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  • Mo., 15. November 2021, 10:10 Uhr
    FASTNACHT: 1. Carneval-Club Rot-Weiß feierte Inthronisation von Stadtprinzessin Stefanie Graber

    Spaß an der Fastnacht mit Tradition und Abstand in Corona-Zeiten

    Stadtprinzessin Steffi II. erschien zum Amtsantritt für die Kampagne 2021/2022 mit rauschendem Ballkleid – bestens ausgestattet für den anschließenden Prinzessinnenball. Der war Corona bedingt musikalisch beschwingt, aber ohne Tanzrunden. Foto: Hannelore Nowacki


    LAMPERTHEIM – Ein neuer Stern, ein Leitstern wie im Prinzessinnenlied des Vereins besungen, ist in der Fastnacht-Hochburg Lampertheim aufgegangen – am Samstagabend kam als neue Stadtprinzessin des 1. Carneval-Clubs Rot-Weiß (CC Rot-Weiß) Stefanie Graber als Steffi II. auf den närrischen Thron. In die Hans-Pfeiffer-Halle flog sie im Düsenjet mit ihrer Tanzgruppe New Generation ein, in der sie seit 1x11 Jahren aktiv ist. An ihrer Seite Pilotin Martina Kany in weißer Uniform. Während der neuen Kampagne 2021/2022, die mit der Inthronisation eingeläutet wurde, wird die Stadtprinzessin von dieser starken Crew begleitet. Zuvor hatte der Verein nur einen Steckbrief  der zukünftigen Stadtprinzessin veröffentlicht, auch das hat Tradition. Jetzt kein Geheimnis mehr: Sie ist verheiratet, 4x11 Jahre alt, hat zwei Kinder, Maurice und Janine, die 2018/2019 als Stadtprinzessin Janine I. das Zepter hielt. In einer Produktionsfirma ist Steffi Graber in der Gruppenleitung im medizinischen Bereich tätig. Die Gäste an den weiträumig gestellten Tischen in der geteilten Halle mussten sich ein wenig gedulden, bis die neue Tollität auf der Bühne hinter dem gemalten Düsenjet enthüllt wurde, denn es gab einen Flugplan mit festgelegten Stopps wie den Tanz der Funkengarde und die Vereidigung des Elferrats und. Bürgermeister Gottfried Störmer hatte gute Laune mitgebracht, mahnte zur Vorsicht und freute sich über die Besucher aus Maldegem. Mit seinem dreifach donnernden Helau gab er der Fastnacht seinen Segen. Vereinsvorsitzender Holger Braun begrüßte die Gäste und Ehrengäste, verkündete neben den froh stimmenden allerdings auch weniger gute Nachrichten. Denn auch dem CC Rot-Weiß haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie zugesetzt. Die gute Nachricht zuerst: Nach langer Wartezeit ist die heiß ersehnte Fastnacht wieder da. Ein Ordensfest, der Rathaussturm und weiteres sind in Planung und ein Motto hat die neue Kampagne, das eine tolle bunte Mischung verspricht: „Welcome to the Jungle“. Doch alles hängt von der jeweiligen Corona-Lage ab. Der Vorsitzende beschrieb die andere Seite der aktuellen Lage: „Wir als kleiner Traditionsverein verzeichnen drastisch sinkende Mitgliederzahlen und Mindereinnahmen. Wir müssen gesehen und gehört werden, davon leben wir“. Zudem führe der Schwund zu mehr Arbeit für die engagierten Vereinsmitglieder. Einfach ins Vergnügen stürzen geht nicht mehr: Am Eingang war ein Sicherheitsdienst zur Kontrolle der 3-G-Regel eingesetzt, wer weder geimpft noch genesen war musste einen negativen PCR-Test vorlegen. Statt Unterstützung von staatlicher Seite zu erhalten, müssen zuerst alle Liquiditätsreserven aufgebraucht sein, beklagte Vorsitzender Braun. Und was treibt die Fastnachter trotzdem an? „Es ist das Gefühl etwas auf die Beine gestellt zu haben, das Strahlen in den Augen der Gäste und der Stolz der Künstler auf ihre Leistung und gemeinsam solche Glücksmomente zu schaffen und zu erleben“. Keine neue Inthronisation ohne vorherigen Abschied vom närrischen Thron mit einigen Tränen der Rührung – Stadtprinzessin Julia I. blickte auf eine lange Regentschaft seit 2019 zurück und gab nach 726 Tagen das Zepter an den Sitzungspräsidenten Markus Gutschalk zurück. Viel Dank und Applaus erhielt sie, dazu einen Blumenstrauß und ihr gerahmtes Prinzessinnenporträt. Mit einem Stapel Geschenke trat sie von Wolke 7 ab. Sitzungspräsident Gutschalk bescheinigte ihr die Amtszeit bravourös gemeistert zu haben. In der Fastnacht ist sie auch als langjähriges Mitglied im Elferrat weiterhin aktiv. Die neue Lampertheimer Stadtprinzessin Steffi II. machte mit ihrer Proklamation in 11 Paragrafen klare Ansagen an die Narrenwelt und Obrigkeit. Fröhlichkeit mit viel Musik ist angeordnet und das Ordnungsamt ist bis Aschermittwoch aufgefordert Strafzettel in Gutscheine umzuwandeln. 

    Fastnacht mit Maske und mittendrin die neue Stadtprinzessin Steffi II. Foto: Hannelore Nowacki


    Zwischenzeitlich kam das neue Bürstädter Stadtprinzenpaar Viviane I. und Andreas II. mit den Spitzen der Vereins-AG im Gefolge zu Besuch, brachte Orden und Gastgeschenke, eine Grußbotschaft und den Hinweis auf ihre Spendenaktion zugunsten der Kinderstiftung von Bülent Ceylan mit. Ehrenpräsidentin Margit Selb begrüßte auf der Bühne die Freunde vom  t’Folkloorke Adegem aus der belgischen Partnerstadt Maldegem mit dem Vorsitzenden Filip de Wulf und Keizer Frank, denen sie in Reimen versicherte, dass die Fastnacht ewig bestehen bleibe. In den Musikrunden zwischendurch brachte DJ Rick die mitreißenden Stimmungshits in Erinnerung, die vor der Corona-Zeit zum Tanzen und zur Polonaise durch den Saal animierten. Hannelore Nowacki

     

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