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  • Mi., 02. September 2026, 09:37 Uhr
    EINSTURZGEFAHR: Gebäude in der Römerstraße 98 seit dem 1. September vollständig gesperrt

    Sofortige Sperrung des „Schwanens“

    Rund um das Objekt muss ein Sicherheitsabstand von 3 Metern eingehalten werden.
    Foto: oh

    LAMPERTHEIM – Im Rahmen der regelmäßigen Überprüfung aller kirchlichen Gebäude im Bistum Mainz wurde für den "Schwanen" in der Römerstraße 98 der Pfarrei Alfred Delp, Südliches Ried, eine akute Beeinträchtigung der Standsicherheit festgestellt. Nach einer eingehenden Bewertung durch Experten und einen Prüfingenieur gemeinsam mit dem Bauamt des Bischöflichen Ordinariats wird das Gebäude ab dem 1. September vollständig gesperrt.
    Bei der Inspektion wurde festgestellt, dass das Dachtragwerk sowie die Giebel- und Traufwände gravierende statische Mängel aufweisen. In der Folge haben sich die Lasten unkontrolliert verlagert. Da das Tragverhalten des Gebäudes nicht mehr nachvollziehbar ist und bei extremen Wetterereignissen ein plötzliches Kollabieren nicht ausgeschlossen werden kann, besteht Gefahr im Verzug. Aus Sicherheitsgründen wurde das Gebäude deshalb mit sofortiger Wirkung für jegliche Nutzung gesperrt. Zudem wurde ein Sicherheitsabstand von drei Metern rund um das Objekt eingerichtet. Es gilt ein absolutes Betretungsverbot, auch für Einzelpersonen. Ein geordnetes Ausräumen des Gebäudes wird derzeit von Statikern und Fachfirmen unter Maßgabe aller Schutzmaßnahmen detailliert geplant.
    Der Pfarrei ist die Tragweite dieser Entscheidung sehr bewusst. Das Gebäude besitzt für die Kirchengemeinde und die gesamte Stadtgesellschaft einen unschätzbaren emotionalen Wert: Hier ist Pater Alfred Delp SJ, der Namensgeber der Pfarrei und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, aufgewachsen. Der Verlust bzw. die Sperrung dieses geschichtsträchtigen Ortes schmerzt die Gemeinde außerordentlich.
    Gleichzeitig bedeutet die Schließung auch spürbare Einschränkungen für das Stadtleben, denn betroffen sind unter anderem die Aktivitäten der Musikerinitiative Lampertheim sowie verschiedener Gruppierungen und Vereine wie der Katholischen Kirchenmusik, die regelmäßig wöchentlich Proben veranstaltet.
    „Diese Entscheidung fällt uns allen extrem schwer, da mit diesem Haus sehr viele Erinnerungen und Identifikation verbunden sind. Dennoch gilt ohne jede Ausnahme: Die Sicherheit aller Menschen geht absolut vor“, betont die Pfarreileitung. „Wir bitten alle Gemeindemitglieder, Gruppen und die Öffentlichkeit um Verständnis für diese unumgängliche Maßnahme.“
    Über die weiteren Schritte, das Räumungskonzept und den Fortgang der Abstimmungen mit den Behörden wird die Pfarrei transparent informieren. zg

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