FAIRTRADE: Lampertheim setzt sich für fair gehandelte Produkte ein
Siegel für mehr Gerechtigkeit in der Welt
Fairtrade in Lampertheim kann sich auf viele engagierte Mitstreiter verlassen. Aber es dürfen noch mehr werden. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Das Fairtrade-Logo ist seit Jahren auf vielen Produkten zu sehen wie beispielsweise auf Kaffee und Schokolade, Tee und Limonaden. Im Lampertheim werden fair gehandelte Produkte in zahlreichen Geschäften verkauft, auch Gastronomie und Hotels, Vereine, Kirchengemeinden und Schulen verwenden Produkte mit diesem Siegel für mehr Gerechtigkeit in der Welt und im Welthandel. Dieser faire Handel soll die Armut in Entwicklungsländern bekämpfen, benachteiligte Kleinbauern- und Arbeiterfamilien in Entwicklungsländern sollen die Chance auf ein menschenwürdiges Leben, auf Bildung und medizinische Versorgung haben. Zum ersten Mal wurde Lampertheim 2013 als Fairtrade-Stadt zertifiziert, 2015 wurde der Titel erneuert. Erst mit der im Frühjahr 2021 neu gebildeten Steuerungsgruppe unter der Leitung von Carmen Daramus, die beim Stadtmarketing für Tourismus und Freizeitmanagement zuständig ist, kamen die Antragsaktivitäten wieder in Gang. Die Stadt Lampertheim reichte die Rezertifizierungsunterlagen ein, die Erneuerung des Siegels war zwei Monate später genehmigt. Am Mittwochnachmittag präsentierte Bürgermeister Gottfried Störmer die Urkunde im Beisein von beteiligten Akteuren und von Stadtmarketing auf dem Europaplatz unweit des ehrenamtlich geführten Weltladens und machte deutlich, dass dieses Siegel beim Einkaufen und Konsumieren eine wirksame Bedeutung habe, wenn man zu diesen Fairtrade-Produkten greift und manchmal auch einen vielleicht etwas höheren Preis für faire Arbeit, ohne Kinderarbeit und fairen Lohn in den armen Erzeugerländern in Kauf nimmt. Die meisten Menschen in Lampertheim könnten es sich leisten. „Das ist unsere Verantwortung“, betonteStörmer. Wichtig findet Pfarrer Manfred Hauch von der Martin-Luther-Gemeinde, dass damit die Schulbildung gefördert wird. Wie Pfarrer Christian Rauch von der St.-Andreas-Gemeinde gehört er zum Fairtrade-Unterstützerkreis des Vereins Eine Welt Lampertheim e. V., der den Weltladen betreibt. Bürgermeister Störmer dankte der katholischen Kirchengemeinde, die das sanierte Gebäude dem Weltladen zur Verfügung stellt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Lampertheim lobte die Erste Vorsitzende Susanne Braun als sehr gut. Fairtrade-Produkte sind im Weltladen erhältlich, dafür seien die Menschen in Lampertheim bereits sensibilisiert, berichtete sie. Mehr als zwanzig ehrenamtliche Kräfte engagieren sich im Laden. Rita Lüling, die Zweite Vorsitzende des Vereins, weiß aus Gesprächen, dass Themen wie Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit eine noch größere Bedeutung bekommen haben, dazu sei in der Coronazeit das Thema Dankbarkeit vermehrt aufgekommen. Rainer Anthes nahm als Hotel-Geschäftsführer aus Sicht der Hotelbranche zum Thema Fairtrade Stellung. Seine Erfahrung ist, dass die Gäste das Angebot von Fairtrade-Weinen im Hotel Ates gerne annehmen und den Fairtrade-Gedanken honorieren: „Etwas Gutes zu tun muss nicht teuer sein“. Anthes ist Zweiter Vorsitzender des Wirtschafts- und Verkehrsvereins und Mitglied in der fünfköpfigen Fairtrade-Steuerungsgruppe mit Leiterin Carmen Daramus, Susanne Braun, Rita Lüling und Sofia Düring von der Bücherkiste. Erster Stadtrat Marius Schmidt war in seiner Funktion als Vereinsvertreter gefragt. Als Vorsitzender des Odenwaldklubs konnte er mitteilen, dass im Vereinsheim Fairtrade-Kaffee ausgeschenkt werde und ein Fairtrade-Bildungslabel angedacht sei. Fairtrade-Kaffee gebe es bereits beim Bürgermeister, noch nicht aber beim Ersten Stadtrat. Gefeiert wurde die erneute Zertifizierung als Fairtrade-Stadt mit Getränken, die das Fairtrade-Logo tragen und ein paar Kostproben feiner Schokolade aus dem Fairtrade-Handel. Um als Fairtrade-Stadt vom Verein TransFair mit Sitz in Köln anerkannt zu werden, müssenfünf feststehende Kriterien mit Mindestanforderungen erfüllt sein: Ein Parlamentsbeschluss muss vorliegen, eine Steuerungsgruppe ist eingerichtet, sieben Einzelhändler und vier Gastronomiebetriebe bieten mindestens zwei Fairtrade-Produkte an oder verwenden sie. Außerdem müssen Vertreter aus dem Gemeinwesen teilnehmen und eine Öffentlichkeitsarbeit stattfinden. Weitere Unterstützer aus dem Einzelhandel, der Gastronomie und dem Gemeinwesen werden gesucht, die sich bei Carmen Daramus informieren und melden können (Telefon 06206/580-2550 oder E-Mail: carmen.daramus@lampertheim.de). Einen neuen Einkaufsführer will das Stadtmarketing der Stadt Lampertheim bei Gelegenheit publizieren. Hannelore Nowacki