Philosophisches Gesprächsforum startet am 6. November / „Lampertheim im Dialog“
„Sonntags bei Anton“
Laden mit „Sonntags bei Anton“ zur philosophischen Diskussion auf Augenhöhe ein: Philosoph Anton Schmitt und Kulturamtsleiter Rolf Hecher (v.r.). Foto: Benjamin Kloos
LAMPERTHEIM – Eine besondere Premiere findet am Sonntag, 6. November, um 11 Uhr im Sitzungssaal des Alten Rathauses in Lampertheim statt: In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Lampertheim präsentiert cultur communal unter dem Titel „Sonntags bei Anton“ ein philosophisches Gesprächsforum, moderiert und geleitet durch den Philosophen Anton Schmitt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Veranstaltung ist Auftakt für eine im Anschluss regelmäßig stattfindende Reihe, die immer am ersten Sonntag des Monats stattfindet.
„Philosophie ist eine Herzensangelegenheit“, betonte Kulturamtsleiter Rolf Hecher bei der Vorstellung dieses neuartigen Veranstaltungskonzeptes. „Anton Schmitt kann das Thema Philosophie auf eine ganz besondere Weise transportieren. Ziel ist es, Menschen mit der Philosophie in Kontakt zu bringen, ohne die auf Zitatebene zu tun.“ Denn die Reihe soll eine öffentliche Gesprächskultur für jedermann zugänglich und lebendig werden lassen. Dabei geht es um eine Begegnung auf Augenhöhe, nicht um ein Belehrt- oder gar Überredet-Werden durch „Experten“. „Anton Schmitt ist genau der richtige Mann für dieses Thema und für Lampertheim“, ergänzte Rolf Hecher. „Beim Freiwilligentag haben wir das Konzept mit positiver Resonanz ausprobiert, bis Ende 2017 wollen wir ein komplettes Programm anbieten, mit dem Auftakt jetzt am Sonntag. Mit der Möglichkeit, sich mit philosophischen Gedanken auseinanderzusetzen fangen wir etwas an, bei dem wir nicht wissen, wo es endet. Es wird eine spannenden Reise.“
Dabei ist das Spektrum möglicher Themen völlig offen, viel wichtiger sei das Gespräch von Mensch zu Mensch, wie Anton Schmitt erläuterte. „Ziel ist, sich mit jedem unterhalten zu können. Es geht nicht darum, zu dozieren, sondern gemeinsam mit anderen in ein Boot zu kommen. Denn Philosophie lebt vom gemeinsamen Gespräch. Jeder kann und soll sagen, was er denkt, und nicht was ein Philosoph vor 2000 Jahren gesagt hat.“ Daher gebe es keine thematische Vorgaben, denn in der „Philosophie braucht es Gespräche und Begegnungen. Es geht um Horizonterweiterung, das eigene Denken soll zum Ausdruck kommen und kritisch in Augenschein genommen werden“, so Anton Schmitt weiter. „Jeder ist willkommen!"
Wichtig ist lediglich die Befolgung dieser Regeln: Jeder hat das gleiche Recht seine Meinung zu sagen. Wir lassen einander ausreden. Wir hören einander zu. Wir gehen aufeinander ein. Wir nehmen einander ernst. Wir begegnen uns als gleiche, von Du zu Du. Was so einfach und selbstverständlich klingt, ist es gar nicht, weiß Anton Schmitt, der Philosophie studiert hat und lehrt und zudem Kurse in diesem Bereich an der vhs anbietet.
Die Volkshochschule Lampertheim will mit der Installation des philosophischen Gesprächsforums eine weitere Facette ihres Angebot im Bereich „Politik und Gesellschaft“ installieren. Neben den bereits bestehenden Philosophieseminaren soll mit dieser zusätzlichen, offenen Veranstaltungsreihe eine zeitgemäße und bürgernahe Form der politisch-gesellschaftlichen Bildung mit möglichst niedriger „Hemmschwelle“ geschaffen werden. So können die Veranstaltungen spontan und bei kostenlosem Eintritt von jedem Interessierten besucht werden. Benjamin Kloos