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Mo., 25. April 2016, 13:32 Uhr
Spargelwanderung – Besucheransturm bei Sonne, Wind und Wetter
Spargel in der Hauptrolle bei feinsten kulinarischen Genüssen
„Spargel ist Teil unserer Lebensart“ sagte der Schirmherr der Spargelwanderung, Landrat Christian Engelhardt und erklärte bei strahlendem Sonnenschein: „Ich bin heute einfach glücklich, auch wenn es kalt ist“. Die veranstaltenden Städte Lampertheim und Bürstadt waren durch Bürgermeister Gottfried Störmer und Bürgermeisterin Barbara Schader vertreten. Für den Hauptsponsor Energieried sprach Geschäftsführer Frank Kaus. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM/BÜRSTADT – Die 5. Spargelwanderung am Sonntag war nicht nur eine Begegnung mit dem königlichen Gemüse in seinen köstlichsten Zubereitungen. Kinder und Erwachsene ließen sich auf dem Acker zeigen, wie die Stangen gestochen werden. Vielseitige Kultur und wunderbare Weine, Spaß und Spiel für die Kinder bei Jugendfeuerwehr, THW, Jugendrotkreuz und beim Spielmobil der Stadtjugendförderung auf gepflegtem Rasengrün und im Stroh waren geboten. Die bildenden Künste waren mit Malerei und Skulpturen vertreten, Livemusik hörten die Besucher im Laufe des Tages auf mehreren Bühnen. Den Schulterschluss beider veranstaltenden Städte demonstrierten Bürgermeisterin Barbara Schader und Bürgermeister Gottfried Störmer in bester Stimmung zur offiziellen Eröffnung auf der Aktionsbühne, bei der die Sonne wie auf Zuruf ein Stelldichein gab. Hauptsponsor Energieried war mit Geschäftsführer Frank Kaus vertreten. Hoheitlichen Glanz brachten die Lampertheimer Spargelkönigin Elena I. und die Bürstädter Sonnenbotschafterin Theresa I. mit, begleitet von der Bensheimer Blütenkönigin Saskia I. und der Bergsträßer Gebietsweinkönigin Anja II. Als Walking Act mischte sich nach der offiziellen Eröffnung die Band der Musikerinitiative Lampertheim (MIL) unter die Spargelwanderer. Die weite Landschaft vor Augen, sahen die Besucher stets den Wetterwechsel auf sich zukommen. Ein Vorteil, denn so konnte man sich auf die kurzen Regenschauer einstellen. Sogar Graupel mischte einmal minutenlang mit. Der April wurde seinem wechselfreudigen Ruf vollkommen gerecht, aber durchsetzen konnte sich immer wieder die Sonne. Tausende Besucher ließen sich von diesen Aussichten nicht vom Vergnügen abhalten, das sie von der Spargelwanderung erwarteten. Der Besucheransturm konnte sich mit den stürmischen Winden messen. Ausgerüstet mit Schirmen, Mützen und Kapuzenjacken war die gute Stimmung garantiert. Viele Gewächshäuser standen für Rundgänge offen und boten fast tropisch anmutende Wärme inmitten duftender und bunter Blütenmeere – auch ein idealer Ort des Genusses. Vier Freundinnen aus Lorsch hatten hier ein gemütliches Plätzchen gefunden, während die Regentropfen aufs Glasdach prasselten und später die Sonne den Wein in ihren Gläsern zum Funkeln brachte. Der Grenzstein mitten in Feld und Flur und die rot-weiße Schranke zeigten symbolisch die Grenze zwischen Bürstadt und Lampertheim an, doch nur anlässlich der 5. Spargelwanderung am Sonntag. Einen Ausweis zum Grenzübertritt brauchten die Besucher nicht, konnten sich aber einen Nachweis über die Teilnahme an der Spargelwanderung am Stand der „Sackschdoahogger“ für nur zwei Euro kaufen – diese Buttons waren sogar individuell mit Namen gestaltbar und dienten außerdem einem guten Zweck. Aus dem Erlös erhalten die Tafeln in Bürstadt und Lampertheim jeweils die Hälfte. Spargelwanderer aus beiden Richtungen, die es bis dahin geschafft hatten, durften sich auf viele weitere Attraktionen freuen. Zu früher Stunde, um zehn Uhr morgens, schossen die Hubertus-Schützen den traditionellen Salut auf Lampertheimer Seite. Landrat Christian Engelhardt, Schirmherr der Spargelwanderung, Bürgermeister Gottfried Störmer und viele weitere Kommunalpolitiker mit Partnern und Familie brachen von hier aus zu ihrem Spaziergang Richtung Aktionsbühne auf, der an den Ständen von Landwirt Billau mit Spargelverkauf und Bauernladen Steinmetz mit Bewirtung und Verkauf vorbeiführte, beim Abstecher auf den Hof von Gemüsebau Schmidt gab es allerlei Leckeres mit frischen Erdbeeren zu kaufen und mehrere Stände mit Kunsthandwerk und Handarbeiten. Wie gemalt lagen die Erdbeeren in ihren Körbchen, rot glänzende Schönheiten mit dem vollen Aroma der Reife – ein kleines Wunder angesichts der winterlichen Kälte, doch dank der schützenden Foliengewächshäuser und Blütenbestäubung durch fleißige Hummeln ein Geschenk der Natur. Spargelkönigin Elena I. gab Autogramme, ihr Freund Leon Klinke beugte seinen Rücken gerne als Schreibunterlage. Im Sonnenschein der Mittagszeit füllte sich bei Gemüsebau Schmidt der große Vorplatz mit ungezählten Gästen, die es sich unter der Zeltbedachung gemütlich machten, kulinarisch auf das Feinste verwöhnt vom Veranstaltungsservice Alexander Boxheimer. Auf der Speisekarte Köstlichkeiten wie Pfannkuchenroulade gefüllt mit Frischkäse, hausgebeiztem Lachs und mariniertem Spargel, Kalbsbratwürste mit grünem und weißem Spargel gefüllt, dazu ein Estragon-Kerbeldip. Bei den Lampertheimer Landfrauen im Hesse-Hof auf Bürstädter Gemarkung und bei den Bürstädter Landfrauen bei Haller waren jeweils 70 Torten im Angebot, süße Genüsse mit Massenanziehung.
Wandern bis zur nächsten Attraktion – bei der Spargelwanderung gab es viele Möglichkeiten Spaß zu haben. Foto: Hannelore Nowacki
Erste Hilfe vom Deutschen Roten Kreuz war den ganzen Tag zu Fuß unterwegs, Christian Schmidt und Jennifer Synoradzki schon am Morgen. Mit Fahrzeugen und Besatzung waren DLRG und DRK aus Bürstadt und Lampertheim vor Ort. Die Bürgerinitiative BILA gegen die ICE-Trasse quer durch den Lampertheimer Wald hatte an ihrem Stand am Nachmittag mit widrigen Winden zu kämpfen, die Zeltplane hob ab, doch zuvor hatten sich viele Spargelwanderer am Thema interessiert gezeigt. In den Mikrofonen der Musikschule rauschte der Wind und das Zeltdach wiegte sich, als der Schlagerchor mit Orchester ihren Auftritt mit einem schwungvollen Liebeslied begann, die Zuschauer lauschten begeistert trotz steifer Brise. Hannelore Nowacki