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  • Di., 03. Juni 2014, 10:58 Uhr
    Drei Tage Hochstimmung mit Musik und Attraktionen / Spargel im Schinkenmantel und in Gold

    Spargelfest im Sonnenschein und unter Sternen

    Empfang der Hoheiten um Spargelkönigin Melanie I. durch Bürgermeister Gottfried Störmer. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Schön war es. Drei Tage bestimmte das Spargelfest den Puls der Stadt, die sich den Titel Spargelstadt gegeben hat und dabei auf eine beachtliche Anbaufläche von etwa 300 Hektar verweisen kann. Drei Tage Sonnenschein, auf drei Bühnen täglich und mehrfach Livemusik bis in die Nacht mit beliebten und regional bekannten Bands sowie eine lange Festmeile mit Fahrgeschäften und Marktbeschickern, Gastronomie und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten. Das königliche Gemüse gab sich die Ehre im kulinarischen Bereich, verschwisterte sich mit den süßen Lampertheimer Erdbeeren und war zum ersten Mal als Trophäe zu haben – der Sieger beim ersten vergnüglichen Spargel-Schnellschälwettbewerb in der achtzigjährigen Geschichte des Spargelfestes erhielt den stolzen „Goldenen Spargel“. Besucher aus nah und fern strömten in die Innenstadt und erlebten ein Spargelfest der Vielfalt und der Rekorde. Bürgermeister Gottfried Störmer eröffnete das Spargelfest am Freitagabend im Festzelt auf dem Schillerplatz mit dem Fassbieranstich, flankiert von der charmanten Spargelkönigin Melanie I. und dem Vorsitzenden des Wirtschafts- und Verkehrsvereins Otto Edinger.

    Dabei bewies der neue Bürgermeister, dass er mit dem Holzhammer zielsicher umzugehen weiß. Zuvor unterhielt die Musiker-Initiative Lampertheim (MIL) das Publikum mit einem bunten Musikprogramm. Zu Ehren von Amtsvorgänger Erich Maier, der noch beim vorjährigen Spargelfest das Fass anstach, spielte die MIL-Band mit Frontfrau Barbara Boll ein Seemannslied zum Schunkeln. An der Eröffnung nahmen zahlreiche prominente Vertreter aus der Bundes-, Landes- und Lokalpolitik teil. Nach dem Freibier war Partystimmung mit „Patrick Embach & Friends angesagt. In der Kaiserstraße drängten die Besucher ins Vergnügen, das sie überall rechts und links des Weges erwartete. In der „Grünen Oase“ der Schillerschule hinter der Volksbank hatten die Spargelköche ihre Zelte aufgeschlagen, um dem Spargelgenuss die kulinarische Krone aufzusetzen. Auch hier war an drei Tagen Livemusik geboten. Zum bunten Seniorennachmittag am Samstag füllte sich das bereits vergrößerte Festzelt auf dem Schillerplatz bis zum sprichwörtlich letzten Platz. Rolf Hecher, Fachbereichsleiter für Kultur und Vereine bei der Stadt Lampertheim, stellte fest: „Nächstes Jahr werden wir ein noch größeres Zelt brauchen, weitere drei Meter haben wir noch auf dem Schillerplatz“. Dann soll sich auch eine bessere Lösung für die integrierte Bühne finden, damit wirklich alle Zuschauer alles sehen können. Auf Einladung des Magistrats erlebten die Senioren und Angehörige unterhaltsame Stunden mit Kaffee und leckerem Kirschstreuselkuchen, umsorgt vom Helferteam aus aktiven Mitgliedern des 1. Carnevalclubs Rot-Weiß und des Seniorenbeirats.

    Bürgermeister Störmer und Spargelkönigin Melanie I. begrüßten das Publikum, dann übernahm Margit Selb die Moderation des Unterhaltungsprogramms „für alle, die eine längere Vergangenheit haben“. Mit flotten Sprüchen amüsierte sie ihr begeistertes Publikum und machte schließlich noch den Bürgermeister sprachlos. Denn wer hat am Seniorennachmittag stets das letzte Wort? Draußen schien die Sonne, im Zelt sorgte Unterhaltungskünstlerin Margit Selb für anhaltende Heiterkeit mit einem großen Programm, das sie zusammengestellt hatte und an dem sich insgesamt etwa 70 Kinder und 60 Erwachsene mit dreizehn großartigen Vorführungen und Beiträgen beteiligten. Weniger mobile Gäste wurden mit einem kostenlosen Busverkehr geholt und zurückgebracht. Zum musikalischen Einstieg sang der gemischte Chor der Seniorenbegegnungsstätte „Alte Schule“ das Lampertheimer Spargellied, begleitet vom Akkordeontrio, das auch monatlich zum Volksliedersingen einlädt. Ein besonderes Loblied hatte sich Margit Selb für Fachbereichsleiter Hecher ausgedacht und dazu auch eine bildliche Darstellung mitgebracht. Zum prächtigen Finale mit Helmut Wehe von der Musiker-Initiative versammelten sich alle Mitwirkenden auf der Bühne und verabschiedeten sich vom applaudierenden Publikum, das Margit Selb im Laufe des Nachmittags mit ihrer heiteren Aufforderung „klatscht emaol“ gut trainiert hatte. Nur wenige Stunden nach dem Ausklang des Unterhaltungsabends mit der „Sandy Show Band“ am Samstag zog es die Fans am sommerlichen Sonntagmorgen zum Jazzfrühschoppen mit der L.A. Reed Big Band unter der Leitung von Rainer Heute in das Festzelt auf dem Schillerplatz.

    Der verkaufsoffene Sonntag lockte mit Spargelfest-Preisen und Rabatten, die bei Juwelier und Optik Bisch zum fünfzigjährigen Geschäftsjubiläum die Rekordhöhe von fünfzig Prozent erreichten und für riesiges Kaufinteresse sorgten. Sommerliche Temperaturen ließen bei Eis Oberfeld die Lust auf die wunderbaren Eiskreationen ansteigen, da nahmen die Eiskenner gerne auch eine Warteschlange in Kauf. Bereits eine Stunde bevor die Geschäfte am Sonntag öffneten, präsentierte sich der Spargelmarkt in der Ernst-Ludwig-Straße den Besuchern mit Kunst, Kultur und kulinarischen Genüssen. Beim Amtsgericht funkelten die gepflegten Oldtimer des Vereins der Freunde historischer Fahrzeuge um die Wette, die sich den Glanz kurze Zeit mit mehr als einem Dutzend Hoheiten teilen mussten, die aus dem Nibelungenland, vom Odenwald und aus dem Neckartal zum Empfang des Bürgermeisters beim Stadtmarketing-Stand angereist waren. Mit der Lampertheimer Spargelkönigin Melanie I. vertrat auch die Hessische Spargelkönigin Sabrina I. den einheimischen Spargel. Die Hoheiten zogen weiter zum vollen Festzelt, wo sie am ersten „Spargelschälwettbewerb“ teilnahmen. Fünf Teams waren aufgerufen, den Zuschauern zu zeigen, wie schnell sich die zarten weißen Spargelstangen schälen lassen.

    Margit Selb und Otto Edinger kommentierten den Wettbewerb, Landfrauenvorsitzende Marita Billau schaute mit kritischem Blick als Frau vom Fach, ob der Spargel gut geschält war und zählte die bearbeiteten Stangen. Verschiedene Schälmethoden führten zum Ziel. Die einen legten den Stangenspargel in den Arm und zogen den Schäler mit Bedacht von oben nach unten, die anderen düsten mit dem scharfen Schäler über die Stangen, dass die Schalen nur so flogen. Am Ende konnte nur einer den großen „Goldenen Spargel“ gewinnen – der strahlende Sieger war Rainer Antes aus dem Publikumsteam. Die vier Zweitplatzierten der Teams durften sich über eine Trophäe mit einem schlank aufragenden, grünen Spargel mit glitzernder Spitze auf einem Holzsockel freuen. Bernhard Hossner von der Künstler-Initiative Lampertheim hatte die Spargelskulpturen künstlerisch gestaltet. Bürstadts Bürgermeisterin Barbara Schader und Bürgermeister Störmer gingen mit Freude und Engagement an die Arbeit, aus dem Bürstädter Verwaltungsteam ging Anja Höfle als Siegerin hervor, von der Lampertheimer Verwaltung war Erster Stadtrat Jens Klingler der schnellste Spargelschäler. Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass aus dem Politik-Team und Spargelkönigin Melanie I. von den Hoheiten sicherten sich ebenfalls zweite Plätze. Landrat Matthias Wilkes und Bürgermeister Gottfried Störmer lieferten sich ein Kopf an Kopf Schälen, um sich am Ende bei einem freundschaftlichen Gleichstand die Hände zu reichen.

    Hannelore Nowacki







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