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  • Fr., 04. Dezember 2015, 10:05 Uhr
    Lampertheimer Kalender 2016 im Verkauf / Erstes Exemplar an Bürgermeister Störmer überreicht

    So sah es damals aus - Gastwirtschaften Mitte der 1960er Jahre

    Frisch aus dem Druck erhielt Bürgermeister Gottfried Störmer (links) den Lampertheimer Kalender 2016 aus der Hand von Margit Karb, Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins, und Stadtarchivar Hubert Simon, der auch Geschäftsführer des Vereins ist. Zum Preis von 10 Euro ist der Kalender ab sofort unter anderem im Rathaus-Service erhältlich. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Mit dem großformatigen Lampertheimer Kalender 2016 kann das neue Jahr gut beginnen und man kann die wichtigsten Feste nicht verpassen, denn Spargelfest und Kerwe sind schon eingedruckt. Dem Heimat-, Kultur- und Museumsverein ist wieder einmal ein historisches Werk gelungen, das viele Lampertheimer an eine Zeit erinnern wird, die noch gar nicht so lange vergangen ist – nur etwa 50 Jahre liegen zwischen der Aufnahmezeit der Schwarzweiß-Fotografien von Josef Schreiber und heute. Die Stadt hat sich verändert, viele Gastwirtschaften sind aus dem Straßenbild verschwunden. Auch für jüngere Lampertheimer kann es spannend sein, zu sehen, wie sich ihre Heimatstadt entwickelt hat. Traditionell erhält der Bürgermeister das erste Exemplar frisch aus dem Druck. Bei der Übergabe während eines Pressegesprächs am Mittwoch erklärte Margit Karb, Vorsitzende des Heimat-, Kultur- und Museumsvereins, wie die Bilderauswahl zustande kam. Die Bildbeiträge sind einem Fotoalbum entnommen, das der 1922 in Abendheim geborene Josef Schreiber angelegt hatte. Durch Heirat wurde er Lampertheimer und betrieb zunächst eine Gastwirtschaft in der Sandstraße, später ein Gasthaus in der Moltkestraße mit Getränkelager zur Belieferung der örtlichen Gaststätten. Eines Tages habe er seine Idee in die Tat umgesetzt und bei einer Rundfahrt innerhalb von nur ein oder zwei Tagen die Außenansichten so gut wie aller Lampertheimer Gaststätten fotografiert, auch in Hüttenfeld war er. Im Alter von 55 Jahren verstarb Schreiber, sein Album wird im Heimatmuseum aufbewahrt. Heinrich Friedrich Karb, ein Jahrgangskamerad von Josef Schreiber und Ehrenbürger der Stadt Lampertheim, hat in bewährter Weise die Bilder für die Kalender ausgewählt und die Begleittexte geschrieben. Der Kalender wird seit 15 Jahren vom Heimat-, Kultur- und Museumsverein herausgegeben, wobei der Erlös stets einem guten Zweck zugutekommt, wie Margit Karb betonte. Bürgermeister Gottfried Störmer hat das Leitwort geschrieben und geht davon aus, dass der Kalender in den Familien für Gesprächsstoff sorgen wird. Der Kalender wurde in einer Auflage von 400 Exemplaren gedruckt und wird für den traditionell günstigen Preis, über Jahre stabil gebliebenen Preis von 10 Euro in den beiden Lampertheimer Buchhandlungen, bei Cigarren Derst, Foto Eichler und im Rathaus-Service verkauft. Auch bei Stadtarchivar Hubert Simon im Stadthaus und im Heimatmuseum ist der Lampertheimer Kalender zu haben. Den verbliebenen früheren jüdischen Mitbürger wird der Kalender jedes Jahr zugeschickt, letztes Jahr waren es neun Empfänger, dieses Jahr fünfzehn. Die Steigerung führt Margit Karb auf das wachsende Interesse auch der Nachkommen zurück. Wie Margit Karb und Stadtarchivar Hubert Simon erklärten, ist der Kalender dieses Jahr ein wenig später als gewohnt erhältlich, da die  Herausgabe des Buches von Helmut Walter „Die evangelische Pfarrgeschichte Lampertheims“ die Kräfte gebunden hatte. Historisch interessant sind die alten deutschen Monatsnamen, die gemeinsam mit den heute gebräuchlichen Monatsbezeichnungen auf jedem Kalenderblatt stehen. So hatte sich der wechselhafte April im Mittelalter den Namen „Launing“ eingehandelt. Hannelore Nowacki

     

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