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  • Mo., 01. Oktober 2018, 11:35 Uhr
    Bürstädter Kerwe – blauer Himmel, Humor und Heiterkeit

    Sommerliche Stimmung am verkaufsoffenen Sonntag

    HCV-Kerwevadder Damiano Brucato lief bei seiner mundartlichen Kerwerede humoristisch zur Hochform auf. Foto: Hannelore Nowacki


    BÜRSTADT – Auf dem Marktplatz war das Kerwedorf mit Fahrgeschäften, Buden und Festzelt aufgebaut, das farbenfrohe Zentrum der Kerwe. Hier trafen sich alle Generationen zum sonnigen Kerwevergnügen. Die einen suchten den Höhenrausch mit dem Twister, die Kinder hatten Spaß an gemütlichen Karussellrunden, es gab zu essen und zu trinken, Enten angeln und Schießen waren gefragt - eine bunte Mischung mit vielen Angeboten. Am Sonntag nach dem 18. Stadtlauf ging es ab 13 Uhr in den geöffneten Geschäften rund. Bei sommerlichem Wetter war bei Vetter Moden dennoch Herbstmode das Ziel aller Wünsche, während bei Kids & Casuals die Eltern für ihre Kleinen etwas Hübsches fanden. Die Damenmode ist hier mit einer bekannten Marke vertreten. In der Bürstädter Salzgrotte war Tag der offenen Tür, die zahlreichen Wellnessangebote fanden großes Interesse. Überall Feierlaune, auch dank der Kerwe-Rabatte, wenngleich auf den Straßen der Innenstadt kein Gedränge zu beobachten war. Am Samstagnachmittag nach dem ökumenischen Kerwegottesdienst machte sich der Kerweumzug mit dem Musikzug der Feuerwehren Bürstadt und Hofheim an der Spitze auf den Weg vom Bürgerhauspark zum Marktplatz. Zuschauer winkten dem Umzug besonders in der Wilhelminenstraße begeistert zu. Prächtig bunt geschmückte Traktoren und Anhänger des Bulldog Clubs Bürstadt kostbare Fracht. Sonnenbotschafterin Alicia I. und der HCV-Kerwevadder Damiano Brucato winkten den wenigen Zuschauern am Straßenrand zu, ebenso die Ehrengäste auf ihrer Rolle. Die Karnevalvereine waren mit Abordnungen vertreten. Im Sonnenlicht strahlend, mit vielen dauerblühenden Sonnenblumen geschmückt, lag auf dem letzten Wagen der Kerwekranz, den die HCV-Kerweborsch des Männerballetts beim Umzug stets im Blick hatten und später nach der unterhaltsamen Kerwerede von HCV-Kerwevadder Damiano Brucato unter dem Markthallendach aufhängten. HCV-Präsident Patrick Brenner und Erster Stadtrat Walter Wiedemann, in Vertretung der erkrankten Bürgermeisterin Barbara Schader, begrüßten das erwartungsvolle Publikum bei strahlendem Sonnenschein. Der Kerwevadder nahm in seiner Rede Kurs auf die wunden Punkte in der Stadt, die in den letzten Monaten bereits für Aufregung gesorgt hatten, reimte diese ganz wunderbar zu einem mundartlichen Gesamtkunstwerk zusammen und würzte seine Aussagen mit Humor, der beim Publikum gut ankam. So war bei den Ärgernissen immer ein Lachen dabei. Beim Wetter gab es gar nichts zu meckern: „Eh schee Wetter, henn mär doch heit“ rief der Kerwevadder dem Publikum zu Beginn aufmunternd zu, um dann tatsächlich zu „schenne“. Klar, „des Fußball-Märche fiel des Joar aus“, beklagte er. Dem Radweg in der Wilhelminenstraße und dem Ordnungsamt gab er keine gute Note, auch den Umbau der Bahnhofstraße nahm er humorvoll kritisch in den Blick: „Des gute alte Koppstoapflaster wurd fortgefahre mit grouße Laster – awwer sou manches junge Elternpaar, iss jetzt gestroft, muss sich was naies oifalle losse, damit des Baby oischloft“. Die wiederkehrende Straßengebühr erläuterte er auf den Punkt bringend. In derber Sprache, „ich muss es jetzt so deitlich sage“, ging er dem Umgang mit den schwarzen „Tutte mit dem Hundeschiss“ auf den Grund.

    Für das Kerwetreiben war die Nibelungenstraße teilweise gesperrt.  Foto: Hannelore Nowacki


    Auch der Sommer kam nicht kritiklos davon. „Unser scheenes Bäschdädder Freibad war gerommelte voll“, doch „hott de Bauer gejommert, es iss wieher viel zu trocke“. Immer wieder ein Schluck Wein und am Schluss die gute Aussicht: „Drum feiert die Kerb, solang es noch geiht, denn leischt uff’em Kärschhouf, is alles zu späit“. Musikalisch unterstrich das Duo Manfred und Willi Winkler mit Saxofon und Quetschkommode die Pointen. Mit einem ordentlichen Guss aus der Weinflasche weihte der Kerwevadder den Kerwekranz, der beim Hochziehen noch ein wenig tropfte. Hannelore Nowacki

     

     

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