Anschluss an öffentliche Wasserversorgung bleibt größter Wunsch
SPD besuchte das Tierheim
Die SPD-Mitglieder verschafften sich ein Bild vor Ort im Lampertheimer Tierheim. Foto: Eva Wiegand
LAMPERTHEIM – Das Tierheim in Lampertheim leistet eine wichtige und großartige Arbeit für die Spargelstadt sowie für die Kommunen Bürstadt und Biblis. Denn dort kommen Tiere unter, die von Zweibeinern aus den verschiedensten Gründen -manchmal nachvollziehbar, manchmal weniger- abgeben werden. Also wiederum ein guter Grund für die SPD, sich auch dort einmal umzuhören und zu fragen, wo denn der Schuh drückt, so wie es die Lampertheimer Sozialdemokraten mit ihrem Format „SPD-Fraktion vor Ort“ regelmäßig bei hiesigen Vereinen tun. Empfangen wurden die Genossen von der Vorsitzenden des Tierschutzvereins Annette Maring und der Leiterin des Tierheims Annekatrin Geyer. Der erste kurze Spaziergang führte die Besucher zum neu zugänglich gemachten Gelände. Dort ist eine Tierpension die Urlaubspflege im Aufbau, denn es bestehe hier sehr viel Bedarf, wie die Vorsitzende berichtete. Als nächstes sei der ausbruchsichere Zaun geplant. „Alles ist sehr aufwendig und muß nach und nach und mit Verstand abgewickelt werden“, so Maring, denn der Verein muss auch immer die Finanzen im Blick haben. Was der Vorsitzenden aber eine ganz besondere Herzensangelegenheit ist: der Anschluss des Tierheims an die öffentliche Wasserversorgung. „Das ist unser größtes Ziel. Alles andere können wir irgendwie selbst stemmen“, betonte die Vorsitzende. „Seit zweieinhalb Jahren versuchen wir das. Jetzt haben wir uns an den Bürgermeister gewandt“, erzählte Maring weiter. Was dem Verein derzeit auch zu schaffen macht, sind zunehmend schwierige Fälle. Oft sei den Menschen gar nicht bewußt, was dahinter stehe, wenn man sich einen Welpen oder ein Kätzchen nach Hause holt. „Das Problem ist: Den Menschen wird es sehr leicht gemacht“, meinte Geyer mit Blick auf das Internet, wo man schnell mal einen Hund aussucht und später nicht zurecht kommt. Solche Tiere landen nicht selten bei den Tierschützern in Lampertheim. Derzeit sind es 21 Hunde, die ein neues Zuhause suchen. Die Vermittlung läuft im Moment eher verhalten, das führen die beiden allerdings auf die gerade erst beendete Fastnachtszeit und die allgemeine Stimmung aufgrund des Corona-Virus zurück. Wenn sich aber dann doch ein neues Herrchen findet, merken die beiden Fachfrauen das schnell. „Das sieht man bereits an der Körperhaltung von den Menschen“, berichtete Geyer aus Erfahrung. Besonders stolz ist der Verein auf seine Jugendgruppe, die im vergangenen Jahr von der Bürgerstiftung Lampertheim ausgezeichnet wurde. Regelmäßige Helfer zu finden sei jedoch sehr schwierig. „Gassi-Geher hatten wir schon immer viele. Aber die eigentliche, große Arbeit ist das Putzen“, machte Geyer deutlich. Seinen großen Respekt zollte der Fraktionsvorsitzende Marius Schmidt den Ehrenamtlichen und würdigte deren wichtige Arbeit für Lampertheim. Schließlich erfülle das von einem Verein geführte Tierheim eine sonst kommunale Pflicht. „Eine Arbeit, die sonst von städtischer Seite für viel Geld organisiert werden müsste“, so Schmidt. Für das nächste Wahlprogramm wolle die SPD weitere Rahmenbedingungen schaffen, damit die Tiere möglichst schnell wieder ein Zuhause fänden. So will die SPD die Hundesteuersatzung dahingehend ändern, dass Halter, die Hunde aus dem Tierheim holen dauerhaft von der Hundesteuer befreit sind. Bisher gilt hierfür eine Steuerfreiheit von einem Jahr. Eva Wiegand