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  • Mo., 06. März 2017, 14:01 Uhr
    Weltgebetstag der Frauen für Gerechtigkeit mit Gottesdienst in Mariä Verkündigung

    Solidarität mit den Frauen auf den Philippinen



    Frauen aller Konfessionen in Lampertheim gestalteten den Gottesdienst in Mariä Verkündigung mit Wortbeiträgen aus der Broschüre zum Weltgebetstag der Frauen 2017. Foto: Hannelore NowackiLAMPERTHEIM –  „Die Philippinen sind mit mehr als 7.000 Inseln ein Land voller Schönheit und Gegensätze“, heißt es in der Broschüre zum Weltgebetstag der Frauen, der am  Freitag in Deutschland und in Lampertheim mit eigenen Gottesdiensten und geselligen Zusammenkünften begangen wurde. Gegensätzlich sind die Landschaften der Philippinen, „auf der einen Seite tiefgrüne Urwälder, tropische Riffe und die berühmten Reisterrassen, auf der anderen Seite zerstörerische Naturgewalten wie Vulkane und Taifune“. Aber es gibt auch bedeutende soziale Gegensätze innerhalb der Bevölkerung, die zu über 80 Prozent römisch-katholisch ist. Frauen erleben in ihrem Land einen Mangel an Gerechtigkeit, prekäre Löhne und Arbeitsbedingungen, Gewalt und Diskriminierung trotz bestehender Gesetze, Armut und Rechtslosigkeit. Davon sprechen drei Frauen, die in der Broschüre mit ihren Erlebnissen zu Wort kommen. In der Kirche Mariä Verkündigung hatten sich zum besonderen ökumenischen Gottesdienst mit der Frage „Was ist denn fair?“ zahlreiche Frauen und einige Männer versammelt, um für die Frauen auf den Philippinen zu beten, zu singen und in der Kollekte für Projekte Geld zu sammeln. Beim anschließenden Treffen aller interessierten Frauen und Männer im Jugendheim gaben die Organisatoren bekannt, dass die Kollekte die stattliche Höhe von exakt 827,80 Euro ergeben habe. Zur Bedeutung der Kollekte sagt eine Frau in der Broschüre: „Unsere Vision ist eine Welt, in der alle Frauen selbstbestimmt leben können. Auf dem Weg dorthin brauchen wir Zeichen gelebter Solidarität. Ein Zeichen ist unsere Kollekte, mit der wir weltweit Projekte unterstützen, die Frauen und Mädchen stärken“. Aus allen Konfessionen, die in Lampertheim vertreten sind, hatten sich etwa zwanzig Frauen um die Organisation und Gestaltung des Weltgebetstages gekümmert, der im Wechsel alle vier Jahre in Mariä Verkündigung stattfindet. Brigitte Hartnagel, Erste Vorsitzende der Frauengemeinschaft, hieß die Gottesdienstbesucher herzlich willkommen, und begann aus der Broschüre zu lesen. Die Bilderschau auf der großen Leinwand zur Illustration der Vorträge fiel aus technischen Gründen aus, aber auch ohne Bilder schafften es die Frauen, den Zuhörenden ein Bild von der Lage der Frauen auf den Philippinen zu vermitteln. Die philippinischen Frauen rücken dieses Jahr das Thema „Gerechtigkeit“ ins Zentrum ihrer Liturgie. Künstlerin und Methodistin Apol hat das Bild zum Weltgebetstag 2017 gemalt, das auch die Broschüre schmückt. „Spiritualität und Engagement für Gerechtigkeit sind eng miteinander verknüpft“, meint das Deutsche Weltgebetstagskomitee. Im Wechsel lasen die Frauen der Lampertheimer Gemeinden die Beiträge und Gebete aus der Broschüre vor, gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern wurden elf Lieder aus der Broschüre gesungen, darunter „Für die Heilung aller Völker“ und „Let justice roll down“. Beatrix Holz am E-Piano und Rosi Schlesinger an Trommel und Reisrohr begleiteten die Lieder. Seit 70 Jahren gibt es den Weltgebetstag der Frauen in Deutschland, seit über dreißig Jahren engagiert sich Brigitte Hartnagel dabei. Früher seien mehr Frauen in die Kirche gekommen, erinnerte sie sich. Im Jugendheim hatte die Frauengemeinschaft die Tische für die Gäste frühlingshell mit weißen Tulpen gedeckt und eine Linsen-Gemüse-Suppe nach philippinischem Rezept zubereitet. Zweierlei Kuchen hatten sie frisch gebacken, Bilingka-Kuchen mit Reismehl und Kokosmilch und Streuselkuchen mit Mangostückchen, hübsch in Papierförmchen als mundfertige Happen angeboten. Marianne Fritsch, Zweite Vorsitzende der Frauengemeinschaft, kommentierte eine informative Bilderschau über das Leben auf den Philippinen, teilweise mit Bildern einer jungen Frau, die dort ihr Freiwilliges Soziales Jahr verbrachte. Bei anregenden Gesprächen verweilten die Frauen gerne. Jede hatte im Gottesdienst ein Tütchen mit Reis erhalten, der auf den Philippinen „Leben“ bedeutet. Bis heute sei ein Tag ohne Reis unvorstellbar, heißt es in der Broschüre. Hannelore Nowacki

     
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