue, in eine vielseitige Instrumentalbegleitung, die ein ganzes Orchester ersetzen kann. Und sogar mit dem Spiel ihrer Füße bewies Ittmann ihre unerschöpfliche Dynamik bei einem Stück für Pedal solo von Jean Langlais (1907-1991) Épilogue sur un theme de Frescobaldi. Auf der Leinwand vor dem Altar sahen die Zuschauer einen Film, der die Kantorin in Echtzeit an der Orgel zeigte. Wer einen Sitzplatz auf der Empore ergattert hatte, schaute ihr direkt zu. Zu beobachten waren Ittmanns Leichtfüßigkeit auf den Pedalen, ihre virtuose Fingerarbeit, ihr intensives Spiel, ihre Konzentration. Am Ende schenkte ihr das Publikum begeisterten Applaus im Stehen, den sie mit strahlendem Gesicht auf der Empore entgegennahm wie auch die Blumen und Gratulation von Pfarrerin Sabine Sauerwein. Mächtig tönte die Orgel beim Marche Heroïque von Alfred Herbert Brewer gleich zu Beginn, gefolgt von Applaus und dem besinnlichen Prélude von César Franck. Johann Sebastian Bachs Toccata war der klangvolle Weckruf, die tiefsten Basstöne vibrierten hemmungslos. Fröhlich ging es mit Bachs „Jesus bleibet meine Freude“ weiter. Tief und stark spielte Ittmann „Ein feste Burg“ von Wilhelm Middelschulte, umschwirrt von hellen Klangfarben. „Let it be“ von den Beatles spielte Ittmann mit Hingabe, mitreißend und gleichzeitig zart. Berührend spielte Ittmann „A whiter shade of pale“ von Procol Harum. Auf Wogen des Wohlgefühls näherte sich das Orgelkonzert Nr. 10 op. 7,2 Allegro von Georg Friedrich Händel (1685-1759) dem Publikum. Leise und nachdenklich klang das Orgelspiel bei „I see fire“ von Ed Sheeran. Auch den weltbekannten Titel „Music“ von John Miles nahm die Orgel von Ittmann gerne an, sanft im Beginn, dann euphorisch vorwärtstreibend. Nur eine kleine Verschnaufpause gönnte sich Heike Ittmann, dann griff sie kraftvoll für Charles Marie Widors „Toccata“ aus der 5. Sinfonie in die Orgeltastatur. Nach dem sehnsuchtsvollen Intermezzo aus Cavalleria rusticana von Pietro Mascagni (1863-1945) setzte Ittmann mit dem VII. Largo und VIII. Allegro con spirito – presto subito“ von Naji Hakim ein lautstarkes, aufmunterndes Ausrufezeichen und lockte das stürmische Temperament der Orgel. 2006 hatte der 1955 geborene Hakim das Stück „Mit seinem Geist und Gaben“ für Heike Ittmann komponiert. In Lampertheim ist Hakim bereits mehrfach aufgetreten. Antonin Dvorák (1841-1904) komponierte das Largo aus der Sinfonie „Aus der neuen Welt“ op. 94, das Ittmann auf der Orgel zauberhaft spielte. Wunderschön, erhebend und beflügelnd wurde Ittmanns Spiel bei „Highland Cathedral“ von Ulrich Roever und Michael Korb. Mit der Toccata G-Dur von Theodor Dubois ging das Programm zu Ende, doch Heike Ittmann hatte eine Überraschung für ihr Publikum – das Lied „Der Mond ist aufgegangen“ spielte sie so zauberhaft auf der großen Orgel, dass die Sterne am Himmel wohl nicht anders konnten als wunderbar zu funkeln. Vier Wochen hatte Heike Ittmann die Stücke eingeübt, eine Zeit der Anstrengung. Wie sie im Gespräch erklärte, hatte sie fast alle Wünsche erfüllen können. Nur die Walküre von Richard Wagner habe sie aus Zeitgründen nicht angenommen. Das nahm ihr der Wünschende nicht weiter übel, er habe ja noch eine ganze Wunschliste gehabt, warf der Wagner-Liebhaber ins Gespräch ein. Der Förderverein Domkirche hatte sich mit dem Sektausschank und Laugengebäck auf die große Zahl der Konzertbesucher eingestellt, die nach dem Konzert die Gelegenheit zum Gedankenaustausch und Plaudern nutzten. Erst kürzlich hatte der Förderverein sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Hannelore Nowacki

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