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  • Fr., 04. November 2022, 07:14 Uhr
    KULTURPREIS: Chorleiterin Maria Karb erhält den 5. Lampertheimer Kulturpreis 

    „Singen ist ein Menschenrecht“

    Bürgermeister Gottfried Störmer (von links), Kulturkommissionsvorsitzender Gottlieb Ohl und Erster Stadtrat Marius Schmidt stellten Maria Karb als neue Kulturpreisträgerin vor.  Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Ein wohlgehütetes Geheimnis haben Bürgermeister Gottfried Störmer, Erster Stadtrat Marius Schmidt und der Vorsitzende der Kulturkommission Gottlieb Ohl gemeinsam am Donnerstagabend im Magistratsraum gelüftet – Maria Karb wird der 5. Lampertheimer Kulturpreis verliehen. Um die Spannung zu erhöhen, war die Preisträgerin nicht von Anfang an im Raum, erst nach den einführenden Worten des Bürgermeisters kam sie mit dem Kulturkommissionsvorsitzenden herein. Die zwanzigköpfige Kulturkommission hat die vielseitige und engagierte Chorleiterin von Ephata, Musikerin, Dozentin und ehrenamtliche Förderin des  Kinderchorprojekts Ephata Kids und des Jugendchors Ephata Juniors einstimmig zur Preisträgerin des 5. Lampertheimer Kulturpreises gewählt. Von einer guten Wahl sprach Bürgermeister Störmer und von einer Kreativität der Preisträgerin, die ankomme und zu den Menschen durchdringe. Erster Stadtrat Schmidt, selbst Mitglied der Kulturkommission, erklärte, dass die Besten der Besten zur Wahl standen, aus einer Reihe exzellenter Vorschläge sei Maria Karb mit den meisten Punkten in geheimer Wahl bestimmt worden. Mit ihrer Wahl sei auch die ganze Kultursparte bedacht worden, auch als Sprachrohr für alle, die in der Pandemie nicht singen und nicht auftreten durften. Ohl betonte ihre Rolle als Kulturbotschafterin für Lampertheim. Als würdige Gewinnerin, die sich in besonderem Maße um die kulturelle Bereicherung in Lampertheim verdient gemacht habe, beschrieb Ohl die in Lampertheim geborene Kulturpreisträgerin. Am 31.Oktober habe der Magistrat die Wahl bestätigt, am 8. Januar wird Maria Karb der Kulturpreis im Sitzungssaal des Stadthauses überreicht werden. Einen Blumenstrauß erhielt sie schon jetzt und vom Gewicht der mehrere Kilogramm schweren Skulptur, die der Hofheimer Bernhard Hossner gestaltet hat, konnte sich Maria Karb vorab einen ersten Eindruck verschaffen. Dotiert ist der Preis mit 2.000 Euro, deren Verwendung Maria Karb mit dem Chor Ephata abspricht, aber auf jeden Fall geviertelt werden und wohltätigen Organisationen zugutekommen soll, fest stehe schon die Tafel. In ihrer Stellungnahme machte Maria Karb deutlich, dass die Zeit der Pandemie mit Lockdowns und den Beschränkungen für die Chöre und den Gesang hat Spuren hinterlassen hat, aber „am Ende des Tunnels ist immer ein Licht“, betonte sie. Als Pädagogin an der Frankfurter Hochschule für Musik und als Chorleiterin sei sie für Weiterentwicklung, denn Stagnation bedeute Rückentwicklung, was auch Überzeugungsarbeit koste. Doch habe sie immer Menschen gefunden, die sie auf dem Weg begleiten, auf die sie angewiesen sei. Berührend ist ihre Schilderung, wie Jugendliche während der Pandemie zu ihr gekommen waren, weil sie singen wollten, was sie in der Schule nicht durften. „Diese jungen Menschen wollten singen, sie hätten sonst etwas tun können, aber sie wollten singen“. Im Freien, auch bei Schnee wurde gesungen. „Singen ist ein Menschenrecht“, meint Maria Karb und hebt die Bedeutung für sie persönlich hervor: Ihr persönlicher Wunsch sei die Kirchenmusik zu pflegen als Ausdruck ihrer Religiosität und als Teil der abendländischen Kultur. Den Kinderchor und den Jugendchor leite sie ehrenamtlich, kostenlos für die jungen Gesangsbegeisterten. Der Jugendchor habe sich entwickelt und könne auf zahlreiche Auftritte blicken wie beim Stadtparkfestival und bei Gottesdiensten. Gummibärchen und Popcorn zwischendurch gehören dazu. Das Kinderchorprojekt hat seinen 10. Geburtstag und werde am 12. November ein St.-Martin-Musical aufführen, bei gutem Wetter im Pfarrgarten, sonst in der St.-Andreas-Kirche. Der Jugendchor werde bei der Christmette um 22 Uhr singen. Nachwuchssorgen habe der Chor Ephata noch nie gehabt. Um die Jugendlichen zu halten, die dem Kinderchor entwachsen sind, habe sie den Jugendchor gründen müssen, bis sie in den „großen“ Chor wollen. „Für das Singen gibt es unzählige Argumente, zum Beispiel wird der Sprechapparat gefördert“, sagt Maria Karb. Diese Gewissheit geben ihr auch die Jahre als Dozentin bei Primacanta, einem Projekt zur Förderung der Singkompetenz bei Kindern. Das Ende des Chorgesangs, wie häufig zu hören, sieht sie nicht. Im Gegenteil, es gebe neue Ensembles und Chöre, gegründet in der Coronazeit von kreativen Kollegen. Erster Stadtrat Schmidt erinnerte an den gelungenen Tag der Chöre beim Stadtparkfestival. Hannelore Nowacki

    Information

    Maria Karb machte 1978 Abitur, begann anschließend ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt, legte 1983 die Kirchenmusikerprüfung C in Mainz ab und erwarb 1984 das Diplom in der künstlerischen Reifeprüfung im Fach Operngesang, 1986 gefolgt vom Konzertexamen Gesang. Bei Wettbewerben belegte sie den ersten und zweiten Platz. Engagements am Staatstheater Wiesbaden, an der Kammeroper Frankfurt und der Musikbühne Mannheim folgten. Konzertengagements führten sie als Sopranistin ins europäische Ausland und in die USA. Viele weitere Aktivitäten von Rundfunkproduktionen, Meisterkursen und Engagements im Bereich zeitgenössischer Musik sind aufgelistet.   

     

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