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Mi., 04. Dezember 2019, 19:32 Uhr
Bürgermeisterin Schader: „Wir können starten – alle Gelder sind schon verplant“
Soziale gesunde Stadt und Mobilität mit Förderprogrammen möglich
Dank des Förderprogramms konnte das Bahnhofsumfeld in Bürstadt neu gestaltet werden. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Bewilligungsbescheide für beachtliche Summen an Fördermitteln aus verschiedenen Quellen sorgen bei den Beteiligten für Freude. Bürgermeisterin Barbara Schader hatte am frühen Montagabend zu einem Pressegespräch mit den Akteuren von NH ProjektStadt, SOPA und LOPA eingeladen, um den aktuellen Stand der „Aktiven Kernbereiche“ und der „Sozialen gesunden Stadt“ vorzustellen und über den Eingang von drei Bewilligungsbescheiden zu für Maßnahmen im Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ zu berichten. Dank dieses Geldzuflusses kann die Stadt Bürstadt zahlreiche Projekte beginnen. „Wir können starten – alle Gelder sind schon verplant“, teilte Schader mit. Zudem mache der Haushalt diese Förderungen möglich, die innerhalb von fünf Jahren abgerufen werden können. Dass Bürstadt so viel Erfolg bei den Förderprogrammen habe, führt die Bürgermeisterin auf die ausgefeilten Konzepte zurück, die jeweils vorgelegt werden. „Wir kommen nicht als Bettler nach Wiesbaden“, erklärte Schader, „wir haben überzeugende Konzepte“. Und „wir haben viel vor“. Als geplante Maßnahmen nannte Schader unter anderem: Das Quartiersbüro (Eröffnung im März) für das Quartiersmanagement im östlichen Förderbereich, Maßnahmen zur Wohnungslosenhilfe und ein zu erstellendes Wohnraumentwicklungskonzept. Jürgen Knödler wird Quartiermanager und Ansprechpartner für die Bürger in der östlichen Kernstadt, der bürgerschaftliche und soziale Projekte fördern wird. Bürger- und Gemeinwesenprojekte sollen durch einen Verfügungsfonds unterstützt werden. Mit der Gesamtkoordination des Programms „Soziale gesunde Stadt“ ist Dr. Jürgen Schmitt als Projektleiter und Moderator von NH ProjektStadt betraut. Christian Schwarzer ist ständiger Ansprechpartner in Bürstadt. Für die Wohnungslosenhilfe mit Wohnungsunterbringung seien im Haushalt 250.000 Euro bereitgestellt, teilte Schader mit. Mit der Konzepterstellung war die Diakonie Bergstraße beauftragt. Im nächsten Jahr gehe es um die Finanzierung und Umsetzung. Schmitt betonte, dass es dabei nicht nur um Gebäude, vor allem auch um die Betreuung und Beratung der Betroffenen gehe. Beim Thema Mobilität sei die Bürgerbeteiligung am stärksten gewesen, teilte Schmitt mit, wobei für die Nibelungenstraße die europaweite Vergabe veröffentlicht sei, die Entscheidung falle im März. Die Planung und Gestaltung des Bildungs- und Sportcampus gehören ebenso zum ISEK wie ein Mobilitätskonzept, die Umgestaltungsplanung für die Nibelungenstraße östlich des Viadukts und die Entwicklung des Beethovenplatzes, erläuterte Schader. Weiter soll die Lebensqualität durch die ökologische Aufwertung des Biotops im Flurstück 21 als Naherholungsgebiet an der Graf-von-Stauffenberg-Straße gesteigert werden, was auch der benachbarten Kita Kunterbunt bei mit der möglichen Naturerfahrung zugutekommen soll. Michael Held, stellvertretender Vorsitzender der „Sozialen Partnerschaft“ (SOPA), bekannt auch als NABU-Vorsitzender, stellt die Auffrischung von Wegen und Sitzgelegenheiten sowie einen Pflegeplan in Aussicht. In der SOPA-Sitzung am Montag werde er die Planungsvorschläge vorstellen.
Der neue Bahnübergang über die Gleise der Nibelungenbahn von Bensheim nach Worms verbindet die Bahnhofsallee mit der Industriestraße. Foto: Hannelore Nowacki
Bewegungskindergarten zu 90 Prozent gefördert
Ende November hat die Stadt Bürstadt den dritten Bewilligungsbescheid für die „Soziale Stadt“ erhalten. Von den 2 Millionen Euro sind 1.397.000 Millionen Euro Landes- und Bundesmittel, mit 603.000 Euro, das sind 30 Prozent, muss sich die Stadt an den Kosten beteiligen. Mit den Bescheiden in der Zeit von 2017 bis 2019 könne die Stadt Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 5,69 Millionen Euro umsetzen, „ein stolzes Tempo“, meinte Schader. Das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) wurde im Juni von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen und sei nun fertiggestellt, nachdem auch das Wirtschaftsministerium die angepassten Gebietsgrenzen genehmigt habe. Im neuen Jahr werde das ISEK, das „Gebetsbuch der Stadtentwicklung“, auf der Homepage der Stadt Bürstadt veröffentlicht. Schader betonte, dass der Bildungs- und Sportcampus als Leuchtturmprojekt ausschlaggebend für die Aufnahme in den das Soziale-Stadt-Programm gewesen sei. Eine weitere Finanzierungsquelle habe sich die Stadt für den Campus sichern können – der geplante Bewegungskindergarten mit Außenanlagen werde aus dem Investitionspakt „Soziale Integration im Quartier“ mit weiteren 2.200.000 Millionen Euro gefördert. Besonders erfreulich findet Schader, dass der im November zugestellte Bewilligungsbescheid des Landes Hessen der Stadt eine Förderquote von 90 Prozent beschert – bei insgesamt fast 2 Millionen Euro an Fördermitteln von Bund und Land für den Bewegungskindergarten.
Wieder „Aktive Kernbereiche“ und Bahnhofsumfeld
Zum zweiten Mal hat sich Bürstadt nach der Förderperiode 2007 bis 2013 erfolgreich um die Aufnahme in das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ beworben. Im Programm „Lokale Ökonomie“ sollen diesmal Gewerbetreibende und Freiberuflicher bei ihrer Neuansiedlung, Entwicklung und Erweiterung finanziell gefördert werden. Wenn die Förderbestimmungen von der LOPA (Lokale Partnerschaft) und Magistrat beschlossen sind, kann das Programm „Lokal Ökonomie“ im Januar starten. Ansprechpartner ist Wirtschaftsförderer Tim Lux. Hermann Müller, Sprecher der LOPA, bezeichnete die Vorarbeiten als „perfekt“. ZurUmgestaltung des Bahnhofsumfeldes meinte Müller: „Wir alle können stolz darauf sein, von der Gestaltung her und von der Geschwindigkeit von städtischer Seite“. Unerwartet habe die Stadt nun mit Geldern aus der hessischen Verkehrsinfrastrukturförderung ein zusätzliches Bonbon bekommen. Wie Schader mitteilte, stellt der Bewilligungsbescheid vom November rund 1 Million Landesmittel für den zweiten Bauabschnitt bereit, einschließlich von Mitteln für den bereits erstellten Bahnübergang. An den Kosten für Gestaltungsmaßnahmen, die von diesem Programm nicht gefördert werden, beteilige sich „Aktive Kernbereiche“. Hannelore Nowacki
Die Biotopzone im Flurstück 21 an der Graf-von-Stauffenberg-Straße soll für mehr Lebensqualität, Naherholung und das Naturerlebnis der Kinder aufgewertet werden. Foto: Hannelore Nowacki