Die Gratiszeitung für Lampertheim und das hessische Ried
Sie sind hier: Startseite » Nachrichten » SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt wird neuer Erster Stadtrat
So., 13. Dezember 2020, 14:07 Uhr
STADTVERORDNETENVERSAMMLUNG: Wahl zum Ersten Stadtrat ohne Unterstützung von CDU und Grünen
SPD-Fraktionsvorsitzender Marius Schmidt wird neuer Erster Stadtrat
Marius Schmidt wird im Februar das Amt des Ersten Stadtrats übernehmen. Die Ernennungsurkunde hat er am Freitag gleich nach der Wahl von Bürgermeister Gottfried Störmer erhalten. Foto: Hannelore Nowacki
LAMPERTHEIM – Der 29-jährige SPD-Fraktionsvorsitzende Marius Schmidt ist im Rahmen der 30. Stadtverordnetenversammlung am Freitagabend in der Hans-Pfeiffer-Halle mehrheitlich zum hauptamtlichen Ersten Stadtrat gewählt worden. Gleich nach der Wahl standen die rechtlichen Formalitäten auf der Tagesordnung. Dem Amtseid auf das Grundgesetz und die hessische Verfassung fügte Schmidt aus freien Stücken die Worte „so wahr mir Gott helfe“ hinzu, was Bürgermeister Gottfried Störmer anerkennend würdigte. Schmidt nahm die Ernennungsurkunde aus der Hand des Bürgermeisters entgegen und verpflichtete sich gegenüber der Stadtverordnetenvorsteherin mit Handschlag. Zur Zeremonie hatte Schmidt seine rechte Hand in einen blauen Schutzhandschuh gezwängt. Das Hygienekonzept verlangte auch die Maskenpflicht während der gesamten Sitzung, so dass vor allem das Strahlen der Augen Auskunft über das erzielte Wahlergebnis gab. Die Stadtverordneten hatten 44 Stimmzettel abgegeben, alle waren gültig, wie die Vorsitzende des Wahlvorbereitungsausschusses und Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Stass mitteilte. Mit der Stimmenmehrheit von 23 Stimmen gegenüber 21 Nein-Stimmen war Schmidt gewählt. Insgesamt haben dem Wahlvorbereitungsausschuss fünf Bewerbungen vorgelegen. Die anderen Bewerber hätten unvollständige Unterlagen eingereicht und nicht die in der Stellenbeschreibung geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten nachgewiesen, erklärte Stass. Bei Marius Schmidt seien sämtliche Ausschreibungskriterien erfüllt gewesen, weshalb er zur Wahl zugelassen wurde. Dem ausführlichen Lebenslauf, den Stass verlas, waren die beruflichen Stationen, die politischen Ämter und das weitere umfangreiche ehrenamtliche Engagement zu entnehmen. Nach dem Abitur 2011 am Lessing-Gymnasium studierte Schmidt seit 2012 an der Universität Mannheim Politische Wissenschaften sowie Medien- und Kommunikationswissenschaften. Das Master-Studium im Fach „Political Science“ von 2016 bis 2018 schloss er mit dem Mastertitel ab. In ihrer Rede würdigte Christiane Krotz (SPD) Schmidt als jungen, talentierten Mann, der neue Ideen und einen unverbrauchten Blick habe, Menschen führen und mit ihnen arbeiten könne. Viele Erfolge der letzten Jahre trügen seine Handschrift. Dem Vorwurf von Grünen und CDU, die Wahl sei aus wahltaktischen Gründen vorgezogen worden, hielt sie entgegen, dass sich mit dem Ende von Klinglers Amtszeit im Januar die Frage in jedem Fall gestellt hätte. Fritz Götz (SPD) wies darauf hin, dass die Stadtverordneten bis zum Ende der Legislaturperiode am 14. März 2021 gewählt seien und daher ihrem gesetzlichen Auftrag nach der Hessischen Gemeindeordnung nachkämen. Fritz Röhrenbeck (FDP) sprach sich für Schmidt als „den für uns am besten geeigneten Kandidaten“ aus, der schon in jungen Jahren mit viel Zeit im Ehrenamt, mit Intensität, Nachhaltigkeit und politischem Willen sehr erfolgreich Politik gemacht habe. Die Fraktion der Grünen lehnte die Wahl zu diesem Zeitpunkt vor der Kommunalwahl am 14. März ab, sagte dem neu zu wählenden Stadtrat jedoch eine faire Zusammenarbeit zu. Fraktionsvorsitzender Stefan Nickel dankte dem ausscheidenden Ersten Stadtrat Jens Klingler für seine Arbeit, die er für die Stadt Lampertheim und die städtischen Gesellschaften geleistet habe. Die Wiederwahl Klinglers hätten die Grünen gerne unterstützt, akzeptieren jedoch die demokratische Entscheidung und Klinglers Entscheidung nicht mehr anzutreten. Für die CDU-Fraktion nahm Alexander Scholl Stellung, der die Wahl am Freitag „keine Sternstunde der Lokalpolitik“ und die „Besetzung heute keine gute Entscheidung“ nannte, viele Fragezeichen blieben zurück. Klüger wäre eine Entscheidung für die Wahl nach der Kommunalwahl im März gewesen, bekräftigte Scholl die schon in den Monaten zuvor vertretene Auffassung der CDU-Fraktion. Die CDU werde daher die Wahl nicht unterstützen, wobei es nicht um die Person gehe, sondern um die Sache und das Demokratieverständnis. Dem Ersten Stadtrat Jens Klingler dankte er für zwölf Jahre der Zusammenarbeit. Hannelore Nowacki
Der zukünftige Erste Stadtrat Marius Schmidt war wie alle anderen Stadtverordneten mit Maske ausgerüstet, Händeschütteln zur Gratulation fiel aus. Foto: Hannelore Nowacki